Aufregung nach Musk-Tweet Tesla-Aktie vom Handel ausgesetzt

Kursschwankungen bei Tesla: Erst wird bekannt, dass Saudi-Arabien Anteile hält. Dann erwägt Gründer Musk auf Twitter, das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Nasdaq setzte den Handel zeitweise aus.

Elon Musk
Mark Brake/Getty Images

Elon Musk


Ein Tweet vom Nutzerkonto von Tesla-Chef Elon Musk hat an der Börse für Aufregung gesorgt. Der Tech-Milliardär überraschte am Dienstag via Twitter mit der Nachricht, er erwäge, sein Unternehmen bei einem Aktienkurs von 420 Dollar zu privatisieren, also von der Börse zu nehmen. Die Finanzierung sei gesichert, hieß es weiter.

Es folgten weitere Tweets, unter anderem: "Aktionäre könnten entweder zum Preis von 420 Dollar verkaufen oder ihre Aktien behalten". Die Technologie-Börse Nasdaq, an der Teslas Papiere gehandelt werden, zog am Nachmittag (Ortszeit) angesichts der Kursschwankungen rund um das Tweet-Gewitter die Bremse und setzte den Handel zwischenzeitig aus.

In einer E-Mail, die im Firmen-Blog veröffentlicht wurde, bestätigte Musk später gegenüber den Tesla-Mitarbeitern seine Planspiele und erklärte seine Beweggründe. Eine endgültige Entscheidung, die Firma von der Börse zu nehmen, gebe es noch nicht, hieß es in dem Schreiben.

Es gehe darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem Tesla am besten operieren könne. Die starken Schwankungen des Aktienkurses seien eine große Ablenkung für alle Mitarbeiter. Zudem sorge die mit der Börsennotierung einhergehende Pflicht, Quartalszahlen zu veröffentlichen, für enormen Druck.

"Alle Aktionäre sollen dabei bleiben"

Ferner bekräftigte Musk gegenüber der Belegschaft, was er zuvor schon bei Twitter ausgeführt hatte: Gehe es nach ihm, so sollten alle Investoren eine Wahl erhalten und entweder zum Preis von 420 Dollar verkaufen oder ihre Aktien behalten können, falls Tesla privatisiert werden sollte. "Meine Hoffnung ist, dass alle Aktionäre dabei bleiben, aber wenn sie es bevorzugen, sich rauskaufen zu lassen, dann geschieht es zumindest mit einem netten Kursaufschlag."

An der Börse war die Reaktion noch vor der Stellungnahme heftig ausgefallen - die Tesla-Aktie stand vor dem Handelsstopp mit 7,4 Prozent im Plus bei gut 367 Dollar.

Als die Aktie nach dem zwischenzeitlichen Stopp am späten Nachmittag (Ortszeit) wieder gehandelt wurde, legte der Kurs um zwölf Prozent zu. Zuvor hatte bereits ein Zeitungsbericht für kräftigen Kursauftrieb gesorgt, laut dem Saudi-Arabiens Staatsfonds PIF eine große Tesla-Beteiligung aufgebaut hat.

Der Fonds halte inzwischen drei bis fünf Prozent am Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Damit hätte der Anteil einen aktuellen Wert zwischen 1,7 Milliarden und 2,9 Milliarden Dollar.

Der über mehr als 250 Milliarden Dollar an Anlagegeldern verfügende Staatsfonds wäre damit einer der fünftgrößten Tesla-Aktionäre. Stellungnahmen von Tesla und PIF lagen zunächst nicht vor.

Tesla geht derzeit hohes Risiko mit seinem Hoffnungsträger Model 3, und an den Finanzmärkten laufen sehr viele Wetten auf Kursverluste der Aktien.

Pläne für große Fabriken in China und Europa

Die Produktion des ersten günstigeren Teslas für die breite Masse verschlingt enorm viel Geld, kam aber noch nicht wie erhofft in die Gänge. Zuletzt gab es allerdings schon deutliche Fortschritte.

Einige Analysten gehen angesichts des Model-3-Aufwands und Teslas ambitionierter Expansionspläne - es sollen beispielsweise große Fabriken in China und Europa gebaut werden - davon aus, dass bald eine Kapitalerhöhung nötig wird.

Musk wies dies bislang stets zurück und versprach Anlegern sogar, dass die bislang verlustreiche Firma bald profitabel wird.

Dem Bericht der "Financial Times" zufolge hatten die Saudis zunächst neu ausgegebene Aktien kaufen wollen, dies habe Tesla jedoch abgelehnt. Daraufhin habe der Staatsfonds sich mit Hilfe der Großbank JPMorgan am Markt mit den Papieren eingedeckt.

tin/dpa



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