Spanischer Mobilfunkriese: Telefonica plant Börsengang von deutscher Tochter O2

Die spanische Telefonica will Tochterunternehmen in Deutschland und Lateinamerika an die Börse bringen und so den Boom in der Mobilfunkbranche nutzen. Denn Europas größter Telefonkonzern ächzt unter einem gewaltigen Schuldenberg.

Telefonica-Chef Cesar Alierta: Der deutsche Mobilfunkanbieter O2 soll an die Börse Zur Großansicht
DPA

Telefonica-Chef Cesar Alierta: Der deutsche Mobilfunkanbieter O2 soll an die Börse

Madrid/München - Der deutsche Mobilfunkanbieter O2 soll an die Börse. Das teilte der Mutterkonzern, die spanische Telefonica, am Mittwoch nach einer Sitzung des Verwaltungsrats in Madrid mit. Die Vorbereitungen für einen Börsengang von Telefonica Deutschland und der zugehörigen Mobilfunkmarke O2 hätten begonnen. Zudem erwäge das Unternehmen auch das Lateinamerika-Geschäfts aufs Parkett zu heben, das sich zum wichtigsten Gewinnbringer des Konzerns entwickelt hat.

Details zum Zeitplan und Einzelheiten über die Größenordnung der Börsengänge wurden zunächst nicht bekannt. Offensichtlich scheint jedoch der Grund für die Entscheidung: Europas größter Telefonkonzern ächzt unter einem Schuldenberg von rund 57 Milliarden Euro.

"Falls Telefonica einen Teil des Deutschland-Geschäfts an die Börse bringt, können sie einen Mehrheitsanteil behalten und gleichzeitig viel Geld erlösen, um die Verschuldung zu verringern", sagte Analyst Carlos Winzer von der Ratingagentur Moody's. Die deutsche Tochter sei acht bis zehn Milliarden Euro wert.

Der spanische Konzern muss bis 2015 jährlich sieben bis acht Milliarden Euro an Schulden refinanzieren. Die Spanier leiden zudem unter dem schwächelnden Heimatmarkt. Im ersten Quartal musste der Konzern eine Halbierung des Gewinns wegstecken - der Überschuss ging auf 748 Millionen Euro zurück. Das Heimatgeschäft steuert noch etwa ein Drittel zum operativen Gewinn bei.

In Deutschland profitiert Telefonica vom weiter ungebrochenen Trend zu Smartphones und mobilem Internet. Zwischen Januar und März stieg die Zahl der Mobilfunkkunden um 7,1 Prozent auf rund 18,6 Millionen. Dank des Erfolgs auf dem Mobilmarkt konnte das Unternehmen zudem den Gewinn um 13 Prozent auf 295 Millionen Euro steigern. Das Unternehmen rangiert unter den Handy-Netzbetreibern auf dem vierten Platz hinter der KPN -Tochter E-Plus sowie den beiden Platzhirschen Deutsche Telekom und Vodafone.

usp/dpa/Reuters

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Telefónica
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback