Stromversorger: Energiewende beschert EnBW Millionenverlust

Die guten Zeiten sind für EnBW vorbei: Wegen des Atomausstiegs musste der Energiekonzern zwei Kraftwerke abschalten und verbuchte 2011 einen Verlust von mehr als 800 Millionen Euro. Deutschlands drittgrößter Stromversorger geht davon aus, dass die Energiewende das Ergebnis noch lange belasten wird.

EnBW-Zentrale in Karlsruhe: Der Atomausstieg wird den Versorger jahrelang belasten Zur Großansicht
dapd

EnBW-Zentrale in Karlsruhe: Der Atomausstieg wird den Versorger jahrelang belasten

Karlsruhe - Zwei seiner vier Meiler musste EnBW im vergangenen Jahr wegen des Atomausstiegs abschalten - der Verlust der billigen Stromproduzenten lastet auf der Bilanz des baden-württembergischen Energieversorgers: Der Verlust im Jahr 2011 betrug 867 Millionen Euro. Im Vorjahr stand unter dem Strich noch ein Gewinn von 1,15 Milliarden Euro. Bei der Vorstellung der Bilanz kassierte der scheidende Vorstands-Chef Hans-Peter Villis am Mittwoch auch gleich die Wachstums- und Ergebnisziele bis 2013.

Bis 2014 plant EnBW Investitionen in Höhe von mehr als vier Milliarden Euro, einen Großteil in sogenannte Zukunftstechnologien. Bis damit Gewinne erzielt würden, werde es aber dauern: "Die Energiewende geht nicht kurzfristig", sagte Vorstandschef Hans-Peter Villis. Die Talsohle werde bis 2015 durchschritten sein.

EnBW sucht den Ausweg mit Offshore-Windkraft

Bisher hatte EnBW unter Villis vor allem auf Atomkraftwerke gesetzt. Bis 2030 soll der Strom rund zur Hälfte aus erneuerbaren Energien stammen. EnBW Chart zeigen setzt dabei vor allem auf Wind- und Wasserkraft und will die Wende mit Partnern, zum Beispiel Kommunen, schaffen. Der nächste große Windpark Baltic 2 soll den Plänen zufolge im kommenden Jahr in Bau gehen - EnBW hat dafür Kosten von 1,1 Milliarden Euro veranschlagt.

Um die Verluste in den kommenden Jahren zu begrenzen, hat der Konzern Programme zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung beschlossen: Bis 2014 sollen die Kosten um jährlich 750 Millionen Euro sinken - ein Drittel davon soll beim Personal gespart werden.

Im vergangenen Jahr war das um Sonder- und Einmaleffekte bereinigte operative Ergebnis laut Villis um 17 Prozent gesunken auf rund 1,6 Milliarden Euro. Im Geschäftsfeld Stromerzeugung und -handel sei sogar ein Rückgang um fast 21 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro zu verzeichnen, sagte er. Dabei sei der Stromabsatz im Vergleich zu 2010 um sechs Prozent auf knapp 156 Milliarden Kilowattstunden gesteigert worden, und auch der Außenumsatz habe sich um 7,3 Prozent auf 18,8 Milliarden Euro erhöht.

Der Hauptversammlung werde für das Jahr 2011 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,85 Euro je Aktie vorgeschlagen, kündigte Villis an. Im vergangenen Jahr waren es noch 1,53 Euro je Aktie gewesen.

nck/dpa/Reuters/dapd

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insgesamt 58 Beiträge
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1. Keine..
vincentvega58 07.03.2012
Zitat von sysopDie guten Zeiten sind für EnBW vorbei: Wegen des Atomausstiegs musste der Energiekonzern zwei Kraftwerke abschalten und verbuchte 2011 einen Verlust von mehr als 800 Millionen Euro. Deutschlands drittgrößter Stromversorger geht davon aus, dass die Energiewende das Ergebnis noch lange belasten wird. Stromversorger: Energiewende beschert EnBW Millionenverlust - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,819908,00.html)
...Angst liebe ENBW,Merkel,Rösler und Röttgen planen gerade den Ausstieg vom Ausstieg...das sieht man überdeutlich an der drastischen Kürzung der Solarumlagefinanzierung.Diese Regierung lässt euch Monopolisten schon nicht im Stich!
2.
timorieth 07.03.2012
Zitat von vincentvega58...Angst liebe ENBW,Merkel,Rösler und Röttgen planen gerade den Ausstieg vom Ausstieg...das sieht man überdeutlich an der drastischen Kürzung der Solarumlagefinanzierung.Diese Regierung lässt euch Monopolisten schon nicht im Stich!
Würde es sich dabei genauer gesagt nicht um: den Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg handeln? :D Grüße
3.
pom_muc 07.03.2012
Zitat von vincentvega58...Angst liebe ENBW,Merkel,Rösler und Röttgen planen gerade den Ausstieg vom Ausstieg...das sieht man überdeutlich an der drastischen Kürzung der Solarumlagefinanzierung.Diese Regierung lässt euch Monopolisten schon nicht im Stich!
Vielleicht sollten Sie mal die Bedeutung des Wortes Monopol nachschlagen! Damit sind nicht die HUNDERTE von Anbietern in D gemeint. Übrigens gehört EnBw zu über 93% dem Bundesland Bw und den dortigen Kommunen. Weniger als 2% sind im Aktienstreubesitz.
4. na sowas
n+1 07.03.2012
Zitat von sysopDie guten Zeiten sind für EnBW vorbei: Wegen des Atomausstiegs musste der Energiekonzern zwei Kraftwerke abschalten und verbuchte 2011 einen Verlust von mehr als 800 Millionen Euro. Deutschlands drittgrößter Stromversorger geht davon aus, dass die Energiewende das Ergebnis noch lange belasten wird. Stromversorger: Energiewende beschert EnBW Millionenverlust - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,819908,00.html)
Der grobe Unfug Photovoltaik bringt zwar keine Arbeitsplätze aber dafür kostet er welche. Das Problem ist klein für die großen Stromversorger aber groß für die deutsche Industrie. Wir haben schon heute den mit Abstand höchsten Strompreis aller Industrienationen. Und der Anstieg ist ungebrochen. Natürlich - an der Leipziger Strombörsek, wo der Strom landet, den keiner haben will und keiner braucht, das muss man teilweise noch zahlen, wenn man Strom loswerden will. Aber eine Aluminiumhütte kann ihren Strom nicht an der Strombörse kaufen. Und ein Privatmann auch nicht.
5.
timorieth 07.03.2012
Zitat von n+1Wir haben schon heute den mit Abstand höchsten Strompreis aller Industrienationen.
Hallo, habe da aber etwas anderes gehört. Könnten Sie vielleicht ein Link als Quelle angeben? Ich glaube gehört zu haben, dass in den skandinavischen Ländern (glaube Dänemark) der Strompreis noch höher sein soll. Grüße
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Energie-Oligopol in Deutschland
Konzerne Anteil Kraft- werks- kapa- zität Anteil erzeugte Strom- menge Anteil Groß- kunden- markt
RWE, E.on, Vattenfall, EnBW 82% 89% 60%
Quellen: IZES, BEE; Werte aus dem Jahr 2009