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Streit um Leiharbeiter: Amazon verklagt Betriebsrat

Der Streit um Leiharbeiter bei Amazon eskaliert. Nun hat der Online-Händler sogar seinen Betriebsrat verklagt. Damit will das Unternehmen erreichen, 65 Arbeitskräfte weiterbeschäftigen zu können.

Amazon-Seite: Das Unternehmen nutzt Leiharbeiter, um Spitzenzeiten zu bewältigen Zur Großansicht
DPA

Amazon-Seite: Das Unternehmen nutzt Leiharbeiter, um Spitzenzeiten zu bewältigen

Fulda - Der Online-Versandhändler Amazon hat seinen Betriebsrat verklagt, um 65 Leiharbeiter weiterbeschäftigen zu können. Grund des Rechtsstreits: Die Leiharbeiter, die von der Firma Trenkwalder an Amazon vermittelt worden waren, hatten befristete Arbeitsverträge bis Ende Februar. Amazon wollte diese Verträge bis Ende März verlängern. Doch der Betriebsrat verweigerte seine Zustimmung.

Ein Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Fulda verlief am Montag ergebnislos. Mit der Klage erreicht Amazon ein wichtiges Ziel: Die 65 Leiharbeiter dürfen erst mal bei Amazon weiterarbeiten. Allein der Dringlichkeitsantrag berechtige die Firma zur Weiterbeschäftigung, erklärte Richterin Christine Schwarz.

Der Frankfurter Rechtsanwalt Markus Pfeifenberger, der den Betriebsrat vertritt, sagte: "Der Verleiher ist aus Sicht des Betriebsrates unseriös." Aufgrund einer ARD-Fernsehdokumentation war Trenkwalder in den Fokus der Behörden geraten. Konkrete Ermittlungsergebnisse hat die Bundesarbeitsagentur für Arbeit aber noch nicht veröffentlicht. Die Rechtsanwältin der Firma Amazon äußerte sich zunächst nicht.

Die Amazon-Zentrale in München teilte mit, die Zeitarbeiter unterstützten Amazon im Ostergeschäft. Ab April werde Amazon Chart zeigen mehr als die Hälfte von ihnen in eine befristete Festanstellung übernehmen. Ungeachtet dessen arbeite Amazon weiter daran, mit dem Betriebsrat eine außergerichtliche Lösung zu finden. Rechtsanwalt Pfeifenberger kündigte in den nächsten Wochen und Monaten weitere Gespräche zwischen Betriebsrat und Amazon an. Dabei werde das Thema Leiharbeit generell eine Rolle spielen.

"Die Crux dieses Verfahrens ist, dass die Maßnahmen zum 31. März auslaufen und das Gericht in dieser kurzen Zeit gar keine Entscheidung mehr treffen kann. Das Verfahren wird sich erledigen, weil sich der Streitgegenstand erledigt", erläuterte Richterin Schwarz.

Amazon nutzt Zeitarbeit nach eigenen Angaben vorwiegend, um Spitzenzeiten wie Ostern und Weihnachten zu bewältigen und wenn vor Ort nicht genügend Kräfte gefunden werden. Insgesamt beschäftigt Amazon in seinen deutschen Logistikzentren rund 9000 Festangestellte. Nach Weihnachten 2012 habe Amazon 3000 saisonale Mitarbeiter unbefristet eingestellt.

Nach dem kritischen Fernsehbericht hatte Amazon die Zusammenarbeit mit zwei Firmen umgehend aufgekündigt. Die Staatsanwaltschaft Fulda ermittelt unterdessen gegen zwei Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Hensel European Security Services (H.E.S.S.) mit Sitz in Kassel wegen Nötigung und Freiheitsberaubung. Sie sollen TV-Journalisten in einem Hotelzimmer festgehalten und zur Herausgabe ihres Filmmaterials genötigt haben.

stk/dpa

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1. Nomen est Omen!
ijf 18.03.2013
"Sicherheitsfirma Hensel European Security Services (H.E.S.S.)" Wow... Haben die bei Amazon im Einkaufsbereich LuZ und Personaldienstleistung keine deutschen Mitarbeiter?! Und falls doch: wie stehts denn mit deren Einstellung?! Ich hab ja bislang die Amazon-Aufregung im Blaetterwald, TV und Politik eher am Rande verfolgt. Aber dieser Firmen-Name eines Subunternehmers duerfte wohl Programm sein - und das ist doch beaengstigend, dass bei Amazon da offensichtlich keiner zuckte und nachpruefte, wen man da eigentlich beauftragen wollte! DAS ist meiner Meinung nach der eigentliche Amazon-Skandal...
2. und wem gehört Trenkwalder ?
ratschbumm 18.03.2013
Zitat von sysopDPADer Streit um Leiharbeiter bei Amazon eskaliert. Nun hat der Onlinehändler sogar seinen Betriebsrat verklagt. Damit will das Unternehmen erreichen, 65 Arbeitskräfte weiterbeschäftigen zu können. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/streit-um-leiharbeiter-amazon-verklagt-betriebsrat-a-889610.html
Richtig. Droege, der sich hochtrabend Unternehmensberatung nennt. Googlen Sie mal nach Droege/Kettner oder Droege/Madaus oder auch Droege/Eurobike.
3. Kauderwelsch
axelsep 18.03.2013
Dieses Kauderwelsch hinsichtlich Betriebsverfassungsgesetz versteht doch keiner. Bitte um weitere Erläuterung, auch wenn es schwer fällt.
4. nach § 100 BetrVG
georg_k 18.03.2013
Zitat von axelsepDieses Kauderwelsch hinsichtlich Betriebsverfassungsgesetz versteht doch keiner. Bitte um weitere Erläuterung, auch wenn es schwer fällt.
Amazon hat nach § 100 BetrVG (Vorläufige personelle Maßnahmen) gegen den Beschluß des Betriebsrat (hier zustimmungspflichtig) die Leiharbeiter eingestellt. Nun klagt der BETRIEBSRAT GEGEN AMAZON und nicht umgekehrt. D.h., der Betriebsrat muss nach deutschem Arbeitsrecht sein eigenes Recht einklagen.
5. ???
vaikl 18.03.2013
Zitat von axelsepDieses Kauderwelsch hinsichtlich Betriebsverfassungsgesetz versteht doch keiner. Bitte um weitere Erläuterung, auch wenn es schwer fällt.
Könnten Sie, bevor Ihnen Jemand hilft, evt. erst mal den Begriff nennen, der in diesem Artikel speziell aus dem Themengebiet Betriebsverfassungsgesetz stammen soll? Ich sehe außer "Betriebsrat" keinen...
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