Dieselskandal Porsche-Manager soll aus U-Haft entlassen werden

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat beantragt, einen im April festgenommenen Porsche-Manager aus dem Gefängnis zu entlassen. Der Haftbefehl soll aber nur außer Vollzug gesetzt werden - unter Auflagen.

Porsche-Zentrale in Stuttgart
DPA

Porsche-Zentrale in Stuttgart


Wegen Fluchtgefahr musste er ins Gefängnis, doch das soll sich nun ändern: Der nach einer Razzia im Zusammenhang mit dem Dieselskandal bei Porsche verhaftete Manager soll wieder freigelassen werden. Bei ihm handelt es sich nach SPIEGEL-Informationen um den Motorenchef des Konzerns, Jörg Kerner.

Die Staatsanwaltschaft hat die Freilassung Kerners beim Amtsgericht Stuttgart beantragt. Der Haftbefehl solle aber nicht aufgehoben werden, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde. "Die Haftgründe bestehen aus unserer Sicht fort, wir sind aber der Ansicht, dass der Haftbefehl mit Auflagen außer Vollzug gesetzt werden kann."

Die Verteidiger des Managers hatten zuvor beim Stuttgarter Landgericht eine Haftbeschwerde eingelegt, zogen diese laut Staatsanwaltschaft mit Blick auf den Antrag nun aber zurück. Der Porsche-Konzern äußerte sich auf Anfrage bislang nicht zu dem Vorgang.

Zu den strengen Auflagen zählt laut Staatsanwaltschaft, dass der Manager seinen Reisepass abgeben muss und das Land nicht verlassen darf. Zudem darf er keinen Kontakt zu anderen Beschuldigten in den Diesel-Verfahren gegen Porsche Chart zeigen und Audi Chart zeigen und auch nicht zu Zeugen oder potenziellen Zeugen aufnehmen. De facto dürfte damit auch eine Weiterbeschäftigung als Porsche-Manager ausgeschlossen sein.

Das Amtsgericht muss über den Antrag noch entscheiden. Kerner war nach einer Durchsuchungsaktion bei Porsche im April festgenommen worden und sitzt seither wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft.

Die Diesel-Ermittlungen bei Porsche richten sich gegen insgesamt drei Beschuldigte. Neben Kerner hat die Justiz auch einen amtierenden Vorstand der Porsche AG sowie einen ehemaligen Mitarbeiter im Visier. Es geht um den Verdacht des Betrugs und der strafbaren Werbung. Hintergrund sind Manipulationen der Abgasreinigung von Dieselautos bei dem Autohersteller. Porsche weist die Vorwürfe zurück.

Video: Abgastricks beim Porsche Cayenne Diesel?

SPIEGEL TV

apr/kig/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.