Britische Handelskammer Tausende britische Firmen bereiten sich auf No-Deal-Brexit vor

Die britische Handelskammer schlägt Alarm: Der Großteil ihrer 75.000 Mitglieder würde sich mit Notfallplänen auf einen ungeregelten Brexit vorbereiten. Dazu gehöre die Verlagerung von Geschäften ins Ausland.

Londons Bankenviertel
DPA

Londons Bankenviertel


Nach Angaben der britischen Handelskammer haben bereits Tausende britische Unternehmen Notfallpläne erarbeitet, um sich auf einen ungeordneten Brexit vorzubereiten. Viele Unternehmen würden etwa erwägen, Teile ihrer Betriebe ins Ausland zu verlagern. "Unternehmen, die bereits damit begonnen haben, sind nur die Spitze des Eisbergs", teile die Kammer gegenüber der britischen Zeitung "The Guardian" mit. Ein Großteil der 75.000 Mitglieder hätte bereits Gelder für die Vorbereitung solcher Notfallmaßnahmen bereitgestellt.

"Nachdem das Abkommen von Premierministern Theresa May abgelehnt wurde, sehen wir eine massive Zunahme von Unternehmen, die sich vor den schlimmsten Auswirkungen eines No-Deal-Brexits schützen wollen", heißt es weiter in der Mitteilung des Verbands.

Allein in den vergangenen Tagen hätten 35 Firmen bekannt gegeben, Firmenaktivitäten ins Ausland zu verlagern, oder Waren einzulagern, um sich auf die schlimmsten Auswirkungen eines No-Deal-Brexits vorzubereiten. Darunter war etwa der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus, der auf der Insel 14.000 Mitarbeiter beschäftigt. Im Falle eines ungeregelten Austritts aus der EU drohte der Konzern mit der Schließung von Fabriken. "All jene, die daran zweifeln, Airbus könnte im Falle eines No-Deal-Brexits Geschäfte von Großbritannien abziehen, liegen falsch", sagte Airbus-Chef Thomas Enders in einer Videonachricht.

Seit der Austrittsabstimmung im Jahr 2016 hat sich die britische Handelskammer wiederholt dafür eingesetzt, dass britische Exporteure Zugang zur Zollunion der EU behalten, wodurch Waren zollfrei eingeführt werden können. Theresa May hat jedoch darauf bestanden, dass Großbritannien sowohl die Zollunion als auch den EU-Binnenmarkt verlassen muss, um Freihandelsabkommen mit Drittstaaten wie den USA oder China abschließen zu können.

Labour-Abgeordnete Yvette Cooper möchte nun mit einem Änderungsantrag dafür sorgen, dass die Abgeordneten die Befugnis erhalten, den Brexit-Termin am 29. März zu verschieben. In ihrem Wahlkreis hat sowohl der Luxushersteller Burberry als auch der Süßwarenhersteller Haribo einen Produktionsstandort. Beide Firmen hätten sich mit Warnbriefen an sie gewandt und mit dem Abbau von Arbeitsplätzen gedroht.

hej



insgesamt 343 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ForistGump2 27.01.2019
1. Exodus
Tausende britische Firmen haben sich auch vorbereitet (als die Osterweiterungen anstanden) in die Billiglohnländer innerhalb der EU abzuziehen. Damals war der Aufschrei nicht so groß.
lazyfox 27.01.2019
2. Demokratie ist toll - aber wir müssen Politiker mehr kontrollieren
Die Menschen müssen aktiver werden. Bei kaum einem Vorgang kommt die Unfähigkeit, Verbohrtheit und persönlich Vorbehalte von Politikern so ans Licht, wie beim Gerangel um den Brexit. Wenn die gewählten Politiker unfähig sind Entscheidungen umzusetzen, sollte es selbstverständlich sein, das Volk noch einmal zu befragen. In GB stellen die amtierenden Politiker gerade ihre jeweils eigene Ideologie über das Wohl ihres Volkes. Eine Schande, die in jeder Demokratie passieren kann. Dann sollte das Volk erneut befragt werden. wieder
hektor2 27.01.2019
3. Freigabe
Die brit. Politiker haben m. M. nach den Verstand verloren. Wenn das so weiter geht, ist die Insel nach dem Brexit unbewohnt. 1 GB wurde freigegeben ... :-DDD
lalito 27.01.2019
4. Kampagne ohne Not
DAS wurde den Gebockshornten aber von den Austritts-Gallionsfiguren damals SO nicht vermittelt! Da ging es lediglich um Sparen und große Vorteile. Wenn man nur an die/das Pfeife(n) in der No 10 zurückdenkt . . .
panzerknacker 51 27.01.2019
5. tausende
britische Firmen bereiten sich vor? Ja, was denn sonst? Alles andere wäre ja wohl auch kaufmännisch gesehen völlig untypisch.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.