Strafzollstreit China droht Europa mit Handelskrieg

Solarzellen, Porzellan, Netzwerktechnik - der Handelsstreit zwischen China und der EU weitet sich auf immer mehr Produkte aus. Nun warnt die Führung in Peking vor einer Eskalation des Konflikts und sendet kaum versteckte Drohungen.

Solarzellen in China: Die Strafzölle sollen dem Vernehmen nach 47 Prozent betragen
AP

Solarzellen in China: Die Strafzölle sollen dem Vernehmen nach 47 Prozent betragen


Brüssel/Peking - China hat die Europäische Union vor einem Handelskrieg gewarnt. "Wir hoffen, dass die EU keine Handlungen unternehmen wird, die beiden Seiten nicht guttun", sagte der Sprecher des chinesischen Handelsministeriums, Shen Danyang, am Donnerstag. Die Volksrepublik werde "konsequente" Maßnahmen ergreifen, "um unsere berechtigten Interessen und Rechte zu verteidigen", warnte er. "Alle Konsequenzen müssen von der Seite getragen werden, die für die Verstöße verantwortlich ist."

Die markigen Worte sind durchaus als Drohung zu verstehen. Die EU und China streiten seit Monaten über wichtige Handelsfragen. Brüssel wirft Peking vor, der europäischen Wirtschaft durch Dumping chinesischer Unternehmen oder großzügige Staatshilfen an die eigene Industrie zu schaden.

Bereits in der vergangenen Woche war der Streit eskaliert. Die EU hatte angekündigt, ab Juni billig importierte Solartechnik aus China mit hohen Strafzöllen zu belegen - und war damit auf großes Unverständnis in Peking gestoßen.

Seitdem schaukelt sich der Streit weiter hoch, trotz aller Beschwichtigungsversuche. Am Mittwoch führte die EU dauerhaft hohe Schutzzölle auf chinesisches Porzellan und andere Keramikwaren für den Tisch- und Küchengebrauch ein. Die Zölle belaufen sich auf bis zu 36,1 Prozent, wie aus einer Mitteilung im EU-Amtsblatt vom Mittwoch hervorgeht. Schon seit Mitte November 2012 hatte die EU vorläufige Zölle auf die betroffenen Waren erhoben.

Zugleich droht die Kommission nun auch den chinesischen Telekommunikationsausrüstern mit Anti-Dumping-Ermittlungen. Die Brüsseler Behörde habe sich grundsätzlich zu der Aufnahme von Untersuchungen wegen des Verdachts illegaler Beihilfe bereit erklärt, teilte Handelskommissar Karel De Gucht mit.

Mit dem Verfahren will die EU die europäischen Netzwerkbauer Ericsson, Nokia Siemens Networks und Alcatel gegen die Billigangebote der chinesischen Rivalen Huawei und ZTE schützen.

Insgesamt streitet sich die EU mittlerweile in 18 Fällen mit ihrem zweitgrößten Handelspartner China. Die Bundesregierung ist besorgt. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatte am Dienstag vor einer Eskalation gewarnt. "Wir haben die Sorge, dass man sich gegenseitig aufschaukelt", sagte Rösler. Es bestehe die Gefahr, dass die EU und China wechselseitig mit Strafzöllen reagierten, die dann verschiedene Branchen von der Solar- bis zur Stahlindustrie treffen könnten.

stk/AFP/Reuters/dpa-AFX

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insgesamt 453 Beiträge
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Seite 1
frankori 16.05.2013
1. eigentlich läuft es doch gut...
die kooperationen zwischen deuropa und china könnten nicht besser laufen. ohne den jeweiligen partner sähe es erst richtig schlecht aus! passend dazu: http://interculturecapital.de/chinesische-marken-quiz
vwl_marlene 16.05.2013
2. optional
Was hat Porzellan mit den Solarzellen zu tun?
fhmemo 16.05.2013
3. optional
Auf welche EU-Waren will China Strafzölle erheben?
der_namenslose 16.05.2013
4. optional
China sondiert die Lage: Wie weit kuscht die EU? China sieht die Welt immer schon als Vasallen des Reiches der Mitte. Es wird Zeit sich dagegen zu wehren. Soll'n se doch: Ohne den Absatzmarkt Europa ist China gaanz schnell am Ende.
PeterPaulPius 16.05.2013
5. Egal
Zitat von sysopAPSolarzellen, Porzellan, Netzwerktechnik - der Handelsstreit zwischen China und der EU weitet sich auf immer mehr Produkte aus. Nun warnt die Führung in Peking vor einer Eskalation des Konflikts und sendet kaum versteckte Drohungen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/streit-um-strafzoelle-china-droht-eu-mit-handelskrieg-a-900201.html
Ein Handelskrieg würde eindeutig China mehr schaden als der EU. Denn das, was wir exportieren, können die im Binnenmarkt gar nicht ausreichend darstellen. Gleichzeitig ist aber China zum Wachstum verdammt. Und dieses Wachstum fällt immer dürftiger aus. So what, liebe Chinesen! Es kann unseren Binnemärkten doch nur gut tun, wenn wir wieder Qualität statt Schund kaufen!
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