EVG fordert Tarifeinigung Jetzt droht die andere Bahngewerkschaft mit Streik

Die Lokführer beenden vorerst ihren Streik. Doch ausgerechnet jetzt macht die größere Bahngewerkschaft EVG Druck - sie will noch heute eine Unterschrift unter ihren Tarifvertrag, sonst gibt es Warnstreiks.


Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG pocht trotz der vereinbarten Schlichtung zwischen Bahn und GDL auf einen Tarifabschluss noch am Donnerstag. "Entweder gibt es eine Unterschrift oder Warnstreiks", sagte EVG-Sprecher Uwe Reitz am Donnerstag in Berlin.

Anders als die GDL, die neunmal streikte, hat die EVG in dieser Tarifrunde noch kein einziges Mal zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Die beiden Gewerkschaften hatten sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können.

An der Haltung der EVG, die für alle ihre Mitglieder und damit auch für die Lokführer einen Vertrag schließen will, habe sich nichts geändert. Möglich sei aber, dass eine Klausel eingearbeitet wird, in der auf gleiche Konditionen innerhalb der Berufsgruppen bestanden wird. Sollte also in der Schlichtung ein höherer Abschluss als mit der EVG vereinbart zustande kommen, müsste dieser auf alle Beschäftigten übertragen werden.

Die Bahn hat 4,7 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 75 Euro, bei einer Laufzeit von 29 Monaten angeboten. Die EVG lehnt das ab.

Die GDL hatte am Morgen das vorläufige Ende des unbefristeten Streiks verkündet, nachdem sie mit der Bahn in der Nacht zum Donnerstag eine Einigung über ein Schlichtungsverfahren erzielt hatte.

Die Bahn habe akzeptiert, dass die Tarifverträge anderer Gewerkschaften für die Annahme eines Schlichtungsspruchs oder den Abschluss eines Tarifvertrags keine Rolle spielen, heißt es in einer Mitteilung auf der Internetseite der GDL. Dieser Sachverhalt werde deshalb nicht mehr Bestandteil des eigentlichen Schlichtungsverfahrens sein.

Lokrangierführer werden als Lokomotivführer exakt im GDL-Flächentarifvertrag eingruppiert. "Nach fast einem Jahr Tarifkonflikt konnte mit dem Druck im neunten Arbeitskampf der Gordische Knoten durchschlagen werden", sagte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky.

Nach Angaben der Gewerkschaft werden die Lokführer von 19 Uhr an wieder zum Dienst antreten. Auch dann wird es noch eine Weile dauern, bis alle Züge wieder nach Plan fahren. Derzeit arbeiten die Disponenten fieberhaft daran, das System wieder in Gang zu setzen. Ab Mittag will die Bahn hierzu Details bekanntgeben.

Personalchef Ulrich Weber zeigte sich erleichtert über die Einigung zur Schlichtung. "Schlichten statt streiken ist das Gebot der Stunde", sagte er. "Nun heißt es, Ruhe in die Betriebe zu bringen."

Für die Schlichtung hat die GDL den thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow als ihren Vertreter benannt, die Bahn den ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck. Für die Dauer der Schlichtung vom 27. Mai bis zum 17. Juni 2015 gilt Friedenspflicht.

mik/dpa/Reuters



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insgesamt 266 Beiträge
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hubie 21.05.2015
1. Die Gewerkschaften sind schuld!
Nicht... es ist schon bezeichnend, wenn der Bahnvorstand seit fast einem Jahr nicht in der Lage ist die Wogen zu glätten und eine Gewerkschaft mit einem Tarifabschluss zu befrieden. Jetzt steigt auch noch die andere auf die Barrikaden. Tja, vor den Kameras stehen und bedauern, sich mit dem Kunden "solidarisieren"... das ist echt eine perfide Taktik des Vorstandes. In Wahrheit solidarisieren sie sich mit ihrer Geldtasche und mit niemand anders.
dbrown 21.05.2015
2. Da bin ich ja mal gespannt,
ob dann genauso über die EVG hergezogen wird wie über einen der wenigen, der Rückgrat zeigt wie der GDL-Chef. Und auf den hetzerischen, dummdämlichen YouTube-Beitrag eines verkümmerten, rechten Hetzers warte ich dann auch!
heineken1 21.05.2015
3. Keine Angst, die EVG schmeißt nur mit Wattebäuschen
Zu Anderem ist diese handzahme Schoßhündchengewerkschaft der DB nicht in der Lage. Vermutlich würden sich sich mehr über sich selbst erschrecken, wenn einmal eine solche Entscheidung fiele.
Kismett 21.05.2015
4. Das sind die Angebote der Bahn
Die Bahn hat 4,7 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 75 Euro, bei einer Laufzeit von 29 Monaten angeboten. Umgerechnet auf das Jahr ist das eine Lohnerhöhung von 1,945 %. Bei einer Inflationsrate von geschätzten 1,5 %. Das ist lachhaft und das nennen die Angebot.
City Nord 21.05.2015
5.
Keine Panik ! Ist doch eine DGB-Gewerkschaft. Da wird erst bei den Mitarbeitern auf die Tonne gehauen und dann einigt man sich "wohlwollend" mit dem Verhandlungspartner.
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