Wirtschaft


Streit mit Solar Millennium: Claassen fordert 7,1 Millionen Euro Abfindung

In der Auseinandersetzung um eine Millionen-Abfindung mit seinem ehemaligen Arbeitgeber Solar Millennium geht der Energiemanager Utz Claassen auf Konfrontationskurs. Jetzt will er nicht nur sein Antrittsgeld in voller Höhe behalten, sondern fordert auch eine Abfindung von 7,1 Millionen Euro.

Ex-EnBW-Manager Claassen: Bizarrer Streit um Kurzgastspiel bei Solar MillenniumZur Großansicht
REUTERS

Ex-EnBW-Manager Claassen: Bizarrer Streit um Kurzgastspiel bei Solar Millennium

Düsseldorf - Seinen Job trat er im Januar 2010 an - und schmiss die Brocken nach nur drei Monaten wieder hin. Trotzdem ist der Energiemanager Utz Claassen überzeugt, dass er sein Antrittsgeld in Höhe von neun Millionen Euro ohne wenn und aber verdient hat.

Und mehr noch: jetzt fordert er von seinem Arbeitgeber Solar Millennium zusätzlich 7,1 Millionen Euro Abfindung, wie sein Anwalt am Donnerstag dem "Handelsblatt" bestätigte. Allerdings wolle Claassen diese Summe nicht selbst behalten, sondern in eine Stiftung zur Erforschung erneuerbarer Energie geben.

Solar Millennium zeigte sich auf Anfrage vollkommen überrascht von dem Vorstoß Claassens, berichtet das Blatt. Das Unternehmen sei davon ausgegangen, dass die seit Monaten ausgehandelte und nun fertig gestellte Einigung am heutigen Freitag von beiden Seiten unterschrieben würde.

Der nach langen Verhandlungen erreichte Kompromiss habe vorgesehen, dass Claassen drei Millionen Euro seines Antrittsgelds behalten dürfe. Dem Wunsch Claassens, dass Solar Millennium die Rechtmäßigkeit seiner Kündigung anerkennen möge, habe das Unternehmen jedoch nicht entsprechen wollen.

Das Antrittsgeld hatte Claassen seinerzeit erhalten, weil der Solar-Millennium-Aufsichtsrat ihn für fünf Jahre binden wollte und sich einen kräftigen Wertzuwachs für das Unternehmen versprochen hatte. Nach nur 74 Tagen hatte der ehemalige EnBW-Manager sein Amt jedoch wieder aufgegeben. Es sei damals "für ihn unzumutbar, unverantwortbar und mit seinem Gewissen unvereinbar gewesen sei, seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der Solar Millennium AG fortzusetzen", teilte Claassen später mit.

Solar Millennium forderte daraufhin das Antrittsgeld zurück, Classen wehrte sich mit einer Klage: Das Gericht sollte feststellen, dass seine Kündigung rechtmäßig war. Das Verfahren wurde allerdings mehrfach aufgeschoben, weil die Parteien über einen außergerichtlichen Kompromiss verhandelten.

Mit der jetzt erhobenen Klage macht Claassen das bislang ausgehandelte Vertragswerk zur Makulatur. Solar Millennium teilte am Donnerstagabend laut "Handelsblatt" mit, falls Claassen mit seiner Klage tatsächlich die Gespräche beenden wolle, werde das Unternehmen umgehend selbst Klage einreichen und die Rückzahlung der gewährten Antrittsprämien in voller Höhe verlangen.

mik

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insgesamt 17 Beiträge
maipiu 12.11.2010
Die Story erinnert mich an das Märchen vom Fischer und seiner Frau. Am Ende könnte herauskommen, dass Claassen jar nüscht kriegt. Geh' nur nach Hause, sagte der Butt, deine Frau sitzt wieder in ihrem Pisspott.
Die Story erinnert mich an das Märchen vom Fischer und seiner Frau. Am Ende könnte herauskommen, dass Claassen jar nüscht kriegt. Geh' nur nach Hause, sagte der Butt, deine Frau sitzt wieder in ihrem Pisspott.
Klo 12.11.2010
Solange die deutsche Wirtschaft von gierigen, aber umso unfähigeren Dilettanten dominiert wird, wird sich an deren faktischem Niedergang nichts ändern. Ich schäme mich für Herrn Claassen zutiefst.
Zitat von sysopIn der Auseinandersetzung um eine Millionen-Abfindung mit seinem ehemaligen Arbeitgeber Solar Millenium geht der Energiemanager Utz Claassen auf Konfrontationskurs. Jetzt will er nicht nur sein Antrittsgeld in voller Höhe behalten, sondern fordert auch eine Abfindung von 7,1 Millionen Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,728804,00.html
Solange die deutsche Wirtschaft von gierigen, aber umso unfähigeren Dilettanten dominiert wird, wird sich an deren faktischem Niedergang nichts ändern. Ich schäme mich für Herrn Claassen zutiefst.
frodosix 12.11.2010
Also verstehe ich das richtig? Der Mann, der es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann, nicht mehr den Ihm zugedachten Job zu erfüllen hat keine Gewissensbisse für 3 Monate Arbeit 16 Millionen Euro zu verlangen? Keine [...]
Also verstehe ich das richtig? Der Mann, der es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann, nicht mehr den Ihm zugedachten Job zu erfüllen hat keine Gewissensbisse für 3 Monate Arbeit 16 Millionen Euro zu verlangen? Keine weiteren Worte...
Klo 12.11.2010
Aber wieso nennen Sie es "Arbeit", was er dort gemacht hat. Faktisch ist er in seinem Betrieb nie angetreten.
Zitat von frodosixAlso verstehe ich das richtig? Der Mann, der es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann, nicht mehr den Ihm zugedachten Job zu erfüllen hat keine Gewissensbisse für 3 Monate Arbeit 16 Millionen Euro zu verlangen? Keine weiteren Worte...
Aber wieso nennen Sie es "Arbeit", was er dort gemacht hat. Faktisch ist er in seinem Betrieb nie angetreten.
hatem1 12.11.2010
Der Mann überschätzt sich maßlos und daran wird er früher oder später auch zugrunde gehen. Wahrscheinlich nicht buchstäblich, aber jeder bekommt irgendwann die Quittung.
Der Mann überschätzt sich maßlos und daran wird er früher oder später auch zugrunde gehen. Wahrscheinlich nicht buchstäblich, aber jeder bekommt irgendwann die Quittung.
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  • Freitag, 12.11.2010 – 12:54 Uhr
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