Swatch-Erbin Nayla Hayek hält Frauenquote für diskriminierend

Gier auf schnelles Geld und schlechte Beratung: Im Gespräch mit dem SPIEGEL geht Nayla Hayek, Erbin des Swatch-Uhren-Imperiums, hart mit der Finanzbranche ins Gericht und kritisiert die Forderung nach einer Frauenquote.

Swatch-Uhren: Keine Frauenquote in dem Schweizer Erfolgsunternehmen
AFP

Swatch-Uhren: Keine Frauenquote in dem Schweizer Erfolgsunternehmen


Nayla Hayek, Verwaltungsratspräsidentin der Schweizer Swatch Group, übt scharfe Kritik an der Bankenbranche: "Seit geraumer Zeit scheint die Gier nach dem schnellen Geld doch eher dazu geführt zu haben, dass man als Kunde in Geschäfte gedrängt wird, von denen die Banker selbst zu wenig verstehen", sagte die 60-Jährige in einem Gespräch mit dem SPIEGEL. Hayek gilt als eine der mächtigsten und reichsten Frauen der Schweiz.

Im Grunde plage sie als Unternehmerin "der gleiche Ärger wie wohl viele Kleinsparer: Wir wollen korrekt beraten werden." Die zurzeit oft diskutierte Trennung klassischer Geschäftsbanken vom Investmentbanking halte sie für "absolut sinnvoll. Da könnten manche Gefahren und Risiken vielleicht eher beherrschbar werden". Die Swatch Group hat die Schweizer Großbank UBS vor geraumer Zeit wegen vermeintlicher Falschberatung verklagt. Das Verfahren läuft noch.

Dass ein Londoner UBS-Händler jüngst 2,3 Milliarden Euro verzockt hat, erfülle sie nicht mit Schadenfreude, "weil solche Skandale letztlich die Schweiz als Ganzes treffen", sagte Hayek und fügte hinzu: "Das kann mich nicht glücklich machen. Es ist doch grauenhaft, sich vorstellen zu müssen, dass solche Desaster vielen Instituten jeden Tag widerfahren können".

Hayek misstraut indes nicht nur den Banken, sondern auch den Debatten um Frauenquoten: "Ich halte eine Frauenquote, ehrlich gesagt, für diskriminierend. Wo hört das mit den Quoten dann auf? Mir kommen die immer ein bisschen vor wie - verzeihen Sie - Behindertenhilfe." Die Swatch Group habe "von jeher viele Frauen beschäftigt - auch in Führungspositionen". Schon ihr Vater, der im vergangenen Jahr verstorbene Unternehmer Nicolas Hayek, habe "nie nach Geschlecht unterschieden, sondern nur nach Leistung".

Die Geschäftsaussichten ihres Uhrenkonzerns sieht Hayek im SPIEGEL-Interview positiv: "Aktuell läuft das Geschäft mit allen unseren Marken wieder sehr gut" - auf allen Märkten.

mak



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insgesamt 6 Beiträge
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mitbestimmender wähler 27.11.2011
1. Danke Swatch
Swatch zieht Steuersitz als 2. Grösster Exporteur von der Insel Madeira (Portugal) ab und zieht in die Heimat Schweiz um. Wie einige Schweizer Internationalen Konzernen auch zeigt Swatch nun der EU und ihren Steuerparadiesen den Rücken mit der Rückkehr in die Schweiz. Schweizer Versicherer, Berater, Handels, Rohstoff, Finanz Konzerne hatten in Verlaufe eines Jahres nun schon weit über 1000 Arbeitsplätze aus NL/GB/P Inseln der EU in die Schweiz und Singapur oder Shanghai verlegt.... Gut so lockt die CH Konzerne in die Schweiz oder nehmt sie aus der EU nach Asien. Die Brüsseler haben diese Steuergelder nicht mehr verdient.
tylerdurdenvolland 28.11.2011
2. ...
Zitat von sysopGier auf schnelles Geld und*schlechte Beratung: Im Gespräch mit dem SPIEGEL geht Nayla Hayek,*Erbin des Swatch-Uhren-Imperiums, hart mit der Finanzbranche ins Gericht und kritisiert die Forderung nach einer Frauenquote. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,800203,00.html
Man kann Frau Hayek da zu 100% zustimmen, jeder denkende Mensch begreift sofort, dass die Quote diskriminierend ist. Leider gibt es aber von denkenden Menschen zu wenig. Eine Frauenquote bestätigt im Grunde, dass Frauen eine solche nötig haben, was eigentlich selber diskriminierend wäre, wenn es denn nicht einfach nur die simple Wahrheit wäre. Eine intelligente Frau sollte asehr verärgert reagieren, wenn Politiker von Quoten reden, sie sollten zutiefst beleidigt sein. Dass sie das nicht sind, besagt natürlich auch einiges.....
montaxx 28.11.2011
3. Sie hätten...
Zitat von mitbestimmender wählerSwatch zieht Steuersitz als 2. Grösster Exporteur von der Insel Madeira (Portugal) ab und zieht in die Heimat Schweiz um. Wie einige Schweizer Internationalen Konzernen auch zeigt Swatch nun der EU und ihren Steuerparadiesen den Rücken mit der Rückkehr in die Schweiz. Schweizer Versicherer, Berater, Handels, Rohstoff, Finanz Konzerne hatten in Verlaufe eines Jahres nun schon weit über 1000 Arbeitsplätze aus NL/GB/P Inseln der EU in die Schweiz und Singapur oder Shanghai verlegt.... Gut so lockt die CH Konzerne in die Schweiz oder nehmt sie aus der EU nach Asien. Die Brüsseler haben diese Steuergelder nicht mehr verdient.
Sie hätten Ihren EU-Hass auch kürzer zum Ausdruck bringen können.Grund für den Madeira-Rückzug ist nicht EU-Abneigung,sondern schlicht die Tatsache,dass dort in Kürze höhere Steuern fällig werden.Da kann Swatch ja gleich einfacherweise einen Briefkasten in der Heimat,etwa im einschlägig berüchtigten Kanton Zug aufmachen.
idiomatic.german 28.11.2011
4. Argumentation für Dummies
Zitat von tylerdurdenvollandMan kann Frau Hayek da zu 100% zustimmen, jeder denkende Mensch begreift sofort, dass die Quote diskriminierend ist. Leider gibt es aber von denkenden Menschen zu wenig. Eine Frauenquote bestätigt im Grunde, dass Frauen eine solche nötig haben, was eigentlich selber diskriminierend wäre, wenn es denn nicht einfach nur die simple Wahrheit wäre. Eine intelligente Frau sollte asehr verärgert reagieren, wenn Politiker von Quoten reden, sie sollten zutiefst beleidigt sein. Dass sie das nicht sind, besagt natürlich auch einiges.....
Kann man, muss man aber nicht. Und auch als 'denkender' Mensch (ist auch sehr nett formuliert, jeder Mensch 'denkt', das sagt aber gar nichts darüber aus wie oder worüber er denkt) bzw. intelligente Frau kann man Frau Hayek widersprechen. Ich bin durchaus ein Befürworter der Frauenquote und denke doch, dass ich durchaus intelligent bin. Vielleicht sollten Sie nicht jeder Meinung, die von Ihrer abweicht die Intelligenz absprechen, v.a. Dingen wenn Ihre Aussagen selbst nicht so klug formuliert sind.
Jobuch 28.11.2011
5. Ich kenne genügten richtig gute Frauen in besten Positionen
und wenn man denen mit Frauenquote kommt, machen sie nur eine wegwerfende Handbewegung mit den Worten: "Das ist für die, die's nötig haben, sich zu profilieren und die es ohne Quote selbst nie schaffen würden." Ein Frau ist nicht per se für einen Job geeignet, nur weil sie eine Frau ist - das gilt aber umgekehrt genauso für Männer. Wieviel Weicheier, Nichtskönner, Mitläufer und Ausnutzer laufen mir ständig über den Weg. Bei den Frauen gibt es da weniger, aber nur einfach deshalb, weil die, die in entscheidende Positionen gekommen sind, dies meist durch Fähigkeit geschafft haben. Ich kann den Frauen, die dies erreicht haben, nur raten: Wehrt Euch gegen Quotenregelungen, sonst werdet Ihr selbst irgendwann ein Opfer der Quote. Wenn tatsächlich eine Quote käme und es würden Strafen eingeführt, für Unternehmen, die die Quote nicht erfüllen, würde ich lieber Strafe zahlen, als unfähige Frauen in Führungspositionen zu heben, nur daß die Quote erfüllt ist. Überhaupt: Wenn der Staat (Leyen/Schröder) sowas anstrebt, sollen die beiden Damen erstmal in den eigenen Ministerien eine Quote einführen und gucken, was dabei rauskommt.
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