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Unternehmenskultur: T-Mobile veranstaltet Trinkspiel mit Analysten

T-Mobile-Chef Legere (M.), Manager bei Analystenkonferenz (YouTube-Screenshot): Magenta-Sombrero - zweimal trinken! Zur Großansicht
YouTube/ T-Mobile

T-Mobile-Chef Legere (M.), Manager bei Analystenkonferenz (YouTube-Screenshot): Magenta-Sombrero - zweimal trinken!

Kennzahlen, Strategien, Prognosen: Analystenkonferenzen bei Konzernen sind oft extrem trocken. Zu trocken, findet T-Mobile. Die US-Tochter der Telekom hat ihr Meeting kurzerhand zum Trinkspiel umfunktioniert.

Gewöhnlich sind Telefonkonferenzen für Analysten furchtbar langweilige Ereignisse. Wenn ein Konzernchef neue Geschäftszahlen bekannt gibt und sich gemeinsam mit dem Finanzvorstand den kritischen Fragen von Analysten stellt, ist Seriosität oberste Pflicht.

Ganz anders ging diesmal allerdings T-Mobile-Chef John Legere die Sache an. Er und die Führungsriege des US-amerikanischen Mobilfunkbetreibers, der zu rund zwei Dritteln der deutschen Telekom gehört, machte das ansonsten knochentrockene Ereignis zum Trinkspiel.

Bereits vorab hatte T-Mobile die Regeln dafür per Pressemitteilung veröffentlicht: Jeder Teilnehmer der Telefonkonferenz sollte sich vorab mit genügend Getränken eindecken - angesichts der frühen Uhrzeit dürfte es sich dabei aber vor allem um Kaffee, Cola oder Wasser gehandelt haben.

Sollte etwa einer der T-Mobile-Manager die Phrase "auf den Kunden hören" dreschen: einmal trinken. Rutscht Konzernchef Legere ein Kraftausdruck mit vier Buchstaben ("S...") heraus: einmal trinken. Sollte Finanzchef Braxton Carter - sonst als Cowboyhut-Träger bekannt - diesmal einen magentafarbenen Sombrero aufsetzen: zweimal trinken! (Ja, er setzte ihn auf.)

Und gleich ganz auf ex mussten die Teilnehmer ihr Glas oder den Becher leeren, sollte einer der T-Mobile-Manager in Anzug oder mit Krawatte erscheinen - oder gar die Hauptkonkurrenten Verizon Chart zeigen und AT&T Chart zeigen loben. "Das wird nie passieren, aber für den Fall..." hatte die Presseabteilung dazu vermerkt.

Und die Spitzenmanager der Telekom-Tochter zogen das Trinkspiel wie angekündigt durch, wie auf YouTube zu besichtigen ist:

Gleich zu Beginn begrüßte der ohnehin für seine unkonventionellen Auftritte und Ausfälle bekannte Legere die Analysten: "Nehmen Sie Ihr bevorzugtes Morgengetränk und spielen mit. Wenn Sie nicht über sich selbst lachen können, könnten Sie auch Verizon sein." Er selbst hielt dabei seinen "Iced Coffee" hoch. (Hier finden Sie eine Abschrift der Konferenz.)

Die Seitenhiebe auf die Konkurrenz von Verizon und AT&T pflegt T-Mobile ohnehin seit Jahren. Der Mobilfunkmarkt in den USA ist extrem hart umkämpft, die Konzerne buhlen mit Kampfpreisen um Kunden und mit aufwendigen Werbespots um deren Aufmerksamkeit. Insbesondere T-Mobile-Chef John Legere ist für seine exzentrischen Angriffe und Auftritte bekannt. So tauchte er etwa Anfang 2014 auf einer Messeparty von AT&T auf, ohne Einladung und im magentafarbenen T-Shirt - und ließ sich öffentlichkeitswirksam hinauswerfen.

Das Trinkspiel zur eigenen Analystenkonferenz war im Übrigen bereits das dritte, zu dem T-Mobile in diesem Jahr aufrief, wie "Business Insider" berichtet. Zuvor hatte der Konzern für die Konferenzen der Konkurrenten Verizon und AT&T Trinkspiele ersonnen, die die Phrasen des Managements auf die Schippe nahmen.

Ach ja, Grund zur guten Laune dürften alleine die Geschäftszahlen von T-Mobile gegeben haben, um die es bei der Konferenz ja eigentlich ging. Unter dem Strich verdiente der Konzern im vergangenen Jahr 733 Millionen Dollar, mehr als dreimal so viel wie noch 2014.

fdi

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