Berlin/Bonn - Der Tarifkonflikt bei der Deutschen Telekom
ist beendet. Arbeitgeber und die Gewerkschaft Ver.di einigten sich am Montag in Berlin auf Gehaltserhöhungen für 50.000 Beschäftigte.
Demnach soll die Mehrheit der Tarifangestellten der Telekom Deutschland GmbH, zu der unter andererem Mobilfunk und Servicebetriebe gehören, während der Laufzeit von zwei Jahren 6,5 Prozent mehr Gehalt auf drei Stufen verteilt bekommen.
"Dieser Abschluss kann sich sehen lassen", sagte Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder. Er lobte die eindrucksvolle Kampfbereitschaft der Beschäftigten im Betrieb, ohne die das Gesamtergebnis nicht möglich gewesen wäre. Begleitet wurde die vierte Tarifrunde erneut von bundesweiten Warnstreiks. Ende April hatte Ver.di die Verhandlungen abgebrochen, nachdem der Konzern ein erstes Angebot vorgelegt hatte - das Management hatte zunächst eine Einkommensverbesserung von 3,5 Prozent angeboten.
In der vergangenen Woche war dann in Sondierungsgesprächen eine Annäherung erzielt worden. Nach einer schwierigen und langen Verhandlungsphase habe ein Kompromiss erzielt werden können, sagte Marion Schick, die als Vorstandsmitglied für Personal zuständig ist.
Rückwirkend zum 1. Mai werden die Gehälter um 2,3 Prozent sowie zum 1. Januar 2013 und zum 1. August 2013 um je 2,1 Prozent angehoben. Die Beschäftigten in den beiden unteren Lohngruppen erhalten rückwirkend zum 1. Februar 3 Prozent und dann in zwei Schritten je 2,1 Prozent. Die Laufzeit beträgt 24 Monate vom 1. Februar 2012 bis zum 31. Januar 2014.
Zudem trügen alle Beschäftigten im Hinblick auf den variablen Gehaltsanteil künftig ein deutlich geringeres Risiko. Für die 17.000 Beschäftigten der Konzernzentrale hatten die Tarifparteien bereits Ende April ebenfalls ein Lohnplus von 6,5 Prozent über zwei Jahre vereinbart. In der Tarifrunde 2012 wird bei der Telekom in drei Blöcken verhandelt. Die Verhandlungen zwischen der Geschäftskundensparte T-Systems und Ver.di sollen am 15. und 16. Mai fortgesetzt werden. Beobachter gingen am Abend davon aus, dass nach dem Abschluss von Berlin nun auch bei T-Systems ein erfolgreicher Tarifabschluss absehbar ist.
Der Konzern hatte im Februar enttäuschende Zahlen für 2011 vorgelegt. Angesichts stagnierender Umsätze in seinem Kerngeschäft kündigte das Unternehmen Mitte April den Start in neue Geschäftsfelder an. Künftig wollen die Bonner Blockheizkraftwerke anbieten und vernetzen.
bos/dpa/dapd
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