Messe in Las Vegas T-Mobile-Chef fliegt bei Party der Konkurrenz raus

Die Deutsche Telekom kämpft in den USA um Marktanteile. Dafür greift selbst der Firmenchef zu Guerilla-PR: John Legere tauchte im Magenta-Shirt auf einer Party des Konkurrenten AT&T auf - und ließ sich öffentlichkeitswirksam hinauswerfen.

T-Mobile-USA-Chef Legere: "Dann kamen plötzlich die Gorillas"
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T-Mobile-USA-Chef Legere: "Dann kamen plötzlich die Gorillas"


Las Vegas - Der Konkurrenzkampf der US-Mobilfunkanbieter wird mit harten Bandagen geführt. John Legere, Chef der Telekom-Tochter T-Mobile US, bekam das am Rande der Elektronikmesse in Las Vegas zu spüren: Er kreuzte am Montag auf einer Party des Rivalen AT&T auf und wurde kurz nach seiner Entdeckung hinausgeworfen.

"Ich wollte nur Macklemore hören", sagte Legere dem Tech-Blog Re/Code. Der US-Rapper hatte einen Auftritt auf der Party. "Dann kamen plötzlich diese riesigen Gorillas."

Allerdings hatte Legere auch viel dafür getan, entdeckt zu werden: Er trug unter seiner Lederjacke ein T-Shirt in der aufälligen Firmenfarbe Magenta. Zudem ließ er sich bereitwillig fotografieren. Kurz nachdem der CNET-Reporter Roger Cheng das Bild über den Kurznachrichten-Dienst Twitter verbreitet hatte, wurde Legere hinausgeführt.

Verkauf an AT&T war an Wettbewerbshütern gescheitert

Der T-Mobile-Chef wirbelt seit Monaten die Branche durcheinander, indem er mit neuen Tarifen und aggressiver Werbung den Rivalen die Kunden abspenstig macht. Zugleich baut die Telekom-Tochter ihr bisweilen noch löchriges Netz in den USA aus.

Am Montag gab das Unternehmen bekannt, Frequenzen vom Marktführer Verizon Wireless zu übernehmen. Für einen Block von 700 Megahertz-Frequenzen zahlt T-Mobile USA insgesamt 3,3 Milliarden Dollar. So soll unter anderem der Empfang im ländlichen Raum und innerhalb von Gebäuden verbessert werden.

Die Deutsche Telekom hatte ursprünglich versucht, ihre Tochter an AT&T zu verkaufen. Allerdings hatten die Wettbewerbshüter im Land das Geschäft untersagt, weil sie steigende Preise fürchteten. T-Mobile US ist nun selbst an der Börse notiert. Die Telekom hält nach früheren Angaben 67,5 Prozent der Anteile.

cte/dpa

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FairPlay 07.01.2014
1. Das hat sich längst
auch nach Amerika herum gesprochen was für ein Abzocker Verein die Terrorkom pardon, Tellekom ist. Das kann der mit dummen Deutschen machen aber nicht mit ausgeschlafenen Amerikanern.
mielforte 07.01.2014
2. Das schlechte Image der Deutschen Telekom
wurde seinerzeit auch durch amerikafreundliche TV-Sender, wie z.B. RTL gefördert, in dem man eine eigene Rubrik "Ärger mit der Telekom" erfand und sehr lange sendete. Viele werden sich an das öffentlichkeitswirksame Verlesen von Kundenbeschwerden erinnern. Die Telekom war Monopolist und mußte zerschlagen werden. Nun ja, den Rest kennen wir.
auszuhändigen 07.01.2014
3. Preise
Wenn der Verkauf an AT&T wegen der Gefahr von Preisdiktaturen untersagt wurde und die Telekom jetzt den Markt mit aggressiven Preisen angeht hat man wohl alles richtig gemacht. Daumen hoch!
LoremIpsumLarifari 07.01.2014
4. Vor ...
... einigen Jahren zu diversen Billiganbietern gewechselt, um ein paar Euro zu sparen. Nach Pleiten, Pech und Pannen wieder zurück zur Telekom und T-Mobile. Seit 5 Jahren zahle ich wieder mehr, aber alles funktioniert. Kann das schlechte Image nicht verstehen. Teuer aber zuverlässig.
Bronko 07.01.2014
5. @FairPlay
Haha ausgeschlafene Amerika - bekannt für ihre Wettbewerbsfreiheit und aufgeklärte Kapitalismuskritiker...
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