Umstrittenes Bahnprojekt Eidechsen halten Stuttgart-21-Bau auf

Die Planer des Bahnprojektes Stuttgart 21 sind bereits im Verzug. Jetzt bremsen Hunderte Eidechsen das Vorhaben erneut aus. Durch ihre Umsiedlung könnte sich der Bau um ein Jahr verzögern.

Entwurf von Stuttgart 21
Deutsche Bahn/ Atelier Peter Wels

Entwurf von Stuttgart 21


Mehrere hundert Mauer- und Zauneidechsen bremsen das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm aus. Bei einer Begehung am geplanten Albvorlandtunnel habe man die geschützten Reptilien vor kurzem entdeckt, sagte ein S-21-Sprecher am Donnerstag. Für den Bau habe die Bahn aber bereits seit mehr als einem Jahr einen Planfeststellungsbeschluss gehabt.

Nun muss sich der Bauherr um den Naturschutz kümmern. Die Tiere müssen umgesiedelt werden. Dafür sei ein aufwendiges Änderungsverfahren nötig, das vom Eisenbahn-Bundesamt genehmigt werden müsse. "Wir hätten mit dem Bau schon gern im Frühjahr begonnen, haben jetzt schon drei, vier Monate verloren", sagte Hamann.

Das Problem: Eidechsen dürfen nur in bestimmten Perioden und nicht zu Winterschlaf- und Brutphasen umgesiedelt werden. "Wir hoffen, dass das Bundesamt die Priorität des Genehmigungsverfahrens erkennt, damit wir spätestens im August umsiedeln können", sagte Hamann. Sonst könnte sich der Bau bis in den nächsten Frühling verzögern.

brt/dpa



insgesamt 75 Beiträge
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sinasina 07.04.2016
1. Lachen nicht erlaubt?
* Ich lach mich schlapp - eines der teuersten Bauprojekte Deutschlands und man hat nicht an die Mauer- und Zauneidechsen und die noch seltenere Sumpfotterfledermaus gedacht? * Nicht auszudenken, zu welchen Verzögerungen es kommen wird, wenn auch noch die Supella longipalpa auftaucht! Am Besten vorsorglich Niest- und Brutkästen bereithalten.
zeisig 07.04.2016
2. Folgerichtig.
Wer sich um einen Käfer kümmert und teure Krabbelschutzgitter installiert, damit der Käfer nicht in die Baugrube fällt, der muß sich selbstverständlich auch um die um die ein vielfaches charmantere Zauneidechse kümmern. So viel Zeit muß sein.
radioactiveman80 07.04.2016
3. Ja, is klar...
ist ja mittlerweile ein Standardverfahren geworden. 1.: die wohnen ausschliesslich (ohne Ausnahme weltweit) an dem Bauprojekt das man verhindern will. 2.: die sind alle geschützt. (Falls noch nicht finden wir schon einen Grund). 3.: die Umsiedlung geht nur gaaanz selten (bevorzugt so dass der Punkt gerade verpasst wurde und man bis nächstes Jahr warten muss, also Baustopp). 4.: wenn man weiterbaut sterben die alle aus (Begründung siehe 1.). 5.: wenn die aussterben wird der Planet umkippen!!!
Schroerai 07.04.2016
4. Eidechsen umzusiedeln
Scheint mir ziemlicher Blödsinn zu sein - gäbe es irgendein Habitat mit "zu wenig" Eidechsen, dann würde die Population von allein zunehmen. Setzt man sie dort aus, wo es schon ein Gleichgewicht gibt, werden in etwas so viele verschwinden (gefressen, verhungern,...) wie zuvor ausgesetzt werden. Was soll das also??
Jetztisgut 07.04.2016
5. Kosten?
Zu einem halbwegs guten Beitrag gehört auch, dass die Kosten genannt werden. Diese liegen zwischen 2.000 und 4.000 Euro - pro Tier!!
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