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Angeschlagener Modekonzern: Strenesse meldet Insolvenz an

Strenesse-Modenschau in Berlin: "Den begonnenen Weg fortsetzen" Zur Großansicht
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Strenesse-Modenschau in Berlin: "Den begonnenen Weg fortsetzen"

Das Geld ist endgültig ausgegangen: Der Nördlinger Modekonzern Strenesse hat Insolvenz beantragt. Das Unternehmen will aber trotzdem weitermachen.

Nördlingen - Am Morgen gab es die Betriebsversammlung, am späten Vormittag wurde es dann amtlich: Der Modekonzern Strenesse hat beim Amtsgericht Nördlingen einen Insolvenzantrag gestellt. Das bestätigte der zuständige Richter Volker Plaetschke SPIEGEL ONLINE. Das Unternehmen will die Sanierung allerdings in Eigenregie fortführen und hat deshalb die vorläufige Eigenverwaltung beantragt. Man werde den Antrag prüfen und schnellstmöglich entscheiden, sagte Plaetschke.

Das Aus kommt nicht überraschend: Bereits Ende Februar hatte Konzernchef Luca Strehle bei seinen Gläubigern darum kämpfen müssen, eine Mittelstandsanleihe in Höhe von zwölf Millionen Euro bis 2017 verlängern zu können. Schon damals war klar, dass mindestens weitere vier Millionen Euro Kapital fehlen, um das laufende Geschäft bestreiten zu können. Die sogenannten Ankergläubiger hatten der Verlängerung deshalb nur widerwillig zugestimmt. Strenesse-Chef Strehle hatte sich aber überzeugt gezeigt, weitere Investoren zu finden und den Sanierungsplan umsetzen zu können. Der sah unter anderem vor, rund 50 der 400 Stellen im Unternehmen abzubauen.

Der Insolvenzantrag besiegelt das langsame Sterben der einst glamourösen Modemarke aus der schwäbischen Kleinstadt. Mit der international anerkannten Designerin Gabriele Strehle schaffte es das Unternehmen einst auf die internationalen Laufstege. Das ist aber lange vorbei - eigentlich seit sich das Glamour-Paar Gerd und Gabriele Strehle einen bitteren Rosenkrieg lieferte. Die Designerin verließ das Unternehmen, nachdem Junior Luca die Führung übernommen hatte.

Der letzte Finanzbericht weist von Juni bis November einen Umsatzeinbruch von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus - und einen Verlust von 3,5 Millionen Euro. Gerade mal 33 Prozent seiner Inlandsumsätze macht das Unternehmen noch durch den Verkauf seiner Klamotten in klassischen Kaufhäusern, über Outlet-Stores werden mittlerweile 39 Prozent billig verramscht.

Zuvor hatte der Aufsichtsrat von Strenesse den Sanierungsexperten Michael Pluta in den Vorstand berufen. Pluta soll den Sanierungskurs unterstützen und damit den langfristigen Erfolg des Unternehmens sichern. "Wir wollen den begonnenen Weg der Restrukturierung weiter fortsetzen und das Unternehmen künftig so aufstellen, dass wir Wachstumschancen nutzen und dabei sehr kostendiszipliniert arbeiten", sagte Strenesse-Chef Luca Strehle einer Pressemitteilung zufolge.

sam

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insgesamt 12 Beiträge
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1. billig verramscht ?
sPeterle 16.04.2014
billig verramscht... ich war mit meiner Frau im Februar in einem Strenesse Outlet Shop. Ganz einfache Herrenschuhe ab ca 400€ ? (nicht Rahmengenäht oder ähnliches). Preis Leitung steht da in keinem Verhältniss, Standart Konfektion zum Exklusiv Preis funktioniert eben nicht.
2. optional
Baustellenliebhaber 16.04.2014
Völlig überteuertes Zeug.....wer soll das kaufen
3. genau wie mein Vorredner
ollux 16.04.2014
teile ich dessen Meinung über das Verhältnis Qualität -Preis, das in keiner Weise stimmte. Wenig exklusive Stoffe, wenig Kaschmir und Seide, dafür Durchschnittsmischgewebe, das jeder Grossist führt, ließen bei mir Zweifel aufkommen , ob ich im richtigen Outlet-Laden war, den ich auf extra Einladung von Strenesse aufgesucht hatte. Der Preis der Schuhe passte gar nicht. Da war ein Einkauf im ital. Udine, wo es u.a. grossartige Pollinischuhe gab , ein deutlich lohnenderes Geschäft. ich denke, Strenesse hat mit solchen Aktionen vieles selst verschuldet.
4.
fandango2 16.04.2014
Preise wie made in Germany, aber dann billig im Ausland produzieren, - kann nicht funktionieren!
5.
Artgarfunkel 16.04.2014
Zitat von fandango2Preise wie made in Germany, aber dann billig im Ausland produzieren, - kann nicht funktionieren!
Funktioniert bei allen anderen aber doch auch. Was glauben Sie, ist denn in der Bekleidungsbranche noch "made in Germany"?
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