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Technikpanne: Facebook-Börsengang kostet UBS 350 Millionen

Die Panne beim Facebook-Börsengang hat einige Investoren um viel Geld gebracht. Die bisherigen Schätzungen dürften allerdings viel zu niedrig liegen. Allein die Schweizer Großbank UBS verlor US-Medien zufolge gleich 350 Millionen Dollar - und erwägt jetzt Klage gegen die Tech-Börse Nasdaq.

Facebook-Börsengang am 18. Mai 2012: Millionenschaden für Investoren Zur Großansicht
AFP

Facebook-Börsengang am 18. Mai 2012: Millionenschaden für Investoren

New York - Es war eine der peinlichsten technischen Pannen an einer US-Börse überhaupt - und jetzt könnte es für den Börsenbetreiber Nasdaq auch noch richtig teuer werden: Die Schweizer Großbank UBS hat durch die technischen Probleme beim Börsengang des sozialen Netzwerks Facebook offenbar 350 Millionen Dollar Verlust gemacht - das berichten jedenfalls der Fernsehsender CNBC und das "Wall Street Journal".

Den US-Medien zufolge erwägt die UBS deshalb jetzt rechtliche Schritte gegen die Nasdaq einzureichen. Eine Sprecherin der UBS bestätigte, dass die Bank wegen der technischen Probleme Geld verloren habe, nannte aber keine Summe. Bisher seien keine rechtlichen Schritte eingeleitet worden, dies werde jedoch geprüft.

Viel zu viele Aktien

Beim Börsengang von Facebook am 18. Mai hatte der Börsenbetreiber Nasdaq über längere Zeit keine Kurse erstellen können. Einige Broker und Banken erhielten keine Informationen über ihre Verkaufsaufträge und konnten daher nicht zum bestmöglichen Kurs handeln. Den US-Medien zufolge hatte die UBS eine Million Aktien geordert, aber keine Bestätigung für den Kauf erhalten. Deshalb stellten sie die Kauforder erneut und zwar mehrfach - am Ende hätten die Händler der Großbank deutlich mehr Aktien gekauft, als sie wollten.

Bisher hatte es geheißen, den federführenden Banken UBS, Citigroup, Knight Capital und Citadel Securities sei dabei ein Schaden von insgesamt 115 Millionen Dollar entstanden. Die Nasdaq hat dafür 40 Millionen Dollar Schadensersatz angeboten, teilweise in Form von Rabatten. Knight Capital hat dies bereits abgelehnt.

Facebooks Debüt vor drei Wochen war der größte Technologie-Börsengang aller Zeiten. Allerdings hat er sich aus Sicht der Anleger als Mega-Flop erwiesen. Die Aktien waren zu 38 Dollar ausgegeben - inzwischen sind sie für 27 Dollar zu haben.

nck/Reuters/dapd

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insgesamt 38 Beiträge
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1. Die Panne
kdshp 09.06.2012
Zitat von sysopAFPDie Panne beim Facebook-Börsengang hat einige Investoren um viel Geld gebracht. Die bisherigen Schätzungen dürften allerdings viel zu niedrig liegen. Allein die Schweizer Großbank UBS verlor US-Medien zufolge gleich 350 Millionen Dollar - und erwägt jetzt Klage gegen die Tech-Börse Nasdaq. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,837870,00.html
Hallo, wenn die facebook aktie auf 2-3 euro ist geh ich mir auch eine holen so als erinnerung. Mir ist aufgefallen das sich "viele" bei facebook abgemeldet haben ist das auch schon wem anderes aufgefallen?
2. Sitzen bald alle Globalplayer in der Schweiz?
mitbestimmender wähler 09.06.2012
WOW !! 4350.-Euro pro UBS Mitarbeiter verloren, im Weiten Nichtmals 50% der Gesamten monatlichen Gehaltssummen. Oder die 60% des Immobilien-Wertes Ihrer Filiale an der Zürcher Bahnhofsstrasse..........hahahah Toll zu hören das noch ein europäisches Bankhaus zuvorderst im Finanzwesen als Globalplayer mitmischt, die UBS ........ Die EU Banken sind überall rar geworden;-)
3. Wie die Anfänger!
Stelzi 09.06.2012
Die UBS machts wieder wie zur Subprime-Krise: kommen zu spät und schmeissen trotzdem noch Geld ins schwarze Loch. Ehrlich, wie kann man so dumm sein und eine Order für eine Million Aktien zu knapp 40$ aufgrund ausbleibender Bestätigung gleich mehrfach zu wiederholen? Das ist als ob man an einem Kaffeeautomaten für die zwei Euro keinen Kaffee bekommt und deshalb immer wieder Geld nachwirft - nur millionenfach teurer! So gehen die Bankster mit dem ihnen anvertrauten Geld um, bringen sich in Schieflage und plärren dann nach Steuergeldern zur Rettung! Und das nur wegen einem dummen Zock namens Facebook. Selbst wenn es da keine Panne gegeben hätte, haben sie doch allesamt Kursverluste hinnehmen müssen...
4. Das ist doch
geistestreu 09.06.2012
wiedermal ein Beispiel dafuer, dass es unmengen an Leuten in der Finanzwirtschaft gibt, die sich mit dem was sie tun nicht auskennen. Ich finde der Staat sollte fuer die Verluste des Facebook-Boersenstarts aufkommen.... ;)
5.
Stelzi 09.06.2012
Zitat von mitbestimmender wählerWOW !! 4350.-Euro pro UBS Mitarbeiter verloren, im Weiten Nichtmals 50% der Gesamten monatlichen Gehaltssummen. Oder die 60% des Immobilien-Wertes Ihrer Filiale an der Zürcher Bahnhofsstrasse..........hahahah Toll zu hören das noch ein europäisches Bankhaus zuvorderst im Finanzwesen als Globalplayer mitmischt, die UBS ........ Die EU Banken sind überall rar geworden;-)
Man kanns auch so sehen: Hätte der schweizer Steuerzahler die UBS vor ein paar Jahren nicht mit 60 Milliarden Franken gerettet, gäbe es den Laden gar nicht mehr. Die schweizer Wirtschaft aber auch nicht... Wenn das ein Attribut eines Globalplayer ist, dann mischt Tante UBS ganz vorne mit.
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