Krise der Schwellenländer Südafrika rutscht in die Rezession

Südafrikas Wirtschaft ist im zweiten Jahresviertel um 0,7 Prozent geschrumpft und überraschend in die Rezession gerutscht. Die Krise der Schwellenländer weitet sich damit aus. 

Cyril Ramaphosa
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Cyril Ramaphosa


Das lange boomende Südafrika ist in die Rezession gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte zwischen April und Juni um 0,7 Prozent zum Vorquartal, wie aus den am Dienstag veröffentlichten offiziellen Daten hervorgeht. Bereits zu Jahresbeginn hatte es einen Rückgang von 2,6 Prozent gegeben. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge wird allgemein von Rezession gesprochen.

Das Minus kam überraschend: Volkswirte hatten mit einem Wachstum um 0,6 Prozent gerechnet. Die Landeswährung Rand geriet nach dem unerwartet schlechten Abschneiden unter Abwertungsdruck: Sie gab um mehr als zwei Prozent zum Dollar nach.

Nach der Türkeiund Argentinien ist Südafrika nun schon das dritte Schwellenland in der Krise.

Die schwachen Konjunkturdaten sind zudem eine schlechte Nachricht für Präsident Cyril Ramaphosa. Er benötigt ein kräftiges Wirtschaftswachstum, um die hohe Arbeitslosequote von 27 Prozent zu senken sowie Armut und Ungleichheit zu bekämpfen.

Für die unerwartet schlechten Daten sorgte vor allem die geringere landwirtschaftliche Produktion, die um 29,2 Prozent einbrach. Auch die Unternehmen investierten weniger. Dagegen wuchs der Bergbau um 4,9 Prozent, die Finanzbranche um 1,9 Prozent. "Das Wachstumsbild für die erste Hälfte dieses Jahres ist hässlich", sagte Ökonom Jeffrey Schultz von BNP Paribas. "Es gibt eine breit angelegte Schwäche." Analyst Jason Tuvey von Capital Economics rechnet zwar mit einer Erholung im zweiten Halbjahr, die allerdings nicht kräftig ausfallen werde.

mal/dpa/Reuters



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