Bonn - Das siebte Jahr soll das letzte sein: René Obermann gibt Ende 2013 seinen Posten als Telekom-Chef ab. Nachfolger werde der bisherige Finanzvorstand Timotheus Höttges, teilte die Deutsche Telekom am Donnerstag mit. Der Aufsichtsrat entspreche damit einem Wunsch Obermanns. Der 49-Jährige ist seit November 2006 Chef des Konzerns, zuvor war er Vorstand der Mobilfunksparte.
"Jetzt ist ein geeigneter Zeitpunkt, um die Staffelübergabe vorzubereiten und einen geordneten Übergang sicherzustellen", erklärte Obermann. Die Telekom habe in den vergangenen Jahren "Lösungen für die wesentlichen Baustellen" gefunden. Nun wolle er "wieder mehr Zeit für Kunden, Produktentwicklung und Technik haben."
Obermann gilt als zupackender Manager, der sich gern auch bei Detailfragen des operativen Geschäfts einschaltet. Dazu hatte er als Chef eines der größten deutschen Konzerne wenig Gelegenheit. Höttges sagte, er werde Obermanns Strategie fortführen. "Ich habe noch viele Themen vor, die das Unternehmen nach vorne bringen sollen."
Die Ankündigung kommt für die Telekom in einer bewegten Zeit. Im Oktober hatte Obermann publik gemacht, er wolle die kriselnde US-Tochter mit einer Fusion wieder flottmachen. Gleichzeitig will der Konzern in Deutschland in den nächsten Jahren für Milliarden ein superschnelles Datennetz bauen. Die dazu notwendigen 30 Milliarden Euro will Obermann sich mit Börsengängen von Unternehmensteilen, einem Sparprogramm und einer niedrigeren Dividende besorgen - ein Bruch mit der bisherigen Kultur.
"Chefstratege wird Kapitän"
Die Bundesregierung bedauerte als Großaktionär Obermanns Ankündigung. Die Nachfolgeregelung spreche aber dafür, dass Kontinuität gewahrt wird, hieß es aus dem Bundesfinanzministerium. Man habe sowohl mit Obermann als auch mit Höttges gute Erfahrungen gemacht. "Wenn der bisherige Chefstratege jetzt Kapitän wird, spricht das dafür, dass Kurs gehalten wird."
Die T-Aktie legte bis zum späten Nachmittag nur leicht um knapp 0,6 Prozent zu. Der Markt müsse sich erst noch seine Meinung zu dem Rücktritt bilden, sagte ein Händler. Finanzvorstand Höttges genieße am Markt aber einen guten Ruf.
dab/Reuters/dpa
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