Frankfurt/Main - Reisende müssen sich ab Sonntagabend am Frankfurter Flughafen wieder auf Flugausfälle und zusätzliche Wartezeiten einstellen. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat ihre Mitglieder in der Verkehrszentrale, der Vorfeldkontrolle und der Vorfeldaufsicht ab Sonntag 21 Uhr zu einem mehrtägigen Arbeitskampf aufgerufen. Der Streik soll bis Donnerstagfrüh um 5 Uhr dauern, teilte die GdF am Samstag mit.
Der Flughafenbetreiber Fraport kritisierte den Schritt als "völlig überzogen und nicht nachvollziehbar" und forderte die GdF auf, den Arbeitskampf zu beenden. Die neuen Streiks müssten "jetzt wieder Passagiere, Fluggesellschaften und Beschäftigte ausbaden". Fraport sei jedoch gut vorbereitet und zuversichtlich, trotzdem "den Flugbetrieb weitestgehend aufrecht zu halten".
Die Verhandlungen zwischen dem Betreiber Fraport und der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) über einen Tarifvertrag für die rund 200 Vorfeldmitarbeiter waren am Freitag ohne Ergebnis beendet worden. Fraport habe für die Vorfeldlotsen, Flugzeugeinweiser und Verkehrsdisponenten ein schlechteres Angebot als vor der Schlichtung vorgelegt, so ein GdF-Sprecher. Nach Angaben des Sprechers seien die Angestellten der sogenannten Vorfeldaufsicht nicht mehr im Angebot enthalten.
Fraport erklärte hingegen, "ein gutes Angebot" vorgelegt zu haben. Arbeitsdirektor Herbert Mai teilte mit, die Forderungen der GdF nach Gehaltssteigerungen "im zweistelligen Prozentbereich" seien "durch nichts gerechtfertigt und im Hinblick auf die Vergütungen anderer Tätigkeiten an Flughäfen mit vergleichbaren Anforderungen auch nicht zu vertreten".
Die GdF will erhebliche Einkommenserhöhungen, höhere Zulagen und geringere Arbeitszeiten durchsetzen. Laut Fraport laufen die Forderungen für einzelne Beschäftigte auf bis zu 70 Prozent höhere Entgelte hinaus.
Die Flugfeldkontrolleure hatten zuletzt fünf Tage lang gestreikt. Insgesamt fielen deshalb rund 1000 Flüge aus. Fraport hatte mit eigens geschulten Ersatzmannschaften dagegengehalten und die Auswirkungen des Streiks entschärft. An den bisherigen Streiktagen hätten 80 Prozent der Flugbewegungen sichergestellt werden können. Der interkontinentale Flugverkehr sei ohne Einschränkungen durchgeführt worden. Fraport gehe davon aus, auch an den nächsten Streiktagen ähnliche Werte zu erzielen, hieß es am Samstagabend.
Das von den Tarifverhandlungen betroffene Vorfeldpersonal ist eine kleine Berufsgruppe, die jedoch eine zentrale Rolle am Flughafen einnimmt. Sie weist Flugzeugen ihre Parkpositionen zu oder lotst sie dorthin.
jul/anr/aar/dpa/AFP/Reuters/dapd
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