Tesla Motors Aktionäre stimmen gegen Teil-Entmachtung von Elon Musk

Rückendeckung für den in die Schusslinie geratenen Tesla-Chef: Eine Mehrheit der Aktionäre hat gegen einen Vorstoß gestimmt, Elon Musks Machtfülle zu beschneiden. Er darf weiter Vorstand und Verwaltungsrat führen.

Tesla-Gründer Elon Musk (Archiv)
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Die Mehrheit der Tesla-Aktionäre einen Vorstoß abgelehnt, der den Einfluss von Unternehmensgründer Elon Musk auf das Unternehmen zu beschränken. Sie stimmten bei der Hauptversammlung gegen den Vorschlag, Musk die gleichzeitige Führung des Verwaltungsrats und des Vorstands zu verbieten. Auch blieb eine Initiative erfolglos, mit der die Wiederwahl von drei seiner Vertrauten - darunter Musks Bruder Kimbal - als Verwaltungsräte verhindert werden sollte. Am Markt kam das gut an, die Aktie drehte nachbörslich leicht ins Plus.

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Musk hatte in den vergangenen Monaten mit etlichen negativen Schlagzeilen zu kämpfen. Unfälle mit dem Fahrassistenzprogramm "Autopilot" sorgten wiederholt für Aufsehen, Probleme bereitet aber vor allem der stockende Start der Serienfertigung des Hoffnungsträgers Model 3.

Auf Kritik reagierte Musk zuletzt zunehmend gereizt, bei einer Konferenzschalte kanzelte er nach Vorlage der Quartalszahlen Analysten ab, deren Fragen er langweilig und "nicht cool" fand. Bei Twitter wetterte er kürzlich gegen die "großen Medien" und angeblich unfaire Berichte. Am Finanzmarkt, wo es lange nur bergauf ging, sieht es nicht mehr so gut aus - die Tesla-Aktie ist im Jahresvergleich um 17 Prozent gesunken.

Gegenüber den Investoren räumte Musk Schwierigkeiten ein und gab zu: "Wir haben viele Fehler bei der Model-3-Produktion gemacht." Er halte es jedoch für wahrscheinlich, dass Tesla bis Juni sein bereits mehrfach verschobenes Ziel erreiche, pro Woche 5000 Stück seines ersten günstigeren Autos zu fertigen. Das hatte sich Tesla eigentlich schon für Ende 2017 vorgenommen. Aktuell liegt die wöchentliche Produktionsrate laut Musk bei rund 3500 Model 3.

Unterdessen hat der US-Elektroautobauer Pläne zum Bau eines Werks in Shanghaivorgestellt. Es handle sich um die erste "Gigafabrik" des Unternehmens außerhalb der USA, sagte Tesla-Verkaufschef Robin Ren am Dienstag bei der Aktionärsversammlung in San Francisco. Gespräche mit Regierungsvertretern in China diesbezüglich seien "großartig" verlaufen. Weitere Details zu dem Werk würden in Kürze bekannt gegeben. Tatsächlich berät Tesla seit längerem über die Fabrik. Knackpunkt war bislang die Forderung der Chinesen, Tesla müsse ein Joint Venture mit einem lokalen Partner eingehen.

Tesla-Chef Elon Musksagte, damit der Konzern weltweit bezahlbare Autos anbieten könne, sei es "wichtig, die Produktion mindestens auf die Kontinent-Ebene" zu bringen. Er hoffe zudem bis Jahresende den Ort für eine solche "Gigafabrik" in Europa festlegen zu können. Langfristig strebe Tesla weltweit zehn bis zwölf solcher Werke an.

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beb/dpa/AFP

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