Ramschhypotheken JP Morgan will Investoren sechs Milliarden Dollar zahlen

Die Aufarbeitung der Finanzkrise kostet JP Morgan wohl noch mehr als 13 Milliarden Dollar. Die US-Großbank will Investoren wegen Verlusten mit Subprime-Papieren zusätzlich mit fast sechs Milliarden Dollar abfinden. Einen Teil davon könnte sich das Geldhaus aber via Steuererklärung zurückholen.

JP-Morgan-Zentrale in New York: Die nächste Milliardenzahlung steht an
REUTERS

JP-Morgan-Zentrale in New York: Die nächste Milliardenzahlung steht an


New York - Erst 13 Milliarden Dollar, nun werden es wohl noch einmal sechs Milliarden Dollar mehr: Die US-Großbank JP Morgan Chase forciert derzeit die Aufarbeitung ihrer Rolle in der Finanzkrise - und nimmt dabei offenbar gigantische Zahlungen in Kauf. Einer Gruppe von institutionellen Investoren will das Geldhaus übereinstimmenden Medienberichten zufolge fast sechs Milliarden Dollar an Entschädigung zahlen.

Vertreter von JP Morgan Chart zeigen und der Profi-Anleger hätten sich in der vergangenen Woche getroffen, berichteten das "Wall Street Journal", die "Financial Times" und die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider. Offiziell besiegelt sei die Einigung aber noch nicht.

Zu der Gruppe von mehr als einem Dutzend Investoren zählen demnach unter anderen die Allianz-Sparte Pacific Investment Management, Goldman Sachs Management, BlackRock und Neuberger Berman. Die Anwältin der Geschädigten, Kathy Patrick, äußerte sich nicht dazu. Bei JP Morgan war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Verhandlungen zwischen der Bank und den Investoren laufen bereits seit längerem. Die Großanleger werfen JP Morgan sowie den zwei während der Krise von der Großbank erworbenen Geldhäusern Bear Stearns Chart zeigenund Washington Mutual Chart zeigen vor, ihnen Anlagevermögen verkauft zu haben, die an riskante Immobilienkredite gebunden waren. Diese zweitklassigen Darlehen - die sogenannten Subprime-Kredite - waren einer der Auslöser der 2007 in den USA begonnenen Finanzkrise. Nach dem Platzen der Blase am US-Immobilienmarkt wurden viele mit Hypotheken besicherte Wertpapiere weitgehend wertlos. Die Besitzer machten hohe Verluste.

Zahlungen großteils von der Steuer absetzbar

Erst am Samstag war bekannt geworden, dass JP Morgan der US-Regierung den Rekordbetrag von 13 Milliarden Dollar für die Einstellung von Verfahren zu ihren Hypothekenpapieren zahlen werde.

Zumindest könnten die Milliardenzahlungen die Steuerschuld der Großbank erheblich reduzieren, da es sich großteils um freiwillige Leistungen handelt. Reuters berichtet unter Berufung auf Insider, es laufe am Ende darauf hinaus, dass die vereinbarte 13-Milliarden-Dollar-Zahlung an die US-Regierung die Bank nur neun Milliarden Dollar kosten werde.

Grund sei, dass Banken häufig die Kosten eines Vergleichs von den Steuern absetzen können, nicht aber Strafen für Gesetzesverstöße. Einer der Insider sagte Reuters zufolge, in der Zahlung könnten zwei Milliarden Dollar an Strafe enthalten sein. Weitere vier Milliarden Dollar, die als Hilfen für klamme Hausbesitzer fließen sollten, könnten hingegen steuerlich absetzbar sein, sagte ein anderer Insider. Wie es mit den restlichen sieben Milliarden Dollar aussieht, blieb unklar. Ein Großteil dürfte als Entschädigung für Anleger gedacht sein. Auch davon wird vermutlich ein erheblicher Teil, wenn nicht sogar der gesamte Betrag, steuerlich absetzbar sein.

Sollten insgesamt elf Milliarden Dollar steuerlich geltend gemacht werden können, könne das JP Morgan bei einem Steuersatz von 38 Prozent bis zu 4,2 Milliarden Dollar einsparen, rechnete der Steuerexperte Robert Willens vor. Allerdings könne die US-Regierung auch eine Ausnahme aushandeln und von der Bank verlangen, dass sie einen Teil der Unkosten nicht steuerlich absetze.

fdi/Reuters/AFP



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insgesamt 7 Beiträge
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dschungelmann 23.10.2013
1. Uebersetzung in Klartext:
Die Strafe und den Verlust traegt zum grossen Teil der Steuerzahler. Die Boni wurden voll bezahlt. ein wirklich nettes Rechtssystem bei dem Hochkriminelle Mehrfachtaeter voellig straffrei noch Boni einstreichen fuer ihre Verbrechen und die Prozesse nicht mal oeffentlich sind und keine Namen genannt werden. Wer befugt eigentlich die Richter und wer sind die genau hier Recht zu BEUGEN und Schwehrstkriminelle nicht mal mit Bewaehrungsstrafen, sondern mit GAR KEINEN Strafen zu belegen? Was soll das fuer ein Rechtssystem sein wo praktisch die Masse der indirekt Geschaedigten den Schaden, wenn auch nur teilweise, auch noch bezahlen? Unfassbar , das sich die US Amerikaner das bieten lassen.
wanniii 23.10.2013
2. Bankenreformen
Egal wie man es dreht und wendet, der Bankensektor braucht eine w e l t w e I t e Bankenreform. Das fängt in den USA and und hört bestimmt nicht in der EG auf. Der Steuerzahler ist wie in Übersee auch in Europa immer der Dumme, die kleinen Anleger tragen die Verluste während die großen einfach weitermachen. Bei hausgemachten Kriesen sollten die Banker mit eigenem Vermögen haften und mit Berufsverbot belegt warden!
ihawk 23.10.2013
3. Finanzmafia
Der "kleine" Anleger geht leer aus und kann die Verluste nicht absetzen. Mit Gerechtigkeit hat dies alles nichts zu tun, das ist modernes Raubrittertum - jetzt wird die Beute verteilt und obendrein der US Bürger ein zweites Mal betrogen, da diese Straßenräuber einen Großteil der "Kosten" sozialisieren können.
hefe21 23.10.2013
4. Schuld und Höhne
Eine strafrechtliche Aufarbeitung dieses grössten Plünderungsstückes der modernen Volkswirtschaft scheitert daran, dass die Einladung zum europäischen Teil der Plünderung von der Politik ausgegangen ist. Namentlich den "sozialdemokratischen" Hanswursten Blair und Schröder. Die Karusselbeschleuniger haben sich ausgerechnet, dass bei höherer Drehzahl auch mehr Geld für den Staat runterfällt. Was natürlich mit der Ausweitung des volkswirtschaftlich unnützen Teils des Finanzsektors auch erst mal geschehen ist. Wie immer wurden die Folgekosten einfach ausgeblendet. Und was sich die Wirtschaftspresse in diesen Jahren an Jubelpersertum und erbärmlichem Schlachtenbummlerjournalismus geleistet hat, das müsste auch dringend von ein Stand(es)gericht. Gelernt haben große Teile ohnehin nichts, noch immer wird zum Beispiel jeder Daxhöchststand tumb bejubelt - in der Realität ist dieser einfach ein Preisindex. Nach dieser Logik müsste auch jeder Ölpreisanstieg heftig akklamiert werden. Auf B5 aktuell war neulich zu hören, dass der EURO-Kurs zum Dollar bei 1,35 "dümpelt" - es ist diese infantile Obszönsprache, die sich längst in die Hirne der Beteiligten gefressen hat.
rigos 23.10.2013
5. Billig davon gekommen ...
Die amerikanischen Banken scheinen billig davon gekommen zu sein. Bei uns kostet alleine die Rettung der HRE 100 Mrd. Euro. Von der Rettung der KfW-Bank will ich gar nicht reden. Amerika ist wirklich ein Wunderland. Ich bin beeindruckt wie dieses Volk die Finanzkrise meistert und bereits jetzt wieder an der Spitze der Konsumstaaten steht. Dort muss Milch und Honig fließen. Da will ich ihn und den amerikanischen Traum nicht nur träumen, sondern leben.
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