Bonn - Wertberichtigungen im amerikanischen Mobilfunkgeschäft haben der Telekom einen Milliardenverlust beschert. Im dritten Quartal sei wegen Abschreibungen auf die Krisentochter T-Mobile USA ein Fehlbetrag von 6,9 Milliarden Euro angefallen, teilte der Konzern mit.
Die Belastungen sind Folge der geplanten Fusion der US-Tochter mit dem Rivalen MetroPCS, die Anfang Oktober bekanntgegeben wurde. Nachteil des Deals: Da T-Mobile USA nicht mehr so hoch bewertet wird wie beim Einstieg des Bonner Konzerns vor gut zehn Jahren, müssen insgesamt 7,4 Milliarden Euro auf das Unternehmen abgeschrieben werden. Mit anderen Negativposten summieren sich die Sonderbelastungen für den Konzern im dritten Quartal auf insgesamt 7,8 Milliarden Euro.
Der Vorstand des 230.000 Mitarbeiter starken Unternehmens hält trotz des Milliardenverlusts an seiner Prognose für das Gesamtjahr 2012 fest: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll rund 18 Milliarden Euro erreichen, bei einem freien Barmittelzufluss von 6 Milliarden Euro. Den Aktionären will das Unternehmen in diesem Jahr zudem wie geplant eine Dividende von 70 Cent je Aktie zahlen.
Von dem Sondereffekt in den USA abgesehen, verbuchte der Dax-Konzern aber unter anderem durch das starke Heimatgeschäft solide Zahlen. Der Umsatz blieb im dritten Quartal mit 14,7 Milliarden Euro in etwa konstant. Der operative Gewinn verringerte sich leicht von 4,9 Milliarden auf 4,77 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem schlechteren Ergebnis gerechnet.
heb/dapd/Reuters/dpa
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