China Tesla baut Fabrik in Shanghai

Tesla will eine eigene Fabrik in Shanghai bauen. Das Werk soll 500.000 Fahrzeuge pro Jahr für den chinesischen Markt liefern. So könnte die Firma die US-Zölle umgehen.

Tesla-Werk
TESLA

Tesla-Werk


Die Fabrik des Elektroautoherstellers Tesla in Shanghai ist beschlossene Sache. Eine entsprechende Vereinbarung sei am Dienstag unterzeichnet worden, teilte die Stadtverwaltung mit. Jährlich sollen in dem Werk 500.000 Fahrzeuge hergestellt werden. Bei der Feier war auch Tesla-Chef Elon Musk anwesend.

Es soll das größte Werk außerhalb der USA des Elektroautobauers werden, der international expandieren will. In Shanghai hat Tesla bereits ein Zentrum für Technik und Entwicklung.

Tesla plant schon länger den Bau einer eigenen Fabrik in China, um vom stark wachsenden Markt für Elektroautos zu profitieren. Zudem entgeht das Unternehmen auf diese Weise den Einfuhrzöllen von 25 Prozent für US-Fahrzeuge, die im Zuge des Handelsstreits verhängt wurden. Allein am Wochenende hob Tesla die Preise in China an: die Fahrzeuge sind nun 70 Prozent teurer als in den USA.

In Europa sucht Tesla ebenfalls einen Standort - er soll bis Ende des Jahres gefunden sein. Das Unternehmen nennt seine geplanten Werke "Gigafabriken", weil dort sowohl die Autos als auch die für den Elektroantrieb benötigten Batterien hergestellt werden sollen.

In den USA baut Tesla seine Autos im Bundesstaat Kalifornien zusammen, die Batterien produziert das Unternehmen im Bundesstaat Nevada. Derzeit hinkt der Autobauer seinem Produktionsplan aber stark hinterher. In Kalifornien sollen eigentlich 5000 Model-3-Autos pro Woche vom Band laufen - im April waren es zeitweise nur 2000.

hej/dpa-AFX/Reuters/AFP



insgesamt 18 Beiträge
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seppfett 10.07.2018
1. Was wird da DT sagen?
Tesla ist sehr böse, wird DT sagen, da er nicht kapiert hat, dass Zölle kein Heilmittel für die seit Jahren marode US-Autoindistrie sind. Globalisierung ist nicht das Problem, es ist vielmehr das unkontrollierte Outsourcing in Niedriglohnländer. Durch Zölle wird dieses Outsourcing auch für teurere Produkte interessant. Deswegen bin ich kein TTIP- Gegner mehr. Aber diesen Vertrag hätte er wahrscheinlich auch aufgekündigt.
_rasenmäher 10.07.2018
2. Die spannende Frage ist doch eher
...ob Tesla bis Baubeginn nicht schon längst insolvent ist. Ankündigen kann der illustre Herr M. ja wie kein Zweiter, aber Autos mit Gewinn bauen und verkaufen hat er noch nicht geschafft...
kj.az 10.07.2018
3. make America great again !
Selbst wenn Tesla bereits vor den Strafzöllen den Bau einer Fabrik in China geplant hatte, im Licht der momentanen Situation ist es für Mr. Trump ein herber Rückschlag. Was ihn und seine zahlreichen Anhänger aber nicht hindert, das Grosse Lied der Selbstbeweihräucherung zu singen, wie gerade eben im Bundesstaat Montana. Donnie macht keine Fehler, Donnie richtet jetzt nur, was das Grosse Amerika selbst angezettelt hat: Globalisierung ging NICHT von China aus, auch nicht primär von Europa, die Spielregeln wurden von Wirtschaft und Finanz der USA geschrieben, die Politik ermöglichte die Umsetzung. Es macht stellenweise jedoch nur noch fassungslos, mit welcher Aggressivität die Jünger Trumps ihren Messias verehren.
tinnytim 10.07.2018
4.
Zitat von _rasenmäher...ob Tesla bis Baubeginn nicht schon längst insolvent ist. Ankündigen kann der illustre Herr M. ja wie kein Zweiter, aber Autos mit Gewinn bauen und verkaufen hat er noch nicht geschafft...
Sie meinen die Firma, dir derzeit mit einem KGV von 136 ander Börse ist? Zum Vergleich: VW steht bei einem Verhältnis von 5 und BMW bei 7. Selbst wenn man die Spekulationsanteile raus rechnet, die mit Sicherheit nicht unerheblich sind, scheint das Marktvertrauen in die Firma ungebrochen. Der Verlust pro Aktie hat sich in einem Jahr halbiert und wird im kommenden Jahr wahrscheinlich in einen Gewinn übergehen. Also kommt Ihr Untergansszenario doch etwas aus heiterem Himmel. Porsche wird dieses Jahr wegen verschleppt len Abgasanpassungen wahrscheinlich keine Autos mehr zulassen können, haben Sie dazu auch eine fundierte Meinung?
dermarkusb 10.07.2018
5. Nur konsequent
Meiner Meinung nach ist es nur konsequent, die USA hinter sich zu lassen und nach China zu gehen. BMW hat in den letzten Tagen massive Investitionen dort angekündigt, ebenso wie Daimler. China ist der Zukunftsmarkt für Elektromobilität und autonomes Fahren und daher ist die Entscheidung von Tesla ganz klar sinnvoll. Donald Trump wird schäumen, aber das tut er ja ohnehin immer und überall. Die Zukunft des Autoindustrie wird in China liegen, während in den USA Ford und Co. wohl auch die nächsten 50 Jahre spritfressende Monster bauen werden, die im Rest der Welt keiner will. Dafür wird überall Fracking betrieben und vor der Küste eine Perlenkette von Ölplattformen gebaut. Die USA werden in zehn Jahren in den wichtigsten Zukunftsfeldern jeden Anschluss verloren haben. Dafür sorgt der Präsident der Herzen.
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