20 Prozent mehr Lohn Kumpel in südafrikanischen Platinminen beenden Streik

Ihr fünf Monate andauernder Streik zahlt sich aus: Die Bergleute in Südafrikas Platinminen haben sich eine drastische Lohnerhöhung erkämpft - um 20 Prozent. Der Platinpreis gab umgehend nach.

Minenarbeiter in Südafrika: "Unterzeichnen, unterzeichnen, unterzeichnen!"
AFP

Minenarbeiter in Südafrika: "Unterzeichnen, unterzeichnen, unterzeichnen!"


Rustenburg - In Südafrikas Platinminen neigt sich ein monatelanger Streik dem Ende zu. "Morgen werden wir die Einigung unterzeichnen, was bedeutet, dass der Streik offiziell vorbei ist", sagte der Gewerkschaftsführer Joseph Mathunjwa vor 30.000 Bergarbeitern in der Stadt Rustenburg. Die Platinkonzerne bieten nun eine Lohnerhöhung um etwa 20 Prozent. Die Bergleute, die seit Jahresbeginn keine Gehälter mehr erhalten haben, riefen daraufhin: "Unterzeichnen, unterzeichnen, unterzeichnen!" Schon am Mittwoch sollen sie wieder ihre Arbeit aufnehmen.

Der im Januar begonnene Ausstand hatte sowohl die Arbeiter als auch die Konzerne zuletzt stark belastet. Gewerkschaftsführer Mathunjwa sagte, die Konzerne hätten den meisten Forderungen zugestimmt, doch die Verhandlungen seien "nicht leicht" gewesen. Zwar würden nicht alle Arbeiter die monatliche Lohnerhöhung auf umgerechnet 850 Euro über die nächsten drei Jahre erhalten - doch würden viele sie später "leicht" erhalten.

Die Minengewerkschaft Amcu hatte in der vergangenen Woche zunächst einem Ende des Streiks zugestimmt, dann jedoch erneut Forderungen erhoben. Die letzten strittigen Punkte schienen daraufhin am Montag ausgeräumt, allerdings bestätigten die Konzerne die Einigung zunächst nicht. Ihren Angaben nach hat sie der Ausstand der insgesamt 70.000 Minenarbeiter umgerechnet fast 1,7 Milliarden Euro gekostet. Der Platinpreis fiel nach Bekanntwerden der Einigung um ein Prozent.

Das an Rohstoffen reiche Südafrika verfügt über 80 Prozent der weltweiten Platinreserven. Bislang reichten jedoch die Lagerbestände aus, um Engpässe bei dem in etlichen Geräten verwendeten Edelmetall auszugleichen. Die beiden größten Platinfirmen der Welt, die Konzerne Anglo American Platinum und Impala Platinum, sind an der südafrikanischen Börse in Johannesburg notiert.

mxw/AFP/Reuters/AP



insgesamt 8 Beiträge
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Schweijk 23.06.2014
1. gut
gemacht Jungs, wehrt euch gegen diese miesem Ausbeuter. 20% mehr sind mit Sicherheit immer noch zu wenig.
bamesjond0070 23.06.2014
2. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen
was die Konzerne damit verdienen, und was unten ankommt. Eine Frechheit das Produkte aus Sklavenarbeit hier geduldet werden, ohne das wenigstens etwas dagegen unternommen wird. Nur zur Info: es gibt heute mehr Menschen die als Sklaven oder unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten als jemals zuvor. Und hier im Westen müssen wir uns dies bewusst sein, diese Menschen arbeiten für uns.
killi 23.06.2014
3. @#2
Ja sie arbeiten unter meist unmenschlichen Bedingungen (ob Gehalt oder Sklaverei) für uns. Aber wir sind, wenn wir ehrlich sind, froh darüber. Müssten wir doch auf etliche Luxusgüter verzichten, würden die Arbeitsbedingungen in Asien, Afrika und Südamerika unseren Standarts angepasst werden. Von aus unserer Sicht völlig überteuerten Technikgeräten bis hin zu Bananen welche zum neuen Kaviar der Gesellschaft verkommen würde. Es läuft so, die Mehrheit nimmt es nicht wahr, ein paar wenige beschweren sich, tolerieren es aber und ganz wenige beschweren sich und machen aktiv etwas dagegen. So dreht die Welt nunmal. Ändern müssen die Menschen in jenen Staaten etwas-nicht wir. So lautet der allgemeine Tenor im Westen. Und die Menschen dort sind froh, überhaupt Arbeit zu haben...
DenkZweiMalNach 23.06.2014
4. Neues Politik- und Wirtschaftsmodell
Die Real-Löhne für normale Arbeitnehmer sinken in Europa ebenfalls massiv. Für Brot reicht es noch, aber wer kann sich noch ein Haus bei München leisten, für das einst ein einfacher Eisenbahnerlohn langte? Aber wichtiger ist ja in D der Kampf gegen "Rassismus", bei dem vorsorglich alle Kommentarfunktionen gesperrt werden.
dr doolittle 23.06.2014
5. .
Das war kein Streik mit zivilisierten Verhandlungen wie man das von Europa oder USA kennt, sondern Erpressing der Regierung sowie der Arbeitgeber und Arbeitern, die anderen Gewerkschaften angehören und arbeiten wollten, durch AMCU, EINE NEUE Gewerkschaft die sich lukrative Pfründe sichern will und sich weigert, die ausgehandelten Tarifabschlüsse im Platinbergbau anzuerkennen. Nicht-streikende, arbeitswillige Arbeiter wurden mit Todesdrohungen gegen sie selber sowie ihre Familien daran gehindert, zu arbeiten. Ihre Häuser wurden mit Benzinbomben angezündet, arbeitswillige Arbeiter in Stücke gehackt als Lehre für andere, Kommunalpolitiker, die sich gegen den Streik aussprachen, auf offener Strasse erschossen usw. Die Folge? Hungernde Familien, denn es gilt der Grundsatz: no work no pay, auch für Nichtstreikende Arbeiter. In einer Gesellschaft, in der ein Arbeiter mindestens 2 Frauen mit jeweils durchschnittlich 4 Kindern unterhält, verursacht der Komplettausfall des Alleinverdiener-Einkommens richtiges Elend! Die Gewerkschaft muss keine Gewerkschaftskasse halten, aus der die Streikenden bezahlt werden - die Beiträge steckt sich AMCU Führer Mathunwa in die eigene Tasche, er besitzt mittlerweile mehrere luxuriöse Häuser, 6 BMW's und seine Kinder gehen auf teure Privatschulen, während die Kinder der streikenden und nichtstreikenden Minenarbeiter richtig hungern und seit Monaten keine Schule mehr besuchen können. Kommentar der Gewerkschaft dazu? Zitat: und wenn Euere Kinder verhungern und sterben aufgrund des Streikes, kein Problem, dann macht Ihr eben neue Kinder. Zitatende. Menschenleben zählen nicht viel! Kaum Unterstützung in Südafrika für die Streikforderungen, die z.T. bei 100% Erhöhung lagen bei absolut minimaler Produktivität der Arbeiter. Leute ohne Schulbildung, die z.T. nicht lesen und schreiben können und Tätigkeiten wie Strebe fegen oder Türen unter Tage auf- und zuschließen, forderten weitaus höhere Gehälter und Zusatzleistungen als zB Lehrer. Ein Witz! Bisher werden diese Tätigkeiten nicht mechanisiert, um Arbeitsplätze zu schaffen, aber eine Folge dieses Streiks und der Ergebnisse wird sein, dass marginal profitable Schächte geschlossen und Tausende Minenarbeiter entlassen werden. Das betrifft auch die Nachbarstaaten aus denen sehr viele der Bergleute stammen. Ich hätte von Spon eine differenziertere Berichterstattung erwartet als diesen offensichtlich manipulierten ideologisch gefärbten Artikel hier, ohne Hintergrundinformation. Hauptsache, er passt in das Bild das sich der linke deutsche Gutmensch von der Welt macht. Btw, ich bin in einem Zulieferbetrieb für den Bergbau in Südafrika beschäftigt, und wir haben, als Folge der Streiks und Lohndispute der letzten zwei Jahre mehr als 2 Drittel unserer Beschäftigten entlassen müssen, das sind die Auswirkungen, welche die Bevölkerung betrifft und die niemand beschreibt.
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