Südafrika Minenarbeiter erstreiten 330 Millionen Euro für Lungenkrankheit

Wegen der Arbeit in der Mine erkrankten Zehntausende in Südafrika an der Lunge. Seit Jahren klagen sie gegen sechs große Unternehmen. Nun bekommen sie 330 Millionen Euro Entschädigung.

Anglo American Sitz in Johannesburg
REUTERS

Anglo American Sitz in Johannesburg


Zehntausende südafrikanische Minenarbeiter haben in einem Vergleich umgerechnet 330 Millionen Euro Entschädigung zuerkannt bekommen. Weil sie während ihrer Arbeitszeit Quarzstaub einatmeten, litten sie an der Lungenkrankheit Silikose.

Die Arbeiter hatten drei Jahre lang gegen sechs Bergbauunternehmen geklagt. Es ist das erste Mal, dass eine Sammelklage dieser Art in einem solchen Vergleich endet. Die Entschädigungen kommen etwa 100.000 ehemaligen Arbeitern und deren Angehörigen zugute, die im Zeitraum von 1965 bis heute für die Minenunternehmen African Rainbow Minerals, Anglo American SA, Anglogold Ashanti, Gold Fields, Harmony und Sibanye-Stillwater arbeiteten.

Es handele sich um eine "historische Vereinbarung" in der "wichtigsten Sammelklage in der Geschichte des südafrikanischen Bergbausektors", sagte Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi die Einigung. Der Vergleich sei das Ergebnis jahrelanger "umfangreicher Verhandlungen", teilten die beteiligten Bergbaukonzerne mit.

Viele Bergarbeiter leiden wegen ihrer Arbeit in den Goldminen unter der unheilbaren Krankheit Silikose, auch Quarzstaublunge genannt. Durch das Einatmen von Quarzstaub während Bohrarbeiten in den Goldminen werden dauerhafte Verletzungen in der Lunge verursacht. Das führt zu chronischem Husten, Kurzatmigkeit und letztlich Tuberkulose mit Todesfolge.

ans/AFP/AP



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