Nach E-Plus-Übernahme Telefónica könnte jeden zweiten Job streichen

Mit der Übernahme von E-Plus wird Telefónica zum größten Mobilfunkanbieter in Deutschland. Für die Mitarbeiter hat das dramatische Folgen: Das Unternehmen könnte bis zu 50 Prozent der Arbeitsplätze abbauen - weit mehr als erwartet.

Ex-E-Plus Chef Thorsten Dirks leitet nun den größten Mobilfunker
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Ex-E-Plus Chef Thorsten Dirks leitet nun den größten Mobilfunker

Von manager-magazin-Redakteurin Astrid Maier


Hamburg - Im Zuge der Zusammenlegung von E-Plus mit seiner deutschen Mobilfunk-Gesellschaft O2D will der Telekommunikationskonzern Telefónica bis 2018 annähernd 50 Prozent aller Stellen kürzen. Am Donnerstag kam der Aufsichtsrat zusammen, um über die Pläne zu beraten, am Freitag sollen Betriebsrat und Mitarbeiter unterrichtet werden. Das verlautet aus dem Umfeld des Unternehmens.

Insbesondere im Kundenservice und in den Shops sollen Jobs wegfallen und möglichst an Subunternehmen und Partner wie Drillisch Chart zeigen ausgelagert werden. Auch die IT soll schlanker aufgestellt werden, indem sie zentralisiert und von Spanien aus betrieben wird. Zudem sollen Mitarbeitern Abfindungen angeboten werden. E-Plus hatte vor der Übernahme rund 4500 Mitarbeiter, Telefónica Chart zeigen in Deutschland 6000. Insgesamt handelt es sich dabei um 9100 Vollzeitstellen.

Ein Unternehmenssprecher wollte sich zum geplanten Stellenabbau nicht äußern. In einer Pressekonferenz teilte der Konzern schließlich mit, dass insgesamt 1600 Vollzeitstellen gestrichen würden. Dabei gehe es vor allem um die Abschaffung von Doppelfunktionen. Geplant sei ein Abfindungsprogramm, betriebsbedingte Kündigungen sollten möglichst vermieden werden.

Im Vorfeld hatte es geheißen, Telefónica werde rund 20 bis 30 Prozent des Personals kürzen. Telefónica hat den Mobilfunk-Rivalen E-Plus für 8,5 Milliarden Euro 2013 erworben. Das neue Unternehmen steigt mit rund 47 Millionen Kunden zum größten Mobilfunkanbieter in Deutschland auf und zieht an der Deutschen Telekom vorbei.

Ende August hatten die Wettbewerbsbehörden in Brüssel der Fusion unter Auflagen endgültig zugestimmt, seither wird an der neuen Organisationsstruktur gearbeitet. Telefónica hatte bereits mitgeteilt, dass E-Plus-Chef Thorsten Dirks den neuen Verbund leiten wird.

Bei der Fusion werden entsprechend nicht automatisch vornehmlich Stellen bei der erworbenen E-Plus wegfallen. Im Vorfeld wurden bereits einzelne Abteilungen der beiden Unternehmen miteinander verglichen, um zu sehen, welche bessere Leistungen erbringen - und sich somit in der neuen Struktur durchsetzen dürften. Insgesamt stand E-Plus zuletzt geschäftlich wesentlich besser da als O2. Der Mobilfunker aus München hatte im Juli enttäuschende Quartalszahlen mit herben Umsatz- und Gewinnrückgängen vermeldet.

Für das neue Unternehmen steht auch die Struktur der Top-Führungskräfte seit Anfang Oktober fest. Neben Dirks ziehen die O2-Manager Markus Haas als Chief Operating Officer und Rachel Empey als Finanzchefin in den Vorstand ein.

Laut Informationen von manager magazin online sind zudem auf der ersten Ebene unterhalb des Vorstands von insgesamt elf Positionen vier mit ehemaligen E-Plus-Top-Managern besetzt, darunter der IT-Verantwortliche Andreas Pfisterer und der Vertriebschef Alfons Lösing. Anfang November kommt der Aufsichtsrat erneut zusammen, um endgültig über die Beschlüsse zum Arbeitsplatzabbau zu entscheiden.



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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
Schimboone 17.10.2014
1.
Tja, an Service haben die schonmal deutlich abgebaut- Telefónica hat mich als Kunde nach einer Riesenservicekatastrophe jedenfalls äußerst gründlich verscheucht.
xy01z 17.10.2014
2.
Geht mir genauso. Will mit dem Verein nie wieder was zu tun haben.
baerry 17.10.2014
3. Überraschung!
Eine Überraschung ist das jetzt nicht. Wenn zwei Unternehmen zusammengehen ist - grob - alles doppelt vorhanden. Da bedarf es keiner Hexerei um vorherzusehen, dass etwa 50% der Stellen gestrichen werden (müssen). Zwar verdoppelt sich auch die Zahl der Kunden, aber der Mehrbedarf an Arbeitsstunden wird durch den allgemeinen Trend zum Outsourcen und Rationalisieren abgefangen/egalisiert. Soll heißen, beide Unternehmen für sich genommen hätten auch Stellen abgebaut.
ekel-alfred 17.10.2014
4. Synergien nutzen heißt das Zauberwort
Wenn zwei Mobilfunker sich zusammentun gibt es natürlich auch redundante Stellen. Die gilt es zu identifizieren und abzubauen. Das ist ein ganz normaler Vorgang und wird auch so kommen. Aber auch die Telefonica Mitarbeiter dürfen sich ihrer Sache nicht sicher sein. Die effizienteste Abteilung wird überleben.
sachfahnder 17.10.2014
5. Wer, wie ich...
.. als langjähriger Kunde von E-PLUS so vergrätzt wurde, der hat kaum Mitleid mit den zahlreichen "Pfeifen" die mich so schlecht betreut und behandelt haben!
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