Reaktion auf neue Zölle Tesla erhöht Preise in China

Der Handelsstreit zwischen den USA und China kommt bei Tesla an. Der Elektroautohersteller erhöht seine Preise in der Volksrepublik um rund 20 Prozent. So wird ein Geländewagen um fast 20.000 Euro teurer.

Tesla-Autohaus in Peking
AFP

Tesla-Autohaus in Peking


Wenige Tage nach der Einführung von neuen Zöllen zwischen den USA und China reagiert der Elektroautobauer Tesla: Das Unternehmen erhöht seine Preise in der Volksrepublik deutlich. Damit verteuern sich die Modelle X und S auf dem chinesischen Markt um rund 20 Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. Der Preis für einen Geländewagen Model X steigt um fast 20.000 Euro auf umgerechnet rund 119.000 Euro. Erst im Mai hatte Tesla auf dem wichtigen chinesischen Markt Preissenkungen eingeleitet.

"Preiserhöhungen werden auf die Umsätze drücken, aber Tesla muss angesichts der Verluste die Preise anheben, weil sie es sich nicht leisten können, die höheren Kosten durch die Zölle ganz aufzufangen", sagte Analyst Efraim Levy von CFRA. Experten rechnen damit, dass weitere Autokonzerne die Preise in China für aus den USA gelieferte Wagen anheben oder größere Teile der Produktion dorthin verlagern werden.

Für Tesla Chart zeigen ist China ein wichtiger Markt, weil die Volksrepublik die Elektro-Mobilität wegen der starken Luftverschmutzung deutlich ausbauen will. Das China-Geschäft machte vergangenes Jahr etwa 17 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Tesla lieferte mehr als 15.000 Fahrzeuge nach China und plant eine Fabrik in Shanghai. Unternehmenschef Elon Musk wird am Dienstag in Shanghai erwartet, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtete. Im Anschluss wolle er nach Peking reisen. Eine Tesla-Sprecherin wollte sich nicht dazu äußern.

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Zölle auf US-Produkte: Diese Waren könnten teurer werden

Auch BMW hat Preiserhöhungen für Fahrzeuge angekündigt, die aus den USA nach China exportiert werden. BMW Chart zeigen produziert im Werk Spartanburg in South Carolina die Geländewagen der X-Reihe. Im vergangenen Jahr gingen von den in den USA gefertigten Fahrzeugen gut 100.000 nach China. Besonders beliebt ist bei chinesischen Kunden der X3, weshalb der Geländewagen jetzt auch vor Ort gefertigt wird.

Als Reaktion auf die von US-Präsident Donald Trump erhobenen Zölle auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar hat China seit Freitag Vergeltungszölle in gleicher Höhe unter anderem auf US-amerikanische Autoimporte, Sojabohnen und Baumwolle bis hin zu Schweinefleisch eingeführt.

mmq/Reuters

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hardy.stiefel 10.07.2018
1. Wer ein bestimmtes Auto will
der zahlt auch einen höheren Preis. Wer aber ein gutes Preis-Leistungsverhältnis möchte, der wird jetzt in diesem Riesenmarkt China auch die Preise vergleichen. Was zu Lasten dann der Importfahrzeuge gehen wird. BMW produziert in China, spart sich viel Geld dabei und dieser Riesenmarkt rechtfertigt eine Vor-Ort Produktion auf alle Fälle. Falls es sich von den Absatzzahlen her rechnet, wird wohl auch Tesla nach China mit einem Zweigwerk verlegen. In der Regel verläuft dieses zunächst ohne Arbeitsplatzverluste in den USA, kann aber sehr schnell sich ändern und ein ganzes TeslaWerk wird in den USA geschlossen. Die US- und Chinazölle sind hier Beschleuniger, keine Ursachen. Aber Trump bleibt für diese Entwicklung der Verantwortlche mit seiner Zollentscheidung.
pragmat 10.07.2018
2. Endlich
So langsam wird wohl allen klar, dass Zölle nur Steuern auf Waren sind, die eine Landesgrenze passieren und die entweder vom Produzenten/Kaufmann oder vom Endverbraucher an die Staatskasse bezahlt werden. Im Fall Tesla ist das nun der chinesische Kunde, der in die Pekinger Kasse einzahlt. Auch die Ausweichstrategien der Unternehmen werden schön deutlich, wie man den höheren Kosten entgehen kann, wenn man seinen Gewinn beibehalten will. Man verlegt ganz einfach die Produktion in das Importland wie Tesla nach China oder in ein Niedrigzoll-Land wie Harley-Davidson nach Indien. Mal sehen, wie sich die deutschen Automobilbauer entscheiden werden, wenn die Steuererhöhungen auf die BMWs, Daimlers und Porsches kommen. Denn das ist sicher, bei der Verhandlungsführung der EU-Kommission!
realist4 10.07.2018
3. Er weiss nicht was er tut
Trump hat da eine Kettenreaktion losgetreten, welche für alle nur Nachteile bringt. Logischerweise zuerst durch höhere Verbraucherpreise, was natürlich eine Reduktion des Konsums nach sich zieht und dadurch Arbeitsplätze kostet. Dies in allen betroffenen Ländern. Danach kommen starke Produktionsverlagerungen, auch dies kostet Geld und wird sich auf die Preise auswirken. Die verlagerten Produktionsstätten werden wiederum Arbeitslose zurücklassen und der Regin keine Steuern einbringen. Und so weiter und so weiter. Nichts geht über eine Verständigung und verhandelte Kompromisse, selbst die Brexitanhänger merken das so langsam.
mwroer 10.07.2018
4.
Zitat von hardy.stiefelder zahlt auch einen höheren Preis. Wer aber ein gutes Preis-Leistungsverhältnis möchte, der wird jetzt in diesem Riesenmarkt China auch die Preise vergleichen. Was zu Lasten dann der Importfahrzeuge gehen wird. BMW produziert in China, spart sich viel Geld dabei und dieser Riesenmarkt rechtfertigt eine Vor-Ort Produktion auf alle Fälle. Falls es sich von den Absatzzahlen her rechnet, wird wohl auch Tesla nach China mit einem Zweigwerk verlegen. In der Regel verläuft dieses zunächst ohne Arbeitsplatzverluste in den USA, kann aber sehr schnell sich ändern und ein ganzes TeslaWerk wird in den USA geschlossen. Die US- und Chinazölle sind hier Beschleuniger, keine Ursachen. Aber Trump bleibt für diese Entwicklung der Verantwortlche mit seiner Zollentscheidung.
Tesla hatte schon vor den Strafzöllen eine Fabrik in Shanghai in der Planung, die lagern genau so auf die Märkte aus für die es sich lohnt wie alle anderen. Die Schließungen der Fabriken in den USA passieren dann langsam und sehr leise. Immerhin ist man ein us-amerikanisches Vorzeigeunternehmen und gerade Tesla ist auf das Wohlwollen des Staates angewiesen. Aber 'wer ein bestimmtes Auto möchte der zahlt auch einen höheren Preis' ? Ich denke das gilt nur sehr eingeschränkt in diesem Preissegment. Bei 20.000 Euro ist das immerhin ein Kleinwagen für den Sohn, die Tochter oder die Frau. Und so brilliant 'hip' ist die Marke Tesla in China nun auch wieder nicht.
pragmat 10.07.2018
5. Endlich
So langsam wird wohl allen klar, dass Zölle nur Steuern auf Waren sind, die eine Landesgrenze passieren und die entweder vom Produzenten/Kaufmann oder vom Endverbraucher an die Staatskasse bezahlt werden. Im Fall Tesla ist das nun der chinesische Kunde, der in die Pekinger Kasse einzahlt. Auch die Ausweichstrategien der Unternehmen werden schön deutlich, wie man den höheren Kosten entgehen kann, wenn man seinen Gewinn beibehalten will. Man verlegt ganz einfach die Produktion in das Importland wie Tesla nach China oder in ein Niedrigzoll-Land wie Harley-Davidson nach Indien. Mal sehen, wie sich die deutschen Automobilbauer entscheiden werden, wenn die Steuererhöhungen auf die BMWs, Daimlers und Porsches kommen. Denn das ist sicher, bei der Verhandlungsführung der EU-Kommission!
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