Anzeige bei US-Börsenaufsicht Ex-Mitarbeiter wirft Tesla Betrug vor

Elon Musk bezeichnete Martin Tripp als Saboteur und feuerte ihn. Nun zeigt der Ex-Mitarbeiter das Unternehmen an. Er behauptet, Tesla habe defekte Batterien verbaut und Produktionszahlen geschönt.

Tesla-Fabrik in Fremont
REUTERS

Tesla-Fabrik in Fremont

Von manager-magazin.de-Redakteur


Datenklau, Geheimnisverrat, mutwillige Geschäftsschädigung: Tesla-Chef Elon Musk wirft seinem gefeuerten und dann verklagten Verfahrenstechniker Martin Tripp so ziemlich alles vor, was einem Menschen den Berufsweg für immer verbauen kann. Nun schlägt Tripp zurück.

Teslas Klage sei womöglich Teil einer Medienkampagne, die Tripp diffamieren und zum Schweigen bringen sollte, behauptet sein New Yorker Anwalt Stuart Meissner, ehemals stellvertretender Bezirksstaatsanwalt in Manhattan und New York. Tripp hat Tesla jetzt bei der US-Börsenaufsicht SEC angezeigt, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Tripps Klage zufolge soll Tesla die wöchentlichen Produktionszahlen für den Hoffnungsträger Modell 3 zeitweise um bis zu 44 Prozent höher ausgewiesen haben, als sie tatsächlich waren. Auch soll der Elektroautopionier fehlerhafte und schlecht verarbeitete Batterien in zahlreiche Fahrzeuge eingebaut haben, die die Brandgefahr erhöhten. Weder Tesla noch die SEC wollten sich zu den Vorwürfen äußern.

Tripp behauptet dem Bericht zufolge auch, dass Tesla systematisch Teile wiederverwendet habe, die in Fahrzeugen als Schrott oder Abfall eingestuft worden seien. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB untersucht seit geraumer Zeit die Entflammbarkeit von Lithium-Ionen-Akkupacks für Elektroautos - Ausgangspunkt der Untersuchungen sind mehrere Brände mit verunglückten Tesla-Fahrzeugen.

SEC entlohnt Whistleblower teils mit zweistelligen Millionenzahlungen

Tripp, der mehrere Monate in Teslas "Gigafactory" im US-Bundesstaat Nevada gearbeitet und Zugang zu sensiblen Daten hatte, sieht sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Elon Musk habe ihn gefeuert, weil er Investoren und die Öffentlichkeit habe warnen wollen. Tesla hingegen sieht den Mann als "Saboteur", der aus Frust über eine versagte Beförderung gehandelt habe.

Tripp dagegen bezeichnete sich unlängst gegenüber CNN als Whistleblower. Die SEC belohnt diese Hinweisgeber teils mit zweistelligen Millionenzahlungen, wenn sie der Börsenaufsicht freiwillig eindeutige Informationen zur Verfügung stellen, die dann zu einer Bestrafung des angezeigten Unternehmens führen. Die SEC hat seit der Einführung ihres Whistleblower-Programms im Jahr 2011 mehr als 266 Millionen US-Dollar an diese Tippgeber ausgezahlt.

In einem spektakulären Fall hat die Kanzlei Meissner Associates schon einmal einen Whistleblower vertreten: So zahlte die SEC einem ehemaligen Angestellten des Saatgutriesen Monsanto 22 Millionen Dollar für Hinweise auf eine falsche Buchführung des Konzerns.

Tesla hatte in der Vergangenheit bei der Batterieproduktion immer wieder mit Problemen zu kämpfen. Arbeiter mussten sie teils per Hand herstellen und dafür viele Leiharbeiter eingestellt werden. Ingenieure hatten laut CNBC berichtet, Tesla sei von einer qualitativ hochwertigen Massenproduktion noch weit entfernt. Sie sprachen zugleich von unerfahrenen Kollegen in der Qualitätskontrolle. Mit angeblich gravierenden Folgen: So sollen defekte Batterien das Werk verlassen haben. Tesla hatte diese Aussagen energisch dementiert.



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