Neue Fabrik Tesla investiert offenbar fünf Milliarden Dollar in China

Tesla plant Berichten zufolge, fünf Milliarden Dollar in den Bau einer neuen Fabrik in China zu stecken. Ausschlaggebend dafür könnte der Handelsstreit zwischen der Volksrepublik und den USA sein.

Tesla-Fahrzeuge
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Tesla-Fahrzeuge


Der Elektroauto-Hersteller Tesla plant offenbar, fünf Milliarden US-Dollar für sein neues Produktionsgelände in China aufzuwenden. Ab 2020 soll nahe Shanghai das neue Model 3 gebaut werden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen Insider.

Laut Informationen des Nachrichtensenders CNN soll der Bau der Fabrik etwa zwei Jahre dauern. Nach drei weiteren Jahren soll eine Produktionskapazität von 500.000 Fahrzeugen pro Jahr erreicht werden.

Tesla gab laut dem Fernsehsender an, der alleinige Eigentümer der Anlage zu werden. Normalerweise müssen ausländische Autokonzerne Kooperationen mit chinesischen Unternehmen eingehen, um Produktionsstandorte in China eröffnen zu dürfen.

China ist weltweit der größte Markt für Elektroautos. Für Tesla ist es nach den USA der zweitgrößte Absatzmarkt. Ausschlaggebend für die Investition dürfte wohl auch die US-Handelspolitik sein. Zuletzt musste Tesla die Preise um mehrere Zehntausend Dollar erhöhen, um Strafzölle aufzufangen. Mit der geplanten Produktion in China umgeht Tesla Einfuhrzölle von 25 Prozent für US-Fahrzeuge, die im Zuge des Handelsstreits verhängt wurden.

Das Geld zum Bau der Fabrik wolle Tesla in China aufnehmen, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg den Insider. Zuletzt hatte sich China für eine weitere Öffnung seiner Wirtschaft ausgesprochen.

Derzeit hinkt der Autobauer seinem Produktionsplan stark hinterher. In Kalifornien sollen eigentlich 5000 Model-3-Autos pro Woche vom Band laufen - im April waren es zeitweise nur 2000. Im Juni verlagerte das Unternehmen eine Produktionslinie in ein Zelt, um seine Vorgaben zu realisieren.

ire/dpa-AFXP

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oli69 01.08.2018
1. Plausibilität
Wie plausibel ist, dass TESLA, welches seit Gründung Milliarden Verluste jährlich einfährt, 5 Mia. USD in China investieren kann ? Die Liquidität bei Tesla war im Frühling noch bei knapp 3 Mia. USD und dürfte nun deutlich tiefer sein, da Tesla gemäss letzte Zahlen, 390'000 USD Verlust pro Stunde macht. Die meisten Analysten rechnen aufgrund dieser Zahlen, dass Telsa bis Ende Jahr neues Kapital aufnhmen muss. Guru Elon Musk verspricht jedoch dass dies nicht nötig ist. Und nun will er sogar noch 5 Mia. in China investieren ? Er glaubt wirklich nicht an Mathematik sondern nur an (seine) Magie. Lang wird er wohl seine Aktionäre so nicht mehr hinhalten können.
Beijinger 01.08.2018
2. Elon Musk, der visionäre Scharlatan
ist wieder mal auf Tour, seine inzwischen eher ernüchterten Jünger, sorry, Aktionäre, zu weiteren Aktienkäufen zu verführen. Dabei ist nicht mal klar, ob China ausgerechnet für Tesla eine Ausnahme seiner strengen Regeln für die Automobilindustrie als Schlüsselindustrie machen wird, einen chinesischen JV-Partner zu haben. Und für Elektroautomobile haben die chinesischen Hersteller bereits ihre starken Marken gesetzt. Da wartet hier keiner mehr auf Tesla mit einer Fabrik in Shanghai. Vor allem, so lange er seine Produktionsprobleme in den USA nicht in den Griff bekommt.
observerlbg 01.08.2018
3. Lasst das nicht DT hören....
Ja und? Ist doch maximal ökonomisch, die Teile da zu produzieren, wo die Nachfrage am Größten ist. Und wenn an zweiter Stelle schon China steht, dann eben in China. Dort lässt sich auch bedeutend schneller geplantes umsetzen und dort sind auch viel leichter Fachkräfte zu bekommen. Und als positive Nebeneffekte sind die Lohnkosten deutlich niedriger und die Einfuhrzölle maximal niedrig. Nein, das waren NIE die Hauptbeweggründe für Elon Musk. Wir kennen ja alle seinen Patriotismus und sein Altruismus.
ingo_meyer 01.08.2018
4. In den USA hängt die Produktion den Erwartungen hinterher...
..., die Analysten der verschiedenen Finanzagenturen der Wall-Street raten zum Verkauf. Shortseller haben Hochkonjunktur und Elon Musk macht den Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und dem Saarland den Mund wässrig. Die Pfälzer haben immer noch nicht genug von Hahn und dem Nürburgring. Jetzt also Musk und der dann noch in China. Da ist jeder Hütchenspieler seriöser!
cwa.silvestrin 01.08.2018
5.
Schlechte Berichterstattung: "In Kalifornien sollen eigentlich 5000 Model-3-Autos pro Woche vom Band laufen" das tun sie aktuell auch. Warum wird hier auf eine Zahl vom April verwiesen, wenn diese Marke aktuell getroffen wird?
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