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Erste Ergebnisse: 25 Banken beim EZB-Stresstest angeblich durchgefallen

Bankencheck: Die Stresstester Fotos
REUTERS

Noch stehen die offiziellen Ergebnisse aus, dennoch werden bereits erste Zahlen herumgereicht: Berichten zufolge drohen beim europäischen Banken-Stresstest 25 Institute durchzufallen. 105 hätten die Prüfung demnach bestanden.

Brüssel - Unmittelbar vor Veröffentlichung der Ergebnisse des europaweiten Banken-Stresstests sickern offenbar erste Ergebnisse durch: Wie die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters übereinstimmend berichten, sind 25 Banken bei dem Check durchgefallen. 105 der geprüften Institute hätten den Test bestanden. Bloomberg berief sich auf eine vorläufige Fassung der Ergebnisse, Reuters auf zwei Insider.

Laut den Informationen haben 15 der 25 durchgefallenen Banken inzwischen aber genügend Kapital aufgebaut, um möglichen Krisen zu trotzen. Stichtag des Tests war der 31. Dezember 2013. Bei zehn Banken seien die Lücken bis heute zu groß. Das würde bedeuten: Sie sind nach Ansicht der Aufsichtsbehörden zu schwach und müssen ihre Kapitalpuffer stärken. (Wie der Stresstest genau funktioniert, lesen Sie hier.)

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Bankenprüfung: Der Stresstest im Überblick
Die Europäische Zentralbank (EZB) betont, dass es die finalen Ergebnisse erst an diesem Sonntag gibt. Bis dahin sei alles Spekulation. In den vergangenen Tagen hatte die spanischen Nachrichtenagentur Efe berichtet, dass bei dem europäischen Banken-Stresstest mindestens elf Banken durchgefallen sein

Die Banken haben ihre Ergebnisse bereits am Donnerstag erhalten. Bis Samstagmittag, 12 Uhr, haben sie Zeit, die Zahlen zu prüfen, die die EZB ihnen präsentiert hat. Legen die Banken keinen Einspruch ein, werden die Resultate 24 Stunden später veröffentlicht.

Es ist der bisher größte Bankencheck in Europa. Ein Jahr lang hat die EZB mit Hilfe der nationalen Aufsichtsbehörden und der Beratungsfirma Oliver Wyman die 130 größten Banken in der Eurozone untersucht, darunter 24 deutsche.

Die interessantesten Fälle unter den deutschen Banken:

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Commerzbank

Commerzbanker sind seit der Finanzkrise Kummer gewohnt. Nicht nur, dass die einst zweitgrößte deutsche Bank 2008 vom Staat gerettet werden musste, sie hat auch bei fast jeder Art von Geschäften die Finger im Spiel, die von der EZB besonders kritisch betrachtet werden: Schiffsdarlehen, Immobilienkredite und Staatsfinanzierung. Doch weil das Management um Martin Blessing viel getan hat, um den großen Berg an Altlasten abzubauen und Zeitbomben in der Bilanz zu entschärfen, hat die Commerzbank offenbar auch im harten Stresstestszenario der EZB bestanden. Weil die Bank die Latte wohl nur knapp übersprungen hat, gilt allerdings als wahrscheinlich, dass Blessing und seine Kollegen nach der Veröffentlichung der Ergebnisse erklären, wie sie die Bank weiter stärken wollen.

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HSH Nordbank

Die Landesbank galt von Beginn an als Problemkind unter den 24 geprüften deutschen Banken. In der Finanzkrise gestrauchelt und 2008 mit Steuergeld der Eigentümer Hamburg und Schleswig-Holstein gerettet, ringt die HSH mit der EU-Kommission noch immer um ihre Daseinsberechtigung. Die Nordbank darf sich zwar Weltmarktführer nennen, aber in einem Geschäft, das derzeit alles andere als attraktiv ist: Die Schiffsfinanzierung steckt in der Dauerkrise, und solange das so bleibt, sind milliardenschwere HSH-Kredite vom Ausfall bedroht. Die EZB bewertet die Schiffskredite weitaus strenger als bislang die deutsche Aufsicht und hat ein Stressszenario entworfen, das riesige Löcher in die HSH-Bilanz reißt. Zwar haben Hamburg und Schleswig-Holstein die Bank gegen mögliche Verluste von bis zu zehn Milliarden Euro mit einer Garantie abgesichert. Doch für knapp ein Drittel dieser Garantie fehlt die endgültige Genehmigung durch die EU-Kommission. Dieses letzte Drittel wird offenbar gebraucht, um im Stresstest der EZB zu bestehen. Die neuen Aufseher der Zentralbank erkennen zwar die volle Garantie an, werden es am Ende aber wohl dem Wettbewerbskommissar überlassen, den Daumen über die HSH zu heben oder zu senken.

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IKB

Mit der Beinahe-Pleite der Mittelstandsbank aus Düsseldorf kam 2007 die Bankenkrise in Deutschland an. Jetzt, da die EZB mit dem Bilanztest die Krise beenden will, rückt die IKB wieder in den Mittelpunkt. Sie gehört mittlerweile dem amerikanischen Finanzinvestor Lone Star. Der hat zwar viele Altlasten abgebaut und die IKB drastisch abgespeckt. Aber es gelang den Amerikanern nicht, die Bank zu verkaufen, und jetzt hat sie so wenig Kapital auf den Rippen, dass sie im harten Krisenszenario der EZB womöglich durchfallen wird. Anders als die Eigentümer anderer Banken hat Lone Star in den Monaten seit der Ankündigung des Tests keine Anstalten gemacht, die IKB mit frischem Kapital zu wappnen. Ob der Finanzinvestor nach dem Test mehr Geld aufs Spiel setzen möchte, um den Anforderungen der EZB gerecht zu werden, ist nicht bekannt. Falls nicht, könnte die Mittelstandsbank an Ende doch noch zum Abwicklungsfall werden. Bei der Hauptversammlung im September erklärte die Bank lediglich, sie sei für die EZB-Prüfung solide aufgestellt, darüber hinaus will sie sich nicht äußern.

MünchenerHyp

Münchener Hypothekenbank

Der kleine Immobilienfinanzierer hatte zwar die Finanzkrise besser überstanden als ihre großen Konkurrenten - die Hypo Real Estate und die Commerzbank-Tochter Eurohypo. Dennoch zeichnete sich bereits früh im Jahr ab, dass das Kapitalpolster der Münchner Hypothekenbank den neuen Ansprüchen der EZB nicht genügen würde. Die Eigentümer der Genossenschaftsbank haben deshalb im Frühjahr 400 Millionen Euro in die Bank gesteckt. Deshalb dürfte auf der ersten Seite des EZB-Zeugnisses stehen: Durchgefallen, auf Basis der Zahlen zum Stichtag 31.12.2013. Dank vorsorglicher Kapitalerhöhung, so wird der Leser auf der zweiten Seite feststellen, wird die Hypothekenbank dennoch durchgewinkt, sie hat ihre Probleme inzwischen behoben.

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Deutsche Bank

Für eine negative Überraschung könnte womöglich ausgerechnet der Branchenprimus sorgen. Zwar zweifelt niemand daran, dass die Deutsche Bank die EZB-Prüfung bestanden hat. Doch um das sicher auszuschließen, mussten die Co-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen im Mai noch das Kapital erhöhen. 8,5 Milliarden Euro sammelten sie ein, unter anderem von Scheich Hamad Bin Jassim Bin Jabor al-Thani aus Katar. Größtes Problem der Deutschen Bank sind die enormen Belastungen durch Rechtsstreitigkeiten, die noch in diesem Jahr auf sieben Milliarden Euro steigen könnten. Auch dieses Thema wird von der EZB berücksichtigt. Bei der Lektüre des Deutsche-Bank-Zeugnisses kommt es also auf das Kleingedruckte an.

vks/dpa

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insgesamt 20 Beiträge
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1. Wer durchgefallen ist
BiffBoffo 24.10.2014
Muss Zahlen und darf dann nochmal. Wer nicht Zahlen kann, so habe ich das von den Banken selbst gelernt, bekommt noch mehr Zahlungsaufforderungen und muss noch mehr nachzahlen. So machen es die Banken. Wird Zeit das man es mit IHnen genauso macht.
2. 25 Banken beim EZB-Stresstest angeblich durchgefallen
warlock2 24.10.2014
Komisch, dieses ganze gemunkel, warum schreibt keiner, dass die Commerzbank durchgefallen ist???
3.
THINK 24.10.2014
Ein wirklicher Banken-Stresstest würde alle Banken durchfallen lassen. Hierzu braucht man nur die Bilanzsummen und das Eigenkapital anzuschauen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis alle Banken abgewickelt werden müssen.
4. Das Ergebniss ......
unixv 24.10.2014
kennen wir alle! Wir, dürfen zahlen! :-(
5.
THINK 24.10.2014
Zitat von warlock2Komisch, dieses ganze gemunkel, warum schreibt keiner, dass die Commerzbank durchgefallen ist???
Wenn, wie bei der Commerzbank, die Bonuszahlungen höher als der Gewinn sind, dann muss es doch ein seriöses Unternehmen sein.
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So funktioniert der Stresstest
Worum geht es?
Es ist der bisher größte Bankencheck in Europa. Ein Jahr lang hat die EZB mithilfe der nationalen Aufsichtsbehörden und der Beratungsfirma Oliver Wyman die 130 größten Banken in der Eurozone untersucht, darunter 24 deutsche.
Wo liegen die größten Risiken für jedes einzelne Institut? Sind die Kredite in den Bilanzen richtig bewertet? Und schließlich der Stresstest: Wie würden die Banken eine neue schwere Wirtschaftskrise überstehen? In dieser letzten Stufe wurden in Zusammenarbeit mit der europäischen Aufsichtsbehörde EBA auch Banken aus Nicht-Euro-Ländern wie Großbritannien oder Dänemark mitgeprüft.
Was soll der Test bringen?

Der Test soll vor allem Vertrauen schaffen, das bisher fehlt. Seit der Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008 herrscht immer noch Misstrauen in der europäischen Bankenbranche. Zwar haben viele Institute ihr Eigenkapital seitdem gestärkt und sind damit krisenfester geworden. Doch noch immer gibt es Zweifel, ob einige Institute wirklich so gesund sind, wie sie nach außen glauben machen wollen.

Die umfassende Prüfung soll nun Transparenz bringen. Anhand der Ergebnisse, so die Hoffnung, können Investoren und Gläubiger sehen, wie es einzelnen Banken wirklich geht. Diejenigen Geldhäuser, bei denen Probleme auftreten, werden zum Nachbessern gezwungen.

Was genau wurde getestet?

Im Stresstest mussten sich die Banken zwei Szenarien stellen. Im ersten wurde ein eher positiver Wirtschaftsverlauf in den Jahren 2014 bis 2016 angenommen. Die Wirtschaft in Europa wächst, die Arbeitslosigkeit geht leicht zurück, die Preise steigen moderat.

Im zweiten, dem sogenannten adversen Szenario, wurde ein wirtschaftlicher Schock simuliert, der auch die Finanzmärkte erfasst: Die Wirtschaftsleistung geht um gut zwei Prozent zurück, Aktien- und Immobilienmärkte brechen ein, die Zinsen steigen und Banken kommen schwieriger an frisches Geld.

Um den Stresstest zu bestehen, müssen die Teilnehmer bestimmte Eigenkapitalquoten erfüllen. Dabei geht es um jenes Kapital, das der Bank in Form von Aktienkapital oder einbehaltenen Gewinnen zur Verfügung steht. Dieses Polster wird ins Verhältnis gesetzt zu den Risiken in der Bankbilanz, also vor allem Kredite und Wertpapiere. Im ersten Szenario darf die Eigenkapitalquote der Institute nicht unter acht Prozent fallen, im Stressszenario liegt die Grenze bei 5,5 Prozent.

Was passiert mit den Banken, die durchfallen?

Wer schon das Normalszenario im Stresstest nicht übersteht, dürfte arge Probleme bekommen. Wenn er sich seit dem Prüfungsstichtag 31.12.2013 nicht schon frisches Eigenkapital besorgt hat, muss er dies nun tun. Zwei Wochen haben die betroffenen Banken Zeit, den Aufsehern entsprechende Pläne vorzulegen. Werden diese genehmigt, müssen die Institute ihre Kapitallücken innerhalb von sechs Monaten füllen.

Institute, die nur im harten Stressszenario durchfallen, haben es etwas leichter. Falls sie sich das fehlende Kapital nicht schon seit Jahresbeginn besorgt haben, bekommen sie nun neun Monate dafür Zeit.

Banken, die es nicht schaffen, die Anforderungen in der vorgegeben Zeit zu erfüllen, müssen damit rechnen, abgewickelt zu werden. Die Kosten tragen die jeweiligen Nationalstaaten.



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