Tarifeinigung Chemiebeschäftigte bekommen mehr Geld

Mehr Lohn und ein "Quantensprung" beim Urlaubsgeld für die rund 580.000 Chemie-Beschäftigten: Gewerkschaft und Arbeitgeberverband haben sich auf ein neues Tarifpaket geeinigt.

Die Verhandlungsführer Georg Müller (Arbeitgeberverband) und Ralf Sikorski (IG BCE)
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Die Verhandlungsführer Georg Müller (Arbeitgeberverband) und Ralf Sikorski (IG BCE)


Die rund 580.000 Beschäftigten der deutschen Chemie-Industrie erhalten künftig höhere Gehälter und ein nahezu verdoppeltes Urlaubsgeld. Vertagt wurde hingegen die von der Gewerkschaft gewünschte Freizeit-Option.

Die Chemiebranche ist Deutschlands drittgrößter Industriezweig nach der Automobilindustrie und dem Maschinenbau.

"Der Chemie-Tarifabschluss ist alles andere als billig, aber er passt zur wirtschaftlichen Lage der Branche", kommentierte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Georg Müller. Das Tarifpaket sichere den Beschäftigten eine faire Teilhabe am Erfolg der Branche, sagte der Chef der Gewerkschaft IG Bergbau-Chemie-Energie ( IG BCE), Michael Vassiliadis.

Die wichtigsten Punkte des Tarifvertrags, der eine Laufzeit von 15 Monaten hat:

  • die Gehälter sollen um 3,6 Prozent steigen. Die Gewerkschaft bezifferte die erreichte Gehaltssteigerung auf 4,6 Prozent, unter Berücksichtigung der Steigerung für Lehrlinge. Auszubildende erhalten demnach bis zu 9 Prozent mehr Geld.
  • das Urlaubsgeld wird von 614 auf 1200 Euro angehoben, was laut Gewerkschaft besonders den unteren Lohngruppen zugutekommt.
  • Außerdem sollen die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 280 Euro erhalten. Diese kann allerdings von Betrieben ausgesetzt werden, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden.

Vertagt wurde die Forderung der Gewerkschaft auf mehr Selbstbestimmung der Arbeitnehmer bei der Arbeitszeit. Nach den Vorstellungen der IG BCE soll es möglich werden, statt des Urlaubsgeldes zusätzliche freie Tage in Anspruch zu nehmen.

Bei einer ähnlichen Tarifregelung der Deutschen Bahn AG hatten sich fast 60 Prozent der Beschäftigten für mehr Freizeit entschieden. Die Chemie-Arbeitgeber wollten eine Verringerung des Arbeitsvolumens nicht hinnehmen. Letztlich verabredeten die Tarifpartner, bis zu den kommenden Tarifverhandlungen zum Jahresende 2019 Lösungsvorschläge für modernere Arbeitsbedingungen zu erarbeiten.

kmy/AFP/dpa



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