Deutscher Facebook-Rivale Soziales Netzwerk StudiVZ ist pleite

StudiVZ hat den Kampf gegen den übermächtigen Konkurrenten Facebook endgültig verloren: Der Betreiber des ehemals größten deutschen sozialen Netzwerks hat Insolvenz angemeldet.

Arbeitsräume des Online-Netzwerks StudiVZ in Berlin (Archivbild).
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Arbeitsräume des Online-Netzwerks StudiVZ in Berlin (Archivbild).


Der einstige Facebook-Konkurrent StudiVZ ist bankrott. Die Firma Poolworks, die hinter dem ehemals größten deutschen sozialen Netzwerk steht, meldete beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz an. Poolworks war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Jesko Stark bestellt. Dem Online-Magazin "Gründerszene" sagte Stark, dass derzeit noch sieben Mitarbeiter für die Netzwerke arbeiten. Sie sollen Insolvenzgeld erhalten.

StudiVZ hat bereits vor Jahren das Rennen um Nutzer an Netzwerke wie Facebook, Instagram und Xing verloren. Poolworks spricht auf seiner Internetseite von zehn Millionen Menschen, die bei den VZ-Netzwerken angemeldet sind. Die tatsächlichen Zugriffszahlen sind allerdings niedriger. Zum Vergleich: Facebook wird monatlich von mehr als zwei Milliarden Menschen genutzt.

Der Stuttgarter Holtzbrinck-Verlag ("Die Zeit", Rowohlt) hatte StudiVZ 2007 zwei Jahre nach der Gründung für rund 85 Millionen Euro erworben. Zwischenzeitlich soll auch Facebook an dem Netzwerk interessiert gewesen sein. Für Holtzbrinck entpuppte sich StudiVZ als Flop.

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hej/Reuters

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insgesamt 22 Beiträge
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nico.v 08.09.2017
1. Ist doch klar
Solche Netzwerke gehen pleite, StudiVZ hat nur deutsche Benutzer angesprochen. Außerhalb hat das niemand gekannt, das gleiche wie Xing. Jeder Deutsche hat ein Xing profil außerhalb kennt das niemand. Und trotzdem machen sich alle trotzig ein Xing profil. Nützt null wenn ich nur 10% meiner Kontakte da hab
SvenausRbeiHH 08.09.2017
2.
und das Ende kam plötzlich und schnell durch das Geld von Facebook das die damals gezahlt haben an die Entwickler der beliebtesten Spiele auf den Plattformen"Ab jetzt euer Spiel nur noch bei Facebook". Schade irgendwie.
lathea 08.09.2017
3. StudiVZ hatte nur Schüler und ....
....Studenten als Zielgruppe und um rein zu kommen, musste man geworben werden. Das war zwar als eine Schutzmaßnahme gedacht, die sich jedoch leicht ausheben ließ. StudiVZ hat sich einfach nicht an die Trends angepasst. Mit einer Öffnung für die gesamte Bevölkerung und auch für Senioren sowie den EU-Markt hätte es ein europäisches Pendant zu Facebook werden können.
Newspeak 08.09.2017
4. ...
Das Beste daran waren die lustigen Gruppennamen. Ansonsten war das noch spiessiger als facebook. Ein Wunder, dass es ueberhaupt solange gedauert hat.
mwroer 08.09.2017
5.
Zitat von nico.vSolche Netzwerke gehen pleite, StudiVZ hat nur deutsche Benutzer angesprochen. Außerhalb hat das niemand gekannt, das gleiche wie Xing. Jeder Deutsche hat ein Xing profil außerhalb kennt das niemand. Und trotzdem machen sich alle trotzig ein Xing profil. Nützt null wenn ich nur 10% meiner Kontakte da hab
Es gibt genug Firmen die einfach nur innerhalb Deutschlands arbeiten. So ein Netz kann sich rentieren wenn der Fokus der Betreiber stimmt, aber wenn alle Facebook in Miniatur sein wollen dann gehts natürlich schief.
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