Streit um Gehälter Bahn und Lokführer legen Tarifkonflikt bei

Monatelang dauerten die Verhandlungen, nun haben die Deutsche Bahn und die Lokführergesellschaft GdL ihren Tarifstreit beigelegt: Mitarbeiter, die nach Selbstmorden auf Gleisen berufsunfähig sind, erhalten in anderer Position weiter volles Gehalt.

GdL-Chef Weselsky: "Den gordischen Knoten durchschlagen"
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GdL-Chef Weselsky: "Den gordischen Knoten durchschlagen"


Berlin - Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GdL) haben sich auf einen Tarifabschluss geeinigt. Lokführer, die einen Menschen überfahren haben und einen Zug nicht mehr leiten können, weil sie traumatisiert sind, erhalten in einer anderen Funktion weiterhin ihr volles Gehalt.

Für den Fahrdienst untaugliche Kollegen können sich demnach entscheiden, in einer anderen Position bei der Bahn zu bleiben oder das Unternehmen mit einer Abfindung zu verlassen.

"Wir haben den gordischen Knoten durchschlagen", sagte GdL-Chef Klaus Weselsky nach der Verhandlungsrunde in Berlin. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sagte: "Wir sind froh, dass wir eine faire Lösung gefunden haben."

Beide Seiten hatten seit dem vergangenen Sommer miteinander verhandelt. Die Gewerkschaft forderte zwischenzeitlich eine gesonderte Versicherung für die insgesamt rund 20.000 Lokführer für den Fall, dass Kollegen nach traumatischen Ereignissen nicht mehr fahren können. Dies lehnte die Bahn ab. Weber sagte zu dem nun erzielten Abschluss: "Qualitativ halte ich das hier für sehr viel attraktiver."

Strittig war bis zuletzt, ob der besondere Beschäftigungsschutz nur für traumatisierte Lokführer gelten soll - oder auch für Kollegen, die gesundheitsbedingt nicht mehr in der Lage sind, einen Zug zu führen. "Beide können nun frei wählen, ob sie ausscheiden oder in die Beschäftigungssicherung gehen", erklärte Weselsky.

Fahrdienstuntaugliche Lokführer sollen nach dem Kompromiss möglichst ihren Einsatzort nicht wechseln müssen. Der bestehende Vorrang werde ausgebaut, sagte Weber. Gebündelt werden die Regelungen in einem eigenen Tarifvertrag, der von April an gelten soll.

kha/dpa



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