Danske-Bank-Skandal Swedbank-Aktie bricht wegen Geldwäschevorwürfen ein

Die schwedische Swedbank soll in den Geldwäscheskandal um die Danske Bank verstrickt sein. Jetzt ermitteln die Behörden. Die Aktie des Unternehmens verlor inzwischen mehr als ein Viertel ihres Werts.

Swedbank-Logo (Archiv)
REUTERS

Swedbank-Logo (Archiv)


Wegen Geldwäschevorwürfen gerät auch die schwedische Swedbank verstärkt unter Druck von Behörden und Investoren. Die Finanzaufseher in Schweden und Estland nahmen gemeinsame Ermittlungen gegen das Finanzinstitut auf, teilten die Behörden mit. Auch Litauen beteilige sich an der Untersuchung.

Die Swedbank-Aktie verlor im Handelsverlauf rund zehn Prozent. Wegen der Vorwürfe haben die Swedbank-Papiere binnen zwei Tagen ein Viertel ihres Werts eingebüßt.

Der öffentlich-rechtliche Sender SVT hatte berichtet, im Geldwäscheskandal um die Danske Bank seien auch bei der Swedbank verdächtige Transaktionen gefunden wurden. Der schwedische Pensionsfonds AMF - einer der größten Aktionäre des Instituts - forderte eine unabhängige Untersuchung.

Finanzaufsicht nimmt Vorwürfe "sehr ernst"

Die Swedbank beauftragte daraufhin das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen EY damit. Die in dem TV-Bericht erhobenen Vorwürfe seien "sehr ernst", sagte der Chef der schwedischen Finanzaufsicht, Erik Thedeen.

Die Swedbank ist das größte Geldhaus im Baltikum und erwirtschaftet knapp ein Fünftel der Erträge in Estland, Lettland und Litauen. Sie zählt in den drei Ländern insgesamt 3,3 Millionen Privatkunden und 300.000 Firmenkunden.

Im Zentrum des Geldwäscheskandals steht die Filiale der Danske Bank in Estland. Eine interne Untersuchung des Instituts hatte ergeben, dass der größte Teil des zwischen 2007 und 2015 über die dortige Niederlassung geflossenen Geldes von insgesamt 200 Milliarden Euro verdächtig gewesen sei. Das Geld kam unter anderem aus Russland und anderen ehemaligen Teilrepubliken der früheren Sowjetunion.

Swedbank-Verwaltungsrat stärkt Konzernchefin den Rücken

Der Swedbank-Verwaltungsrat stellte sich hinter Konzernchefin Birgitte Bonnesen. Man habe volles Vertrauen, dass Bonnesen und der Vorstand sich auf die Lösung dieses Themas konzentrieren würden, sagte Verwaltungsratschef Lars Idermark.

Bonnesen hatte in der Vergangenheit wiederholt erklärt, bei internen Untersuchungen seien keine Verbindungen zum Geldwäscheskandal bei der Danske Bank gefunden worden. Am Mittwochabend war sie etwas zurückgerudert und hatte gesagt, sie sei zwar zuversichtlich, dass die Vorkehrungen des Instituts gegen Geldwäsche funktionieren. Sie könne aber nicht ausschließen, dass verdächtige Transaktionen übersehen wurden.

Anleger fürchten vor allem, dass sich wie bereits bei der Danske Bank die US-Behörden in die Ermittlungen einschalten und damit hohe Forderungen aus den USA auf das Institut zukommen könnten.

brt/Reuters

zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.