Personalvorstand Marion Schick verlässt die Telekom

Marion Schick ist eine der weiblichen Pioniere im Vorstand der Deutschen Telekom, jetzt aber verlässt sie den Konzern - aus gesundheitlichen Gründen.

Telekom-Personalchefin Schick: Scheidet "im gegenseitigen Einvernehmen" aus
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Telekom-Personalchefin Schick: Scheidet "im gegenseitigen Einvernehmen" aus


Bonn - Personalchefin Marion Schick verlässt die Deutsche Telekom. Sie scheide aus gesundheitlichen Gründen und im gegenseitigen Einvernehmen aus, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der Aufsichtsrat bedauerte den Schritt.

Sie habe Verständnis dafür, dass das Ressort Personal und Amt des Arbeitsdirektors im Hinblick auf ihre längere Krankheit wieder besetzt werden müsse, teilte die 55 Jahre alte Managerin mit. Schick wird derzeit von Datenschutzvorstand Thomas Kremer vertreten.

Im Mai 2012 hatte sie die Nachfolge von Thomas Sattelberger angetreten, der sich im Konzern für der Förderung von Frauen in Führungspositionen stark gemacht hatte. Kurz zuvor war Claudia Nemat Europa-Chefin des Konzerns geworden. Der Aufstieg der beiden Frauen in die Führungsriege galt als Vorbild für andere Dax-Konzerne.

Die frühere baden-württembergische Bildungsministerin Schick soll sich in Bonn aber etwas schwergetan haben. Kompetenzen wurden ihr genommen wie etwa die Führungskräfteentwicklung. Zudem wird ihr falsche Themensetzung vorgeworfen, wie beispielsweise mit dem Versuch, ein neues Vergütungssystem für Führungskräfte aufzusetzen.

Der Konzern dürfte nun mit Hilfe eines Personalberaters nach einem neuen Arbeitsdirektor oder einer -direktorin suchen. Intern werden nach Informationen des manager magazin auch Kremer Chancen zugesprochen, in Zukunft beide Ressorts, Personal und Recht, zu leiten. Eine Entscheidung ist diesbezüglich aber offenbar nicht gefallen.

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yes/mai/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
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o.kenobi 11.04.2014
1. Etwa Burnout?
Von Frau Schick stammt das Zitat, dass es bei der Deutschen Telekom kein Burnout gebe. Von da an war ihre Autorität zerstört und sie die Personifizierung der Abgehobenheit und Realitätsferne des Telekom Vorstandes insgesamt, der traditionell keine Ahnung vom Unternehmen zu haben scheint, und das Denken Unternehmensberatungen überlässt. Auch ein Timotheus Höttges bildet da keine Ausnahme. Ein Finanzfachmann an der Spitze eines Telekommunikationskonzerns. Fachwissen? Fehlanzeige! Profitfixierung? Garantiert!
ferdi111 11.04.2014
2. Sehr interessant..
Diese Nachricht war für mich heute die wichtigste Information. Jeden Tag ist es für mich wichtig zu wissen, wo und welcher Vorstand bei den 343299 Firmen wechselt. Ich bin froh, dass diese Frau nicht wegen der Kohle wechselt und anderso anfängt. Das ist war für mich heute das absolut Wichtigste! Danke Spon, wenn es dieses Online-Magazin nicht gäbe..ich würde mich heute noch aufhängen!
maxleferrailleur 11.04.2014
3. Drama in deutschen Industrie
wie kann diese Peson denn den "Posten" (so muß es in diesem Fall wohl heißen) antreten, wenn ihr "die Führungskräfteentwicklung genommen wurde"? Früher gab es die Funktion "Verantwortlich für Personal-und Organisationsentwicklung" in den großen Unternehmen. Geleitet von Personen, die eine solide eigene Entwicklung in diesen Themen vorweisen konnten, hatten sich selbst lange Jahre mit der eigenen Rolle beschäftigt und konnten glaubhaft führen. Sie waren Mitglied des Vorstandes und hatten maßgeblich Einfluß auf die Entwicklung des Unternehmens. Sie wurden von den Bereichsleitern als Partner geshätzt. Sie legten sich auch schon 'mal mit den anderen Verantwortlichen an, wenn sie anderer Überzeugung waren. Heute ist es in Deutschland wie in Fankreich schon sehr lange: sie heißen nicht mehr "Verantwortliche für Personal- und Organisationsentwicklung", sind Ausführungsorgane des Vorstandes - wie sollten sie auch anders? Ihr Werdegang, ihre Zukunfstvorstellungen und ihr (un-) professionnelles Profil läßt ihnen ja gar keine andere Wahl!
quark@mailinator.com 11.04.2014
4. Wie jetzt ?
Zitat von sysopDPAMarion Schick ist eine der weiblichen Pioniere im Vorstand der Deutschen Telekom, nun aber verlässt sie den Konzern. Sie scheide aus gesundheitlichen Gründen und im gegenseitigen Einvernehmen aus, heißt es. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/telekom-marion-schick-verlaesst-die-telekom-a-964018.html
Also entweder ist sie EINER der weiblichen Pioniere oder sie ist EINE der Pionierinnen, aber das, was Sie geschrieben haben, gibt die deutsche Sprache nicht her. Immer dieses Überfemininisieren ... so wie Kätzin oder Friseusin usw. Eigentlich hieße es auch Beamte und nicht Beamtin, denn man sagt ja auch nicht Angestelltin ... Absurde Erniedrigung der Sprache vor einem Geschlecht, welches nach Aufmerksamkeit schreit.
TST1998 11.04.2014
5. Die wievielte Quotenfrau hat es nun versucht?
Die wievielte Quotenfrau hat es nun versucht? Bloß gut das Frauen doch so über alles kompetent sind...
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