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Stromnetz: Bahn soll bei schnellem Atomausstieg helfen

Eines der größten Hindernisse für den schnellen Atomausstieg sind fehlende Stromnetze - nach dem Willen der Bundesregierung soll die Bahn helfen: Mit dem Hochspannungsnetz des Staatskonzerns könnte nach SPIEGEL-Informationen Energie aus norddeutschen Windparks Richtung Süden transportiert werden.

Bahn-Stromnetz: Um auch Privathaushalte zu versorgen, wären Erweiterungen nötig Zur Großansicht
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Bahn-Stromnetz: Um auch Privathaushalte zu versorgen, wären Erweiterungen nötig

Berlin - Die Bundesregierung will die Probleme der Energiewende auch mit Hilfe der Deutschen Bahn (DB) lösen: Das eigenständige Stromnetz der Bahn könnte zumindest teilweise den umstrittenen Bau neuer Stromtrassen ersetzen. "Wir werden das prüfen", sagt Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU).

Details sollen nach Ostern bei einem Treffen von Fachleuten aus dem Verkehrs- und dem Wirtschaftsministerium, der Bahn und der Bundesnetzagentur geklärt werden.

Das Hochspannungsnetz der Bahn ist mit 7800 Kilometern das zweitgrößte der Republik - nach dem des Energiekonzerns RWE. Es könnte Strom aus norddeutschen Windparks in den verbrauchsintensiven Süden transportieren und andere Lücken in den Netzen schließen. Würde dies gelingen, wäre eines der größten Hindernisse für den beschleunigten Ausstieg aus der Atomenergie zumindest teilweise beseitigt.

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) ist elektrisiert: "Eine enge Kooperation mit der Deutschen Bahn im Rahmen des Ausbaus des Stromverbundnetzes halte ich für wünschenswert." Auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger fände entsprechende "Pilotprojekte" in Deutschland "sehr nützlich". Die Bundesnetzagentur, die den deutschen Strommarkt überwacht, setzt ebenfalls auf die Bahn. "Angesichts des gewaltigen Ausbaubedarfs sollten alle Möglichkeiten" geprüft werden, sagt ihr Präsident Matthias Kurth; die Bahn verfüge über "das einzige flächendeckende Stromnetz, das wir in Deutschland haben".

Anfang April hatte sich die Bundesnetzagentur mit der Bahn bereits darauf geeinigt, dass der Konzern sein Stromnetz für andere Stromanbieter öffnen muss. Der Vergleich vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht sieht vor, dass Händler an 5400 Bahnhöfen ab Jahresende auch von anderen Anbietern als der Bahn Strom beziehen können.

Kosten von 250.000 Euro pro Kilometer

Bisher nutzt die DB ihre Stromtrassen allein. Um auch Privathaushalte und Industrie zu versorgen, wären einige Erweiterungen nötig. Die Spannung müsste den anderen Stromnetzen angepasst, die Übertragungsleistung erhöht werden. Dafür sind zumindest teilweise höhere Masten und neue Kabel erforderlich. Die Bahntochter DB Energie hofft auf ein Zusatzgeschäft.

Konzernchef Rüdiger Grube sorgt sich allerdings um die Kosten. Er stehe "den Überlegungen kritisch gegenüber", schrieb Grube in einem Brief an den CSU-Abgeordneten Georg Nüßlein. Die Energieexperten der Bahn rechnen mit Ausgaben von mindestens 250.000 Euro pro Kilometer für den Ausbau ihrer Stromtrassen.

Das wäre aber immer noch günstiger als neue Trassen zu bauen - denn das kostet rund eine Million Euro pro Kilometer.

cte

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insgesamt 89 Beiträge
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1. Technik
louis_quatorze 22.04.2011
Grube ist Ingenieur und hat ein Gefühl für technische Zusammenhänge. Nur mal so: Ein ICE3 hat ne Leistung von 8 MW. Die Netze der Bahn sind also für diesen Bereich ausgelegt. Im Hochspannungsnetz werden Leistungen im GW-Bereich, also tausendmal soviel wie ein MW, übertragen. Wie soll das zusammengehen?
2. Lieber nicht
alocasia 22.04.2011
Der Strom ist zu 80% nicht pünktlich im Süden. Das Netzt bricht sowieso bei zu großer Hitze, zu starker Kälte zusammen. Ganz zu schweigen von der Schikane wenn ein Netzschaffner miese Laune hat.
3. Wie soll das gehn ?
sonntagsbrötchen 22.04.2011
Das Herz der Bahn schlägt doch im 16 2/3 Takt. Da kommen die 50 Hz Netzfrequenz gar nicht gut an. Oder will die Bahn jetzt endlich auf 50 Hz umschalten ? Zeit dafür wär's ja schon lange.
4. bahn
crocodil 22.04.2011
Zitat von sysopEines der größten Hindernisse für den schnellen Atomausstieg sind fehlende Stromnetze - nach Willen der Bundesregierung soll die Bahn helfen: Mit dem Hochspannungsnetz des Staatskonzerns könnte nach SPIEGEL-Informationen Energie aus norddeutschen Windparks Richtung Süden transportiert werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,758528,00.html
Was soll den der ganze Sch.. - momentan ist eine Hysterie ausgebrochen - nur weil mal in Japan ein AKW (dank mangelnder Wartung und nicht richtig abgeschotteten Dämmen - man weiss ja schon seit Jahrhunderten, dass Japan erdbebengefährdet ist und Warnungen auf Steinen stehen,die frühere Einwohner aufstellten "Geht nicht tiefer bis zum Meer, da können Tsunamis kommen" Ich habe für das Verhalten kein Verständnis!!! Ich spende jedenfalls nichts - soll Japan doch alles selber erledigen.
5. Wieso Trassen in den Süden?
gorge11, 22.04.2011
Zitat von sysopEines der größten Hindernisse für den schnellen Atomausstieg sind fehlende Stromnetze - nach Willen der Bundesregierung soll die Bahn helfen: Mit dem Hochspannungsnetz des Staatskonzerns könnte nach SPIEGEL-Informationen Energie aus norddeutschen Windparks Richtung Süden transportiert werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,758528,00.html
Der Süden sollten erstmal sein EE Potential besser nutzen.
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Was kostet der Atomausstieg?
Zu den Kosten des Atomausstiegs kursieren verschiedene Zahlen. Die wichtigsten Werte im Überblick:
Privatwirtschaftliche Investitionen
Für den Atomausstieg müssen neue Windräder, Solaranlagen, Biomasseanlagen und Gaskraftwerke gebaut werden. Stromleitungen müssen ausgebaut werden. Hinzu kommen Investitionen in Energieeffizienz. Nach SPIEGEL-ONLINE-Berechnungen belaufen sich die Investitionen insgesamt auf rund 170 Milliarden Euro bis 2020. Andere Forschungsinstitute kommen auf ähnliche Werte.
Haushalt
Die Politik streitet vor allem darüber, was die Energiewende für Auswirkungen auf den Haushalt hat. Die im vergangenen Jahr beschlossene Brennelementesteuer etwa sollte der Regierung jährlich 2,3 Milliarden Euro bringen. Jetzt drohen die Energieversorger, gegen die Abgabe zu klagen - ihrer Ansicht nach war sie an die Laufzeitverlängerung gekoppelt. Manche fordern neue Subventionen für Industrien mit besonders hohem Energiebedarf.

Gleichzeitig verknüpft die Regierung Ausgaben mit dem Programm, die für den Atomausstieg gar nicht nötig sind: So will sie die Mittel für die Wärmedämmung alter Gebäude steigern. Generell gilt: Entschieden ist noch nichts - für Kostenberechnungen in puncto Haushalt ist es noch zu früh.
Strompreis
Die Preise für Endverbraucher werden auf absehbare Zeit nur wenig steigen. Denn der Strom, den sie beziehen, wird stets über mehrere Jahre eingekauft. Der aktuelle Preisschub fällt vorerst kaum ins Gewicht.

Bis Ende des Jahrzehnts könnte der Preis indes um mehrere Cent steigen. Allein durch den Netzausbau und die Großhandelspreise wäre ein Anstieg um drei Cent möglich - dazu kämen Milliardenkosten aus der EEG-Umlage.ssu

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