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Kleinkraftwerke: Telekom drängt ins Energiegeschäft

Bei Festnetz und Mobilfunk verfallen die Umsätze, deshalb sucht die Deutsche Telekom jetzt neue Geschäftsfelder. Künftig wollen die Bonner Blockheizkraftwerke anbieten und vernetzen. Als Kunden hat das Unternehmen vor allem Stadtwerke im Visier.

Telekom-Logo auf der Zentrale in Bonn: Der Konzern plant ein Rundum-sorglos-Paket Zur Großansicht
DPA

Telekom-Logo auf der Zentrale in Bonn: Der Konzern plant ein Rundum-sorglos-Paket

Hamburg - Im Keller von Privathäusern überprüfen Techniker der Deutschen Telekom Chart zeigenbislang nur den Telefonanschluss. Künftig könnten sie sich dort jedoch auch um die Stromversorgung kümmern: Der Dax-Konzern will Energieanbietern laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" den Aufbau kompletter Netze von kleinen, dezentralen Blockheizkraftwerken in privaten Wohnhäusern anbieten. "Unser Angebot ist besonders interessant für Stadtwerke", sagte ein Telekom-Sprecher der Zeitung.

Blockheizkraftwerke nutzen die Kraft von Kleinmotoren zur Stromerzeugung - und die Abwärme gleichzeitig für Heizung und Warmwasser. Nach dem Willen der Bundesregierung soll die energiesparende Technologie ihren Marktanteil bis 2020 auf 25 Prozent verdoppeln.

Die Telekom tritt dem Bericht zufolge mit einem Rundum-sorglos-Paket für die Stadtwerke an. Möglichen Partnern bietet sie ihr Vertriebsnetz, Mitarbeiter vor Ort sowie die Technik an, um Geräte ans Netz anzuschließen. Die Kleinmotoren sollen immer dann anspringen, wenn Strom besonders gefragt und damit teuer ist.

Für das Projekt kooperiert die Telekom mit dem bayerischen Gerätehersteller Motoren-AT und der Softwarefirma Greencom Networks, die Programme für Steuerung und Anzeige des Verbrauchs liefert. Die Kleinkraftwerke würden je nach Vertragskonstruktion den Stadtwerken oder auch Privathaushalten gehören. Auch die Wartung der Mini-Kraftwerke will die Telekom übernehmen.

Der Konzernhatte im Februar enttäuschende Zahlen für 2011 vorgelegt. Angesichts stagnierender Umsätze in seinem Kerngeschäft kündigte das Unternehmen den Start in neue Geschäftsfelder an. Mit der Telekom investiert bereits der zweite branchenfremde Großkonzern in Stromgeschäfte. Seit 2010 baut der Autohersteller Volkswagen Chart zeigen gemeinsam mit dem Hamburger Anbieter Lichtblick ein Netz dezentraler Kellerkraftwerke auf der Basis von Golf-Motoren auf.

dab/dpa-AFX/dapd

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1. Das ist sehr gut !
herbert 13.04.2012
Zitat von sysopDPADas Kerngeschäft stagniert, deshalb sucht die Deutsche Telekom neue Geschäftsfelder. Künftig wollen die Bonner Blockheizkraftwerke anbieten und vernetzen. Als Kunden hat das Unternehmen vor allem Stadtwerke im Visier. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,827294,00.html
Die Telekom hat reichlich Know How und Ingeneuere und kann durch T Systems gut die Sache vernetzen. Zudem hat sie auch das Geld, die Entwicklung weiter nach vorne zu bringen. Kleinkraftwerke sind die Zukunft - Sehr gute Idee!
2. Sehr lobenswert
heiko_2012 13.04.2012
Blockheizkraftwerke nutzen die entstehende Wärme bei der Stromerzeugung zum Heizen und zur Warmwassergewinnung - daher ist die Energieeffizienz dieser Blockheizkraftwerke über 90%. Das sollte gefördert werden weil es weit sinnvoller ist als Windkraftwerke und Solarstrom. Ich wünsche diesem Projekt alles Gute und viel Erfolg !
3. Kommt auf den Treibstoff an...
halbfrosch 13.04.2012
Steht zu hoffen, dass die Motoren wenigstens auf Gasbasis laufen, Hauptsache nicht mit Diesel - noch besser natürlich mit lokaler Biomasse. Der hohe Wirkungsgrad von KWK-Anlagen ist ja toll, aber die Brennstoffe sind immer noch größtenteils fossil und produzieren damit CO2...
4. Vorteile für den Endnutzer ??
denkdochmalmit 13.04.2012
Zitat von sysopDPADas Kerngeschäft stagniert, deshalb sucht die Deutsche Telekom neue Geschäftsfelder. Künftig wollen die Bonner Blockheizkraftwerke anbieten und vernetzen. Als Kunden hat das Unternehmen vor allem Stadtwerke im Visier. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,827294,00.html
Wenn die Telekom mit diesem Model erfolg haben möchte, muß sie mehr Nutzen für den Endkunden bieten als z.B. Lichtblicke. Dort soll man erst 5000€ löhnen und dann noch zusätzlich für die Wärme zahlen. BTW: Wenn die BundesreGIERung wirklich auf dem Feld der BHKW´s vorwärts kommen möchte, könnte sie ja den Neubau konventionelle Großkraftwerke ganz verbieten. Auch ein Blick auf die LENR-Ecats von Rossi könnte mal gemacht werden. Davon hört man in Deutschland so gut wie nichts... =====
5. Wenn ein Schwein fliegen will!
restauradores 13.04.2012
Zitat von sysopDPADas Kerngeschäft stagniert, deshalb sucht die Deutsche Telekom neue Geschäftsfelder. Künftig wollen die Bonner Blockheizkraftwerke anbieten und vernetzen. Als Kunden hat das Unternehmen vor allem Stadtwerke im Visier. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,827294,00.html
Die Telekom sollte erst einmal ihren Service verbessern, manchmal erst überhaupt anbieten. Ob Telekom oder T-Mobile, der Service ist oft grottenschlecht. Bei Hotlines kommt man nicht durch oder hat völlig inkompetente Leute am Hörer - Zuständigkeiten werden hin und her geschoben - Rückrufe werden angeboten, die nie stattfinden - Abrechnungsfehler ohne Ende. Nur die Netzqualität ist gut, aber bei Vodafone auch oder noch besser. Diese Multikonzerne völlig unterschiedlicher Sparten sind zum Teil eine Katastrophe. Sie tanzen auf mehreren Hochzeiten und am Ende auf keiner richtig. Plötzlich merken sie, dass das Geschäft nicht läuft, sie müssen investieren und am Ende sind die Kosten zu hoch. Schuster bleib bei deinen Leisten. Mach Pizza, wenn du Pizzabäcker bist, aber versuch die beste Pizza deiner Region, deines Landes, der Welt zu machen!
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