Tarifrunde bei der Telekom: Beschäftigte erhalten 6,5 Prozent mehr Gehalt

Die Verhandlungen standen schon vor dem Scheitern, jetzt haben sich die Tarifparteien doch noch geeinigt: Die Mitarbeiter der Telekom haben ihre Forderung durchgesetzt. 50.000 Angestellte erhalten 6,5 Prozent mehr Gehalt. 

Telekom-Logo auf der Zentrale in Bonn: Lohnplus für 50.000 Angestellte Zur Großansicht
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Telekom-Logo auf der Zentrale in Bonn: Lohnplus für 50.000 Angestellte

Berlin/Bonn - Der Tarifkonflikt bei der Deutschen Telekom Chart zeigen ist beendet. Arbeitgeber und die Gewerkschaft Ver.di einigten sich am Montag in Berlin auf Gehaltserhöhungen für 50.000 Beschäftigte.

Demnach soll die Mehrheit der Tarifangestellten der Telekom Deutschland GmbH, zu der unter andererem Mobilfunk und Servicebetriebe gehören, während der Laufzeit von zwei Jahren 6,5 Prozent mehr Gehalt auf drei Stufen verteilt bekommen.

"Dieser Abschluss kann sich sehen lassen", sagte Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder. Er lobte die eindrucksvolle Kampfbereitschaft der Beschäftigten im Betrieb, ohne die das Gesamtergebnis nicht möglich gewesen wäre. Begleitet wurde die vierte Tarifrunde erneut von bundesweiten Warnstreiks. Ende April hatte Ver.di die Verhandlungen abgebrochen, nachdem der Konzern ein erstes Angebot vorgelegt hatte - das Management hatte zunächst eine Einkommensverbesserung von 3,5 Prozent angeboten.

In der vergangenen Woche war dann in Sondierungsgesprächen eine Annäherung erzielt worden. Nach einer schwierigen und langen Verhandlungsphase habe ein Kompromiss erzielt werden können, sagte Marion Schick, die als Vorstandsmitglied für Personal zuständig ist.

Rückwirkend zum 1. Mai werden die Gehälter um 2,3 Prozent sowie zum 1. Januar 2013 und zum 1. August 2013 um je 2,1 Prozent angehoben. Die Beschäftigten in den beiden unteren Lohngruppen erhalten rückwirkend zum 1. Februar 3 Prozent und dann in zwei Schritten je 2,1 Prozent. Die Laufzeit beträgt 24 Monate vom 1. Februar 2012 bis zum 31. Januar 2014.

Zudem trügen alle Beschäftigten im Hinblick auf den variablen Gehaltsanteil künftig ein deutlich geringeres Risiko. Für die 17.000 Beschäftigten der Konzernzentrale hatten die Tarifparteien bereits Ende April ebenfalls ein Lohnplus von 6,5 Prozent über zwei Jahre vereinbart. In der Tarifrunde 2012 wird bei der Telekom in drei Blöcken verhandelt. Die Verhandlungen zwischen der Geschäftskundensparte T-Systems und Ver.di sollen am 15. und 16. Mai fortgesetzt werden. Beobachter gingen am Abend davon aus, dass nach dem Abschluss von Berlin nun auch bei T-Systems ein erfolgreicher Tarifabschluss absehbar ist.

Der Konzern hatte im Februar enttäuschende Zahlen für 2011 vorgelegt. Angesichts stagnierender Umsätze in seinem Kerngeschäft kündigte das Unternehmen Mitte April den Start in neue Geschäftsfelder an. Künftig wollen die Bonner Blockheizkraftwerke anbieten und vernetzen.

bos/dpa/dapd

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1. ....
DerKritische 07.05.2012
Zitat von sysopDie Verhandlungen standen schon vor dem Scheitern, jetzt haben sich die Tarifparteien doch noch geeinigt: Die Mitarbeiter der Telekom haben ihre Forderung durchgesetzt. 50.000 Angestellte erhalten 6,5 Prozent mehr Gehalt. Tarifeinigung für 50.000 Mitarbeiter bei Telekom Deutschland - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,831879,00.html)
Wär in guten Zeiten ein ziemlich oderentlicher Zugewinn gewesen, wer aber Rechnen kann, weiss dass es heute nichts Besonderes mehr ist, denn: Geldmengenwachstum - Wirtschaftswachstum = Inflation, also 12,5% - 2,5% = 10% für 2012. Danach sieht die Rechnung nicht mehr so gut aus. Das Geldmengenwachstum steuert die EZB, indem sie Billionen Euro auf den Markt wirft. Eigentlich wäre sie eher zur Stabilisierung des Euros verpflichtet. Sie ist aber längst zur Hure der Politik verkommen, und hat jedwede Glaubwürdigkeit verspielt.
2. Reißerische Schlagzeile.
debreczen 07.05.2012
Zitat von sysopDie Verhandlungen standen schon vor dem Scheitern, jetzt haben sich die Tarifparteien doch noch geeinigt: Die Mitarbeiter der Telekom haben ihre Forderung durchgesetzt. 50.000 Angestellte erhalten 6,5 Prozent mehr Gehalt. Tarifeinigung für 50.000 Mitarbeiter bei Telekom Deutschland - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,831879,00.html)
Erstens: man erfährt nach ein paar Zeilen, daß es ein Staffelvertrag über zwei Jahre ist. Wie hoch liegt dann die Realerhöhung über der Inflationsrate der zwei Jahre Laufzeit? Zweitens: wann hatten die vorher die letzte Lohnerhöhung? Rechnet man von dem Zeitpunkt ab, um wieviel liegt dann die (abgezinste) Gesamterhöhung aus der Perspektive 2014 unter der Inflationsrate?
3. Rechenkünstler
old_spice 08.05.2012
Zitat von sysopDie Verhandlungen standen schon vor dem Scheitern, jetzt haben sich die Tarifparteien doch noch geeinigt: Die Mitarbeiter der Telekom haben ihre Forderung durchgesetzt. 50.000 Angestellte erhalten 6,5 Prozent mehr Gehalt. Tarifeinigung für 50.000 Mitarbeiter bei Telekom Deutschland - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,831879,00.html)
Ich bin zwar nicht der fitteste in Mathe, aber 6,5% auf 24 Monate ist etwas weniger als 3,25% p.a. Abzüglich der Inflationsrate von aktuell geschätzten 2,3% hat die Telekom Gewerkschaft somit bemerkenswerte 0,9% erstritten. Damit dürfte ein dicker Bonus für die oberen Etagen sicher sein.
4.
geishapunk 08.05.2012
Zitat von old_spiceIch bin zwar nicht der fitteste in Mathe, aber 6,5% auf 24 Monate ist etwas weniger als 3,25% p.a. Abzüglich der Inflationsrate von aktuell geschätzten 2,3% hat die Telekom Gewerkschaft somit bemerkenswerte 0,9% erstritten. Damit dürfte ein dicker Bonus für die oberen Etagen sicher sein.
In der Tat, nicht fit in Mathe. Inflation hin, Inflation her, die Telekom muß 6,5%, bzw eigentlich sogar etwas mehr aufgrund des Zinseszinseffekts, bezahlen. @debreczen Auf Ihre zweite Frage kann ich Ihnen eine Antwort geben: letztes Jahr.
5. trotzdem
old_spice 09.05.2012
Zitat von geishapunkIn der Tat, nicht fit in Mathe. Inflation hin, Inflation her, die Telekom muß 6,5%, bzw eigentlich sogar etwas mehr aufgrund des Zinseszinseffekts, bezahlen.
... mir wären trotzdem z.B. 4,5% pa lieber als 6,5% für 24Monate. Sie hätten am Ende 106,50%, ich hingegen 109,20% Meist lassen sich Arbeitnehmer gerne von hohen Zahlen mit langen Laufzeiten blenden, die kleineren Zahlen in kürzeren Abständen wären effektiver.
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