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Agrochemie-Konzern: China bietet 43 Milliarden Dollar für Schweizer Konzern Syngenta

Syngenta-Zentrale in Basel: Angebot über 43 Milliarden Dollar aus China Zur Großansicht
AFP

Syngenta-Zentrale in Basel: Angebot über 43 Milliarden Dollar aus China

Es wäre es der bisher größte chinesische Zukauf im Ausland: Der Staatskonzern ChemChina will den Schweizer Agrochemie-Konzern Syngenta für mehr als 43 Milliarden Dollar kaufen. Allerdings müssen EU- und US-Behörden noch zustimmen.

Der größte chinesische Chemiekonzern will den Schweizer Agrarchemie-Anbieter Syngenta übernehmen. Die staatliche China National Chemical Corporation - kurz ChemChina - bietet 465 Dollar je Syngenta-Aktie in bar und zusätzlich eine Sonderdividende, wie beide Unternehmen mitteilten. Damit wird der Schweizer Konzern mit über 43 Milliarden US-Dollar bewertet. Sollten Aktionäre und Behörden der Übernahme zustimmen, wäre es der bisher größte chinesische Zukauf im Ausland.

Bereits seit einiger Zeit hatte es Spekulationen über einen entsprechenden Deal gegeben. Noch im August hatte der Verwaltungsrat von Syngenta eine 46 Milliarden Dollar schwere Übernahmeofferte des US-Konkurrenten Monsanto zurückgewiesen - mit Verweis auf "zu viele Risiken bei der Umsetzung und Fragen des Wettbewerbs".

Einige Wochen später wurde dann ChemChina als möglicher Übernahmeinteressent ins Spiel gebracht. In der aktuellen Mitteilung empfiehlt der Syngenta-Verwaltungsrat seinen Aktionären, das Angebot anzunehmen. Es respektiere die Interessen aller Stakeholder von Syngenta, begründet das Gremium die Empfehlung.

Die Übernahme würde das chinesische Staatsunternehmen mit 140.000 Mitarbeitern zu einem wichtigen Mitspieler in der weltweiten Agrochemie-Branche für Insektenvernichtungsmittel und genetisch verändertes Saatgut machen.

Krauss-Maffei und Pirelli gehören ChemChina bereits

Ob das Geschäft aber tatsächlich zustande kommt, hängt nicht nur vom Willen der beiden Unternehmen und ihrer Anteilseigner ab. In der EU und den USA muss die Übernahme einen möglicherweise langwierigen Genehmigungsprozess durchlaufen. Dabei ist eine Kernfrage, ob das amerikanische Komitee für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS) zustimmen muss.

Das US-Aufsichtsgremium, das Übernahmen auch unter dem Gesichtspunkt der nationalen Sicherheit prüft, gilt als nicht besonders chinafreundlich. Syngenta macht schätzungsweise ein Viertel seines Umsatzes in den USA, wo der Konzern der führende Pestizidverkäufer ist.

Der Kauf von Syngenta wäre ein wichtiger Schritt in der Strategie Chinas, die Entwicklung seiner Landwirtschaft durch moderne Methoden wie Biotechnologie und eine Konsolidierung der Branche zu beschleunigen. Im Januar hat ChemChina bereits den deutschen Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei für 925 Millionen Euro übernommen. Es war die bisher größte chinesische Übernahme in Deutschland. Vor knapp einem Jahr hatte ChemChina auch die traditionsreiche italienische Reifenfirma Pirelli für mehr als sieben Milliarden Euro gekauft.

fdi/dpa

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insgesamt 22 Beiträge
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1. China hin China her
5b- 03.02.2016
Man sollte generell weniger Riesenkonzerne zulassen. Das gilt besonders wenn diese agro drauf sind.
2. Bedenket die Folgen
AusVersehen 03.02.2016
Liebe Schweizer, bedenkt die Folgen: bei fast allen Unternehmensverkäufen an China hatte das 1.) die Verlagerung der Patente nach China 2.) die Verschiffung wichtiger Maschinen und Hochtechnologien nach China 3.) die Verlagerung des Know-Hows und der Kompetenzen nach China und somit letztendlich 4.) einen massiven Arbeitsplatzverlust, bis hin zur Schließng der Firma zur Folge.
3. Bei dem bestehenden
eisbaerchen 03.02.2016
Umweltbewusstsein in China muss man schlimmstes befürchten was die mit Hilfe der Expertise von Syngenta anstellen werden...ach ja, und an dieser Übernahmeabsicht sieht man deutlich, wie schlecht es der chinesischen Wirtschaft doch geht...
4. Interessant!
christian0061 03.02.2016
Da entscheidet ein US-Aufsichtsgremium ob ein chinesischer Konzern eine schweizer Firma kaufen darf?
5. da die Maastricht-Verträge
archi47 03.02.2016
eine strikte Privatisierung aller nicht eng hoheitlichen Tätigkeiten einfordert, kann ich mir nicht vorstellen, daß es legal wäre, Privatunternehmen mit EU-Assets an Nicht-EU-Staaten zu verkaufen. Dann wäre diese EU-Grundregel per Präjudiz abgeschafft und die Kommunen hier können sich auch wieder in der Privatwirtschaft tummeln, analog China.
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