Talfahrt an den Börsen Dax fällt auf Jahrestief

Die Verluste an den Börsen werden immer größer, auch in Deutschland: Der Dax ist in der ersten Handelsstunde um mehr als vier Prozent ins Minus gerutscht - unter die Marke von 5400 Punkten. Zuvor war schon der Nikkei-Index in Tokio abgesackt.

Händler in Frankfurt: Der Dax ist auf den tiefsten Stand seit November 2009 gefallen
REUTERS

Händler in Frankfurt: Der Dax ist auf den tiefsten Stand seit November 2009 gefallen


Frankfurt am Main - Rutscht die Weltwirtschaft in die Rezession? Die Frage treibt Händler an den Börsen um - und drückt die Kurse an den internationalen Märkten tief ins Minus: Der Dax Chart zeigen gab am Freitag in der ersten Handelsstunde bereits um mehr als vier Prozent nach - und fiel damit unter die Marke von 5400 Punkten. Damit erreichte der deutsche Leitindex den tiefsten Stand seit November 2009. Der MDax der mittelgroßen Werte rutschte um mehr als zwei Prozent ab, der Technologiewerte-Index TecDax sank um 3,2 Prozent.

Auch die Börsen in London, Paris und Mailand notierten im Minus. In Tokio war der Nikkei-Index Chart zeigen zuvor mit einem Abschlag von 2,5 Prozent auf 8719 Zähler aus dem Handel gegangen - das war der tiefste Stand seit Mitte März.

Am Vortag hatte der Dax den Handel mit einem Abschlag von 5,8 Prozent beendet - dem größten Minus seit 2008. "Die Märkte sind sehr ängstlich und verunsichert", sagte Stefan Chmielewski vom Brokerhaus Lang & Schwarz. Die Investoren fürchteten, dass sich die Weltkonjunktur deutlich abkühlen könnte. Am Vortag hatten vor allem enttäuschend ausgefallene US-Konjunkturdaten neue Rezessionsängste geschürt.

Gold kostet erstmals mehr als 1850 Dollar

So schloss auch der Dow Jones Chart zeigen in New York am Donnerstagabend um 3,7 Prozent tiefer bei 10.990 Punkten. Seit Ende vergangenen Monats, als der Abwärtstrend anfing, hat er damit knapp 14 Prozent eingebüßt.

Schon Ende Juli und Anfang August hatte eine regelrechte schwarze Serie die internationalen Börsen in die Tiefe gerissen. Die Dimension der Kurseinbrüche hat mittlerweile das Niveau vom Herbst 2008 erreicht - also die Zeit der schweren Finanzmarktkrise nach der Pleite von Lehman Brothers.

Angesichts der sinkenden Aktienkurse investierten viele Anleger einmal mehr ins vermeintlich sichere Gold Chart zeigen: In der Spitze kostete eine Feinunze (etwa 31 Gramm) des Edelmetalls 1852,75 Dollar. Damit wurde das Rekordhoch vom Vortag bei knapp 1830 Dollar deutlich übertroffen. Allein in der laufenden Woche hat der Goldpreis um gut 110 Dollar zugelegt - ein Plus von rund sechs Prozent.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) sank dagegen deutlich. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Freitag kostete ein Barrel (159 Liter) am Donnerstag im Schnitt 105,42 US-Dollar. Das waren 1,46 Dollar weniger als am Mittwoch. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

yes/dpa



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mats123 19.08.2011
1. Gejaule
Die Medien sollten nicht immer so mit den Börsen jaulen. Was ist schlimm daran, wenn der DAX sinkt? In den letzten zwei Jahren hatte sich der DAX verdoppelt, nun gibt es eine Gegenbewegung. Ist doch normal. Verbreitet nicht immer so eine Panik über die Medien.
rkinfo 19.08.2011
2. Wetten zum Börsen-Crash
Zitat von sysopDie Verlustserie an den Börsen geht weiter - auch in Deutschland: Der Dax startet mit einem Minus von 1,5 Prozent in den Handel. Zuvor war der Nikkei-Index in Tokio auf dem tiefsten Stand seit März geschlittert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,781135,00.html
Vor wenigen Tagen hat man zaghafte Aktionen gegen Leerverkäufe von Aktioen (= wüste Spekulationen zu Börsencrash) verboten. Jetzt haben die Spekulanten wohl per Computerhandel in der Ferienzeit mit deutlich weniger weltweiten Marktteilnehmern an der Börse es doch gepackt ihre Spekulationen erfolgreich durchzudrücken. Die Weltbörsen sind voll in Zockerhand und wohl weitgehend über Korruption mitgesteuert. Wir sollten diese verbrecherischen Spielcasinos hart mit Regeln versehen sonst können wir die nächste Weltkrise mitbezahlen.
Architectus 19.08.2011
3. Anleger machen sich Sorgen um.....
Wie lange plappern die Medien eigentlich noch den Unfug nach, den irgendwelche "Börsenexperten" von sich geben die heute den DAX abstürzen sehen, weil sie sich angeblich Sorgen um .... machen? In den Aktionen liegt keinerlei Rationalität, außer dem Antrieb, möglichst viel Gewinn OHNE Arbeit und OHNE Wertschöpfung AUSSCHLIESSLICH für die eigene (bereits volle) Tasche zu generieren. Sie könnten genauso gut schreiben, dass in China ein Sack Reis umgefallen ist und deshalb "die Anleger" Verkaufsorder gegeben haben... Hört bitte endlich auf, die Börsen so hoffnungslos über zu bewerten. Wenn eine Rezession kommt, dann als Folge eines panische Crashs und der Berichterstattung darüber, weil Sie damit die Menschen verunsichern. Schuld tragen dann in erster Linie die Medien.
prophet46 19.08.2011
4. Zockeraufstand
Zitat von rkinfoVor wenigen Tagen hat man zaghafte Aktionen gegen Leerverkäufe von Aktioen (= wüste Spekulationen zu Börsencrash) verboten. Jetzt haben die Spekulanten wohl per Computerhandel in der Ferienzeit mit deutlich weniger weltweiten Marktteilnehmern an der Börse es doch gepackt ihre Spekulationen erfolgreich durchzudrücken. Die Weltbörsen sind voll in Zockerhand und wohl weitgehend über Korruption mitgesteuert. Wir sollten diese verbrecherischen Spielcasinos hart mit Regeln versehen sonst können wir die nächste Weltkrise mitbezahlen.
Ich kann dem nur beispflichten. Der Berufshandel (Banken, Hedge Fonds usw.) nutzten die Ferienzeit, um in der handelsamrne Zeit über einer konzertiertrn Aktion die Kurse massiv herunter zu spekulieren (haircut!). Um die Leute in Panik und nicht in Wut zu versetzen, wird das Schuldenthema der Staaten als Grund genannt. Schulden hatten die Staaten schon immer. Italien, Belgien, Japan, alle hoch verschuldet. Na und? Etwas hatte das eingeschränkte deutsch Leerverkaufsverbot allerdings bewirkt. Viele dieser Spekulanten mußten am gleichen Tage ihre offenen Positionen über den Nachbörsehandel glatt stellen.
christiane006, 19.08.2011
5. Schein und Sein
Zitat von sysopDie Verlustserie an den Börsen geht weiter - auch in Deutschland: Der Dax startet mit einem Minus von 1,5 Prozent in den Handel. Zuvor war der Nikkei-Index in Tokio auf dem tiefsten Stand seit März geschlittert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,781135,00.html
der wirkliche Reichtum lässst sich nicht an den Börsen generieren, der wirkliche Reichtum liegt in unseren Kindern, Familien und Freunden begründet.
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