Düsseldorf - RWE schlittert in eine Führungskrise: Bei den Gesprächen am Sonntag ist der Energiekonzern zu keiner Entscheidung gekommen. Aufsichtsratschef Manfred Schneider habe seinen Favoriten für die Nachfolge von Vorstandschef Jürgen Großmann bislang nicht durchbringen können, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Der Vertrag von Konzernchef Großmann läuft im kommenden Jahr aus.
Jetzt sollen der frühere Bayer-Chef Schneider und Aufsichtsratsmitglied Paul Achleitner angedroht haben, ihre Ämter niederzulegen, wenn ihr Personalvorschlag nicht durchkomme, berichtet die "Rheinische Post".
Während Aufsichtsratschef Schneider und fünf oder sechs Vertreter der freien Aktionäre für den Niederländer Peter Terium kämpften, seien die einflussreichen kommunalen Aktionäre für RWE-Vorstand Rolf Martin Schmitz, hieß es aus Unternehmenskreisen.
Kommunen wollen Rolf Martin Schmitz
Für den 47 Jahre alten Terium, der die niederländische RWE-Tochter Essent leitet, haben sich dem Bericht zufolge bislang nur die sechs Vertreter der freien Aktionäre, darunter Allianz-Vorstand Paul Achleitner, Daimler-Chef Dieter Zetsche und ThyssenKrupp-Aufsichtsrat Ekkehard Schulz ausgesprochen.
Die Kommunen wollen Rolf Martin Schmitz, derzeit RWE-Vorstand für das operative Geschäft, an der Konzernspitze sehen. Er hat in seiner Karriere mehrere kommunale Versorger geleitet und ist seit 2009 im RWE-Vorstand für das operative Geschäft zuständig.
Die Kommunen gelten als einflussreich im Konzern: Die Aktionäre halten rund 20 Prozent der Anteile an dem Energiekonzern und haben vier Sitze im Aufsichtsrat. Sollte die Kapitalseite sich nicht einigen, könnte die Arbeitnehmerbank im RWE-Aufsichtsrat bei der Wahl eines Großmann-Nachfolgers den Ausschlag geben.
dis/dapd/Reuters
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