Analystenkonferenz zu Tesla Elon Musk mag nicht antworten - Aktie bricht ein

Analysten wollten von Elon Musk wissen, wie viel Geld genau er pro Elektro-Fahrzeug verdient. Der Tesla-Gründer reagierte dünnhäutig. Die Konsequenz der Investoren? Drastisch.

Tech-Pionier und Teilzeit-Griesgram Elon Musk
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Tech-Pionier und Teilzeit-Griesgram Elon Musk


Der Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla hat kritische Fragen von Analysten mürrisch abgebügelt - und damit die Aktien seines Unternehmens auf Talfahrt geschickt. Im nachbörslichen Handel gaben die Anteilsscheine um fünf Prozent nach, obwohl Elon Musk Investoren baldige Erfolge mit dem neuen Model 3 versprach.

Von dem Fahrzeug erhofft sich das kalifornische Unternehmen eigentlich einen Durchbruch auf breiter Front. Im abgelaufenen Quartal schrieb Tesla einen Rekordverlust, der mit 710 Millionen Dollar allerdings nicht so groß war wie von Experten befürchtet.

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Elektromobilität: Tesla ringt mit der Großserie

Investoren reagierten auf die Zahlen zunächst entspannt: Der Aktienkurs bewegte sich kaum. Dies änderte sich, als der 46-jährige Musk in einer Telefonkonferenz Analysten unterbrach. "Diese Fragen sind so trocken. Die machen mich fertig", sagte der Milliardär, der auch Chef des Weltraumunternehmens SpaceX ist.

Produktion hinkt hinterher

Er reagierte damit auf die Frage, wie viele künftige Model-3-Käufer bereits ihre Sonderausstattungen ausgewählt haben - ein Hinweis darauf, wie viel Geld Tesla mit den Autos verdient. Ein anderer Analyst fragte nach dem Kapitalbedarf, bevor er von Musk unterbrochen wurde. Die Aktie brach daraufhin ein. Der Marktwert von Tesla ging in kurzer Zeit um mehr als zwei Milliarden Dollar zurück.

Vom Erfolg des Model 3 hängt die Zukunft von Tesla ab. Musk hatte kürzlich Fehler bei dem Projekt eingestanden. So setzte er bei der Produktion zu stark auf Automatisierung, was zu Verzögerungen führte. Bis Ende Juni will Tesla wöchentlich 5000 Model 3 vom Band laufen lassen. In der letzten April-Woche seien 2270 Stück gebaut worden, sagte Musk. In der zweiten Jahreshälfte sollen damit Gewinne erwirtschaftet werden.

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Elon Musks Visionen: Tesla, Trips zum Mars und Tunnelbohrer

beb/Reuters



insgesamt 185 Beiträge
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Seite 1
Das Pferd 03.05.2018
1.
das kommt davon, wenn man alles selbst machen will. Ein verantwortlicher Finanzvorstand hätte einfach sachlich geantwortet. Und für die kritischen Fragen hätte er sich Formulierungen bereit gelegt.
eryx 03.05.2018
2.
Muss eigentlich nur ich ständig an die Geschichte von "Des Kaisers neue Kleider" denken, wann immer es um Elon Musk geht?
ulrich.schlagwein 03.05.2018
3. Herstellungskosten
Manchmal erinnert Musks Wettlauf mit der Wahrheit an ein Ponzi - Schema. Er muss dauerhaft gute Neueigkeiten "produzieren", damit von der Gegenwart und der Vergangenheit abgelenkt wird. Die Rendite wir so lange massiert, bis das Spektakel nicht mehr zu verheimlichen sein wird. Dagegen wird das Matratzenlager im Werk Fremont (war einmal GM/Toyota NUMMI) als ein Himmelbett erscheinen. Warum baut Herr Musk nicht ein enlager fuer die verbrauchten Batterien und deren Inhalte in der Wueste von Nevada? Das wuerde doch die Boerse richtig erfreuen. Finanziert aus den Boersengewinnen...
cw72 03.05.2018
4. Aktie bricht ein ?
Ein kurzer Blick auf den Tesla-Chart zeigt, dass die Volatilität dieser Aktie allein in der letzten Woche höher war, als das, was hier als Einbruch bezeichnet wird. "Der Marktwert von Tesla ging in kurzer Zeit um mehr als zwei Milliarden Dollar zurück." Ja, nachdem er innerhalb von wenigen Tagen um den doppelten Betrag doppelte gestiegen war, gin gie Aktie auf den Stand von vor drei Tagen zurück... Aber Anstieg ist ja immer normal, ein leichtes Nachgeben gleich ein Crash. Das ist unsachlich.
triptychon5zehn 03.05.2018
5.
Tja, wenn das Geld wichtiger ist als die Ware - dann sind wir im Kapitalismus.
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