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Terrorschutz für Leitstellen: Regierung drängt Bahn zum Bunkerbau

Die Bundesregierung bangt um die Sicherheit des Schienenverkehrs. Weil die Bahn zu schlecht gewappnet sei, droht dem Zugbetrieb angeblich bei Naturkatastrophen und Anschlägen der Zusammenbruch - nach SPIEGEL-Informationen soll der Konzern nun Dutzende unterirdische Krisenleitstellen einrichten.

Betriebszentrale der Deutschen Bahn: Bald auch unter Tage? Zur Großansicht
dapd

Betriebszentrale der Deutschen Bahn: Bald auch unter Tage?

Hamburg - Das Bundesverkehrsministerium sorgt sich um die Sicherheit der Bahn bei terroristischen Anschlägen und Naturkatastrophen. Um den Zugverkehr in solchen Fällen aufrechterhalten zu können, soll die Deutsche Bahn 40 unterirdische Krisenleitstellen bauen.

Dafür müssen 37 Schutzräume, die Relikte des Kalten Krieges sind, mit moderner Kommunikations- und Sicherheitstechnik aufgerüstet werden. In Dresden, Leipzig und Berlin soll die Bahn neue Bunker bauen. Die Krisenleitstellen sollen so massiv sein, dass sie auch noch arbeitsfähig sind, wenn der darüberliegende Bahnhof zerstört ist.

100.000 Euro veranschlagt das Ministerium für die Aufrüstung jedes bestehenden Bunkers, die Kosten für die Neubauten sind in einer Ministeriumsvorlage für den Haushaltsausschuss des Bundestages noch nicht beziffert. Das Vorhaben ist zwischen Bundesregierung und Parlament umstritten. Schließlich bekommt die Deutsche Bahn aus dem Bundeshaushalt für Zivilschutzmaßnahmen jedes Jahr rund sechs Millionen Euro, weitere vier Millionen Euro für den Umbau der Bunker wollten die Haushälter nicht bewilligen.

Im Mai hatte der Rechnungsprüfungsausschuss die Mittel für Krisenleitstellen der Bahn gesperrt. Das Verkehrsministerium dringt nun auf eine Freigabe wegen der "gestiegenen Gefährdung von Bahnanlagen" durch linke Autonome, islamistische Terroristen und den Klimawandel.

Beim "Hochwasser in Pakistan" seien, so heißt es in dem Ministeriumspapier zur Begründung, "über 180 Brücken zerstört worden". Für Gesine Lötzsch von der Linken Bundestagsfraktion eine gewagte Begründung: Statt neue Bunker zu bauen, wäre es "viel dringlicher, eine 'Krisenleitstelle' im Stuttgarter Hauptbahnhof einzurichten".

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 51 Beiträge
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1. ;.d
vitacola_hessen 29.10.2010
deshalb wird der Bahnhof in Stuttgart nach unten verlegt. Wegen: linken autonomen, radikalen Islamisten, und Umweltkatastrophen. Hätte Herr Mappus das so erklärt, wären die Stuttgarter sicher einverstanden gewesen.
2. S21...
nichtaufregen 29.10.2010
Zitat von vitacola_hessendeshalb wird der Bahnhof in Stuttgart nach unten verlegt. Wegen: linken autonomen, radikalen Islamisten, und Umweltkatastrophen. Hätte Herr Mappus das so erklärt, wären die Stuttgarter sicher einverstanden gewesen.
... ist ein Problem der Kommunikation. Die Idee ist ja gut!
3. X
flodur, 29.10.2010
Hä, was haben bitte unterirdische, geschützte Leitstellen mit kaputten Brücken zu tun? Wenn Brücke kaputt dann Brücke kaputt und nix mit Zugverkehr. Da bringt auch eine funktionsfähige Leitstelle nix.
4. versteh ich nicht
göpgöp 29.10.2010
was hätten Bunker am 11 märz 2004 in Madrid gebracht? Ah, die wissen im vornhinein wo was passiert und evakuieren die Passagiere dann rechtzeitig. Oder verkauft irgend ein Schwager eines in der Regierung sitzenden Kommunikations- und Sicherheitstechniken. Kann mich bitte jemand aufklären?
5. Terror kanalisieren
Roger Kox 29.10.2010
Neues Terrorziel Nummer 1: die größten deutschen Bahnhöfe ohne Bunker! Zu den Brücken: Über kaputte Brücken kann nicht gefahren werden, das stimmt. Aber je weniger Schiene ich zur Disposition zur Verfügung habe, desto wichtiger ist eine gut funktionierende Leitstelle für wichtigen Güter- und Personenverkehr. Güter zum "Krisengebiet", Personen raus!
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Logistik-Riese: Wichtige Fakten über die Bahn

Deutsche Bahn
Der Konzern
dpa
Mit einem Umsatz von 39,3 Milliarden Euro und weltweit 285.000 Mitarbeitern ist die Deutsche Bahn einer der größten Konzerne des Landes. 2012 machte die Bahn einen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro. Jedes Jahr transportiert die Bahn weltweit fast zwei Milliarden Reisende im Fern- und Nahverkehr.
Die Geschäftsfelder
Die Deutsche Bahn bietet neben dem Personenverkehr auch andere Transport- und Logistikdienstleistungen (DB Schenker) an. Gut ein Drittel des Umsatzes erzielt das Unternehmen mit dem Fern- und Nahverkehr und dem Betrieb von Bussen im Stadtverkehr. Der Bereich DB Schenker, in dem unter anderem der Schiengüterverkehr gebündelt ist, trägt rund die Hälfte zum Gesamtumsatz bei.
Der Chef
REUTERS
Rüdiger Grube ist seit Mai 2009 Chef der Deutschen Bahn. Der Top-Manager hat sich von der Hauptschule über eine Berufsausbildung und ein Studium bis an die Spitze des Logistikkonzerns hochgearbeitet. Vor seinem Wechsel zum Staatsunternehmen war er im Vorstand des Autobauers Daimler für die Konzernentwicklung zuständig. Davor arbeitete Grube mehrere Jahre bei der Daimler-Benz Aerospace (DASA), die später im Luft- und Raumfahrtkonzern EADS aufging.

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