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Gehaltsforderung: IG Metall so bescheiden wie lange nicht

Mitarbeiter im Stahlwerk (Archivbild): "Die falsche Zeit für Höhenflüge" Zur Großansicht
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Mitarbeiter im Stahlwerk (Archivbild): "Die falsche Zeit für Höhenflüge"

Es ist die niedrigste Forderung seit zehn Jahren: Die IG Metall will in der anstehenden Tarifrunde bis zu fünf Prozent mehr Gehalt. Die Verhandlungen haben Signalwirkung für andere Branchen.

So wenig wollte die Gewerkschaft IG Metall lange nicht: In den anstehenden Verhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie werden die Arbeitnehmervertreter zwischen 4,5 und 5,0 Prozent mehr Geld fordern. Das ist die niedrigste Zielmarke seit zehn Jahren.

Abgesehen vom Krisenjahr 2010, als die IG Metall ohne konkrete Zahl in die Verhandlungen ging, zog die größte deutsche Gewerkschaft mit Forderungen zwischen 5,5 und 8,0 Prozent in die Tarifrunden.

Die wirtschaftliche Lage sei kaum schlechter als vor einem Jahr. Doch gelte dies nicht für alle Betriebe und Regionen, sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann nach ersten Beratungen.

Trotz der vergleichsweise niedrigen Forderung kritisierten die Arbeitgeber die Größenordnung als "viel zu hoch". "Es ist die falsche Zeit für Höhenflüge", sagte Gesamtmetall-Chef Rainer Dulger. Aktuell befinde sich die Branche in einem Scheinaufschwung, der von externen Faktoren wie dem günstigen Eurokurs und dem niedrigen Ölpreis befeuert werde. Dies überdecke das Problem der zu hohen Arbeitskosten.

Ihre endgültige Forderung will die größte deutsche Gewerkschaft am 29. Februar bekannt geben. Der bestehende Tarifvertrag läuft am 31. März aus. Vom 19. April an könnte es erste Warnstreiks geben.

Erstmals könnte die IG Metall eine neue Streiktaktik mit eintägigen Warnstreiks anwenden. Es sollen gezielt Betriebe mit einbezogen werden, die nicht tarifgebunden sind, kündigte Hofmann an.

Im vergangenen Jahr hatten sich die Tarifparteien auf 3,4 Prozent mehr Geld bei einer auf 15 Monate verlängerten Laufzeit geeinigt - nach einer massiven Warnstreikwelle in den Betrieben.

sep/Reuters/dpa

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