Verdacht auf Suizid: Swisscom-Chef Carsten Schloter tot aufgefunden

Als Chef von Swisscom war Carsten Schloter erfolgreich, privat musste er Rückschläge ertragen. Nun ist der 49-jährige Deutsche tot. Die Ermittler gehen von einem Suizid aus.

Manager Schloter (2012): Erfolg im Job, private Rückschläge Zur Großansicht
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Manager Schloter (2012): Erfolg im Job, private Rückschläge

Hamburg - Die Swisscom trauert um ihren Konzernchef. Der Manager Carsten Schloter ist am Dienstagmorgen an seinem Wohnort im Raum Freiburg tot aufgefunden worden. Das bestätigte der Konzern.

Der gebürtige Bayer wurde 49 Jahre alt. Er hinterlässt drei Kinder. Die Polizei vermutet, dass Schloter Suizid beging. Genauere Angaben wurden aus Rücksicht auf seine Familie nicht gemacht.

Schloter arbeitete seit 2000 für Swisscom, den größten Schweizer Telekomanbieter. Er leitete dort zunächst die Mobilsparte; 2006 wurde er zum Konzernchef ernannt. Schloter setzte sich stets für ein hohes Innovationstempo ein.

Auch er selbst galt bei der Swisscom als innovativ, berichtet die Schweizer Nachrichtenagentur sda. Das galt insbesondere für seinen Führungs- und Arbeitsstil. So führte er in dem Schweizer Unternehmen unter anderem ein, dass sich alle Mitarbeiter duzen. Ein eigenes Büro hatte der Chef nicht - was er damit begründete, dass er ohnehin viel Zeit in Sitzungen verbringe. Dank der modernen Telekommunikation könne er ohnehin von überall aus arbeiten.

Vor seiner Laufbahn bei der Swisscom hatte Schloter in verschiedenen Funktionen bei Mercedes-Benz France und beim deutschen Handy-Dienstleister Debitel gearbeitet; Debitel wurde später von Swisscom übernommen.

Privat musste Schloter Rückschläge hinnehmen. Seit dem Jahr 2009 lebte er getrennt von seiner Ehefrau und seinen Kindern. Gegenüber der Schweizer Zeitung "Blick" bezeichnete er die Trennung als einschneidendes Ereignis. In anderen Interviews räumte er ein, er habe sich zu wenig Zeit für die Familie genommen.

In einem Gespräch mit der Zeitung "Schweiz am Sonntag" sagte er unlängst, dass er immer größere Schwierigkeiten habe, zur Ruhe zu kommen und das Tempo herunterzunehmen.


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ssu/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 18 Beiträge
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1.
**Kiki** 23.07.2013
Zitat von sysopAls Chef von Swisscom war Carsten Schloter erfolgreich, privat musste er Rückschläge ertragen. Nun ist der 49-jährige Deutsche tot. Die Ermittler gehen von einem Selbstmord aus. Swisscom: Carsten Schloter begeht vermutlich Selbstmord - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/swisscom-carsten-schloter-begeht-vermutlich-selbstmord-a-912680.html)
Auf die Gefahr hin, mich als ahnungslos zu outen: Bietet das denn irgendwelchen Diskussionsstoff? Ich kannte den Namen nicht, wer auch immer er also war, möge er den Frieden nun gefunden haben, auf den er im Leben offenbar nicht mehr hoffte.
2. Kanton Freiburg
jottlieb 23.07.2013
Damit keine Missverständnisse enstehen: Schloter hat im Kanton Freiburg/Fribourg gewohnt. Nicht in Freiburg im Breisgau.
3.
Justitia 23.07.2013
Zitat von **Kiki**Auf die Gefahr hin, mich als ahnungslos zu outen: Bietet das denn irgendwelchen Diskussionsstoff? Ich kannte den Namen nicht, wer auch immer er also war, möge er den Frieden nun gefunden haben, auf den er im Leben offenbar nicht mehr hoffte.
Zunächst möchte ich zum Ausdruck bringen, dass ich diese Meldung kaum glauben kann, denn Carsten Schloter war mir durch diverse Auftritte im Schweizer Fernsehen bekannt und er hat auf mich stets den Eindruck eines positiv denkenden, willensstarken, erfolgreichen und dennoch sehr menschlichen Topmanagers gemacht. Aus meiner Sicht eine Person, die auf sehr positive Weise mit deutscher Nationalität in der Schweiz aufgetreten war. Daß ihn eine Sache so treffen konnte, daß er sich zum Selbstmord entschließt, hätte ich aufgrund dieses (sicherlich nur oberflächlichen) Eindrucks nicht für möglich gehalten. Aber vielleicht wird durch nachfolgende Informationen sein Entschluß erklärbarer. Jedenfalls R.I.P., Carsten Schloter! Grund zur Diskussion gibt unter anderem, daß sich in kurzer Zeit 3 Top-CEOs das Leben genommen haben.
4. @Justitia
Lothi 23.07.2013
Welche CEOs meinen Sie? Viele Grüße
5.
Justitia 23.07.2013
Zitat von LothiWelche CEOs meinen Sie? Viele Grüße
Hallo Lothi, die von mir erwähnte "kurze Zeit" muß ich doch etwas relativieren, es sind einige Jahre. Ich meine die ehemailgen CEOs von Julius Bär und Ricola, nämlich Axel Widmer und Adrian Kohler. Kohler begann 2011 und Widmer 2008 Suizid. Warum? Schon der dritte Suizid eines Schweizer CEO (http://www.blick.ch/news/wirtschaft/schon-der-dritte-suizid-eines-schweizer-ceo-id2382028.html) ebenfalls viele Grüße!
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