Tarifstreit: IG Metall will bis zu 6,5 Prozent mehr Geld

Die IG Metall fordert eine deutliche Gehaltserhöhung. Die Arbeitnehmer sollen bis zu 6,5 Prozent mehr bekommen. Es bestehe großer Nachholbedarf.

Sindelfingen - Die IG Metall eröffnet den Tarifstreit mit den Arbeitgebern. Die Tarifkommission Baden-Württemberg empfahl am Mittwoch, bis zu 6,5 Prozent mehr Gehalt zu verlangen. Zudem will die Gewerkschaft mehr unbefristete Verträge nach der Ausbildung sowie Mitsprache bei der Leiharbeit durchsetzen.

Die IG Metall Baden-Württemberg und auch der Bundesvorstand wollen ihre endgültigen Forderungen Ende Februar beschließen. Die Tarifverhandlungen beginnen im März. Baden-Württemberg ist der Pilotbezirk für die Metallbranche. Die Verhandlungen in anderen Bezirken orientieren sich an dem Abschluss. Die Friedenspflicht in der diesjährigen Tarifrunde läuft am 28. April aus, danach sind Warnstreiks möglich.

Die IG Metall sieht ihre Gehaltsforderung unter anderem durch die Lage der Betriebe gerechtfertigt. "Es besteht ein großer Nachholbedarf", sagte der baden-württembergische IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann. Die Forderung werde endgültig am 23. Februar festgelegt. "Es brummt in vielen Betrieben", sagte Hofmann.

"Dann wird es eben scheppern"

Bereits 2010 und 2011 habe es extreme Gewinnsprünge gegeben. Deshalb liege der Forderungsrahmen so hoch. "Wir brauchen mindestens 4,8 Prozent", sagte Hofmann. Darauf werde noch einmal eine Umverteilungspauschale von bis zu 1,7 Prozent daraufgesetzt.

Die Gewerkschaft will zudem weitere Verbesserungen für die Arbeitnehmer durchsetzen. "Es geht in dieser Tarifrunde auch um faire Arbeit", sagte Hofmann. Bis zum Start der Entgelttarifrunde sei noch genügend Luft vorhanden, um die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung und die Mitsprache bei Leiharbeit zu regeln. Die bisherigen Gespräche dazu seien aber "sehr zäh".

Auch der IG-Metall-Bundesvorsitzende Berthold Huber kündigte harte Tarifverhandlungen an. Wenn die Arbeitgeber bei ihrer Position blieben, "wird es eben scheppern", sagte Huber der "Stuttgarter Zeitung". Er habe manchmal den Eindruck, "dass die Arbeitgeber gerade den Tabukatalog aus den siebziger Jahren reanimieren".

cte/AFP/Reuters

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1. Die Gewerkschaft hat im Ansatz recht, und ich wünsche ihr viel Erfolg
Europa! 25.01.2012
Zitat von sysopDie IG Metall fordert eine deutliche Gehaltserhöhung. Die Arbeitnehmer sollen bis zu 6,5 Prozent mehr bekommen. Es bestehe großer Nachholbedarf. Tarifstreit: IG Metall will bis zu 6,5 Prozent mehr Geld - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,811354,00.html)
Aber ohne Festsetzung von Mindestlöhnen und Einschränkung der Zeitarbeit kann man das Lohndumping nicht sinnvoll beenden.
2.
ogs 25.01.2012
Zitat von Europa!Aber ohne Festsetzung von Mindestlöhnen und Einschränkung der Zeitarbeit kann man das Lohndumping nicht sinnvoll beenden.
Das ist sicher richtig - aber bei allem Respekt vor der Tarifautonomie - wohl eher eine politische Aufgabe bzw. Entscheidung.
3. Selbstzerstörung ...
Tom1869 25.01.2012
Solange andere EU - Länder in DE für weniger (Mindestlöhne unter 2.-€) Arbeiten, fördert das nur die Anzahl der Hatz IV'ler.... Nebenbei, bei Plus 6,5% das wären dann ca. 11% mehr Stundenlohn ... wobei dem Arbeiter nicht mal 1% mehr übrig bleiben...
4.
Tom1869 25.01.2012
Zitat von Europa!Aber ohne Festsetzung von Mindestlöhnen und Einschränkung der Zeitarbeit kann man das Lohndumping nicht sinnvoll beenden.
und unsere Konkurrenten (z.B. Tschechien) vertreibt noch mehr da Mindestlohn unter 2.-€ hahaha
5.
DerNachfrager 25.01.2012
Am Ende wird man sich einigen und die Leiharbeiter werden als erst hinten runter fallen; die sind ja keine Mitglieder.
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Die Gewerkschaft IG Metall
Die Organisation
Mit rund 2,3 Millionen Mitgliedern ist die Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) die größte deutsche Gewerkschaft vor Ver.di (2,1 Millionen).
Der Vorsitzende
Detlef Wetzel ist seit dem 25. November 2013 Erster Vorsitzender der IG Metall.
Zweiter Vorsitzender ist Jörg Hofmann.