Tarifabschluss Metaller bekommen 4,3 Prozent mehr Gehalt

Stundenlang verhandelten IG Metall und Arbeitgeber, mitten in der Nacht dann die Einigung: Die rund 800.000 Beschäftigten der Metallindustrie erhalten 4,3 Prozent mehr Lohn. Der Tarifabschluss aus Baden-Württemberg soll auch in den anderen Bundesländern gelten.


Hamburg - Es war eine lange Nacht in Sindelfingen, erst am frühen Samstagmorgen gelang der Durchbruch. IG Metall und Arbeitgeber rangen um den neuen Metall-Tarifabschluss für die rund 800.000 Beschäftigten, stritten um die Übernahme von Auszubildenden und die Leiharbeit. Man einigte sich auf 4,3 Prozent mehr Gehalt. Die Laufzeit beträgt 13 Monate bis zum 30. April 2013. Die IG Metall hatte zuvor 6,5 Prozent mehr Lohn gefordert, die Arbeitgeber hatten zuletzt drei Prozent mehr Gehalt für 14 Monate geboten.

Der Präsident von Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, betonte, der Verband habe die Übernahme der Vereinbarung in allen Gebieten bundesweit beschlossen, der Tarifabschluss soll auch in den anderen Bundesländern gelten. Nur Sachsen habe sich enthalten. Dort würden einige Dinge anders akzentuiert. In dem Industriezweig arbeiten bundesweit 3,6 Millionen Menschen.

Außerdem einigten sich beide Seiten auf die unbefristete Übernahme von Auszubildenden. Der Verhandlungsführer und Bezirksleiter der IG Metall in Baden-Württemberg, Jörg Hofmann, sprach von einem tragfähigen Kompromiss in diesem Punkt. Er lasse den Betrieben, die über Bedarf ausbilden, weiterhin den Spielraum, dass Ausbildung vor Übernahme gilt.

Als dritten Punkt haben IG Metall und Südwestmetall den Einsatz von Leiharbeitern geregelt. "Uns war es wichtig, dass es eine klare Regelung gibt, nach 18 Monaten Einsatz eine Übernahme zu prüfen und dass nach 24 Monaten eine verpflichtende Übernahme erfolgt", sagte Hofmann.

Gerade die letzten beiden Punkte galten lange Zeit als kritisch. Gewerkschaft und Arbeitgeber konnten sich lange nicht auf eine gemeinsame Linie einigen. Nach 20 Stunden brachen sie bereits am Mittwoch Gespräche dazu ab. Auch am Freitag sah es zunächst nach zähen Verhandlungen aus. Erst nach Mitternacht sagte ein Gewerkschaftssprecher, es gebe zwar noch strittige Punkte, diese schienen aber lösbar zu sein.

Der Bundesvorsitzende der IG-Metall, Berthold Huber, sprach von einem "guten Kompromiss". Der Präsident von Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, sagte: "Wir sind wirklich aufeinander zugegangen."

Konkret sollen die Beschäftigten rückwirkend zum 1. Mai 4,3 Prozent mehr Gehalt bekommen. Der Verhandlungsführer und Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, Rainer Dulger, sagte, "wir sind damit an die Grenze der Belastbarkeit unserer Betriebe gegangen." In den Verhandlungen war besonders strittig, wie mit den Studenten in der dualen Ausbildung umgegangen wird.

han/dapd/dpa

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ronald1952 19.05.2012
1. Oh,klasse
Zitat von sysopDPAStundenlang verhandelten IG-Metall und Arbeitgeber, dann die Einigung: Die rund 800.000 Beschäftigten der Metallindustrie erhalten 4,3 Prozent mehr Lohn. Der Tarifabschluss aus Baden-Württemberg soll auch in den anderen Bundesländern gelten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,833921,00.html
da hat sich die IG-Metall aber sehr schwer getan.4,3% Super, da können die rund 800.000 Beschäftigten die das angeht ja jetzt aus dem vollen schöpfen wie ihre Bosse, was? Ich kann mich des Gefühles nicht erwehren, daß bei den Gewerkschaften nur noch Gesockse und Schmarotzer zugange sind. Solche Gewerkschaften braucht das Land mit Sicherheit nicht. Während die Industrie Milliardengewinne einfährt, bleibt für die Arbeiter wieder nichts übrig. Wie gehabt, große Versprechungen und nichts dahinter. Nach all den Jahren des Lohnstillstandes, meist mit der Begründung ,, wie erhalten euch ja eure Arbeitsplätze" wieder nichts im Portmonee, auch wie gehabt. Leute, Arbeitnehmer wann wacht ihr endlich auf? Sind eure Köpfe denn so vernebelt das niemand mehr merkt wie wir Verarscht werden? 4,3% aufs Netto umgerechnet ist nichts, sogar weniger als nichts wenn man die Teuerungsrate bedenkt die die letzten Jahre bei uns hier stattgefunden hat. Wenn jemand durch die 4,3% in eine andere Steuergruppe rutscht hat er sogar weniger. Aber lasst euch immer nur schön weiter die Rosarote Brille der Glückseligkeit auf die Nase setzen, wenn ihr dann aufwacht werdet ihr plötzlich feststellen, daß ihr nichts abbekommen habt von den schönen Kuchen, denn der ist nur für die Bosse. Das Fußvolk kann weiterhin die Brennsuppen löffeln. schönen Tag noch,
micdinger 19.05.2012
2. Haben sich die
Wenn ich das mit der Laufzeit richtig interpretiere, dann gibt es bei einer Laufzeit von 13 Monaten nur für 12 Monate 4,3% mehr, nämlich vom 1.5.12 bis 30.4.13. Das macht nach Adam Riese eine Gehaltserhöhung von 3,96%. Da brauchen sich die "Macher" nicht wundern, wenn die Bürger den traditionellen Institutionen (Gewerkschaften, Parteien etc.) den Rücken kehren, wenn sie mit solch dummdreisten Pressemeldungen veralbert werden.
henkel-franklin 19.05.2012
3. Na Toll
Zitat von sysopDPAStundenlang verhandelten IG-Metall und Arbeitgeber, dann die Einigung: Die rund 800.000 Beschäftigten der Metallindustrie erhalten 4,3 Prozent mehr Lohn. Der Tarifabschluss aus Baden-Württemberg soll auch in den anderen Bundesländern gelten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,833921,00.html
die, die in der BRD die Wertschöpfende Kraft sind, bekommen 4,3 % Mehr, und der von Zwangsabgaben unkündbare ÖD bekommt 6,4 % , wie sollen denn die 6,4% bezahlt werden, wenn die Wertschöpfenden Arbeiter erheblich weniger bekommen? Also hier herrschen Neofeudalistische Verhältnisse! Dem Staat ist es doch Sch.. egal, wie das Geld erwirtschaftet wird, Hauptsache man kommt dem allgemeinen Ziel des Reichseins im ÖD und bei den Beamten näher, ob der Staat dies nun durch Steuererhöhungen, Kulturabgaben, GEZ oder Gelddrucken der EZB und somit durch Enteignung der Sparer bezahlt ist unseren Politikern egal!
salamist 19.05.2012
4. unterm Strich eine Minus Null
Inflationsbereinigt und mit den Arbeitnhemerbeiträgen zu KV etc. die vom Brutto angezogen werdensind die 4,3 % wieder einmal eine Nullrunde im Ergebniss. Das ist keine Lohnerhöhung, das ist nur noch ´´fürblödverkaufen´´.
muellerthomas 19.05.2012
5.
Zitat von henkel-franklindie, die in der BRD die Wertschöpfende Kraft sind, bekommen 4,3 % Mehr, und der von Zwangsabgaben unkündbare ÖD bekommt 6,4 % , wie sollen denn die 6,4% bezahlt werden, wenn die Wertschöpfenden Arbeiter erheblich weniger bekommen? Also hier herrschen Neofeudalistische Verhältnisse! Dem Staat ist es doch Sch.. egal, wie das Geld erwirtschaftet wird, Hauptsache man kommt dem allgemeinen Ziel des Reichseins im ÖD und bei den Beamten näher, ob der Staat dies nun durch Steuererhöhungen, Kulturabgaben, GEZ oder Gelddrucken der EZB und somit durch Enteignung der Sparer bezahlt ist unseren Politikern egal!
Nein, die einen bekommen 4,3% mehr für 13 Monate, die anderen 6,5% für 24 Monate.
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