Knapp 6,9 Milliarden Dollar Gewinn Facebook-Krisen schlagen nicht auf Quartalszahlen durch

Facebook schlittert von einer Krise zur nächsten - doch dem Geschäft schadet es offensichtlich nicht: Umsatz und Nutzerzahlen sind zuletzt gestiegen. Auch Tesla, Microsoft und Paypal präsentierten ihre jüngsten Quartalszahlen.

Facebook-Schriftzug in Davos
AFP

Facebook-Schriftzug in Davos


Das weltgrößte Onlinenetzwerk Facebook hat im Weihnachtsquartal seinen Umsatz im Jahresvergleich um 30 Prozent auf 16,9 Milliarden Dollar gesteigert. Auch die Zahl monatlich aktiver Nutzer wuchs - und zwar binnen drei Monaten um rund 50 Millionen auf insgesamt etwa 2,32 Milliarden Nutzer. Insgesamt greifen jetzt schätzungsweise rund 2,7 Milliarden Menschen auf zumindest eine App des Konzerns zurück, zu dem auch WhatsApp und Instagram gehören.

Unterm Strich gab es einen Gewinn von knapp 6,9 Milliarden Dollar, wie Facebook Chart zeigen nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Ein Vergleich mit den 4,27 Milliarden Dollar Gewinn vor einem Jahr ist nicht aussagekräftig, weil damals die einmalige Abgabe auf Auslandsgewinne im Zuge der US-Steuerreform den Überschuss drückte.

Die Aktie reagierte auf die besser als erwartet ausgefallenen Zahlen mit einem Plus von zeitweise mehr als acht Prozent im nachbörslichen Handel. Das dürfte auch die Erleichterung der Anleger zeigen, nachdem Facebook unter anderem wegen Datenskandalen und Problemen im Kampf gegen Manipulation und Propaganda so stark unter Kritik stand wie nie zuvor.

Tesla will in jedem Quartal Gewinn machen

Am Mittwoch präsentierte auch der Elektroautobauer Tesla seine Zahlen für das Weihnachtsquartal: In den drei Monaten bis Ende Dezember stand unterm Strich ein Gewinn von 139,5 Millionen Dollar (etwa 121,5 Millionen Euro), wie das Unternehmen von Elon Musk nach US-Börsenschluss mitteilte. Verglichen mit dem Vorjahr, als Tesla noch Verlust machte, ist das zwar ein großer Fortschritt. Dennoch hatten Analysten mit einem höheren Ergebnis gerechnet.

Die Aktie geriet nachbörslich zunächst deutlich ins Minus. Dabei legten die Erlöse - vor allem dank des Hoffnungsträgers Model 3 - um fast 120 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar zu.

Nachdem Tesla im dritten Quartal mit 312 Millionen Dollar seinen bislang höchsten Gewinn erzielt hatte, warnte Musk Mitte Januar bereits, dass das Ergebnis diesmal geringer ausfallen dürfte. Seit der Unternehmensgründung 2003 hat Tesla bislang überhaupt nur viermal ein Vierteljahr mit einem Überschuss abschließen können. Im laufenden Jahr will Tesla Chart zeigen in jedem einzelnen Quartal Gewinne machen.

Microsoft steigert Gewinn kräftig - Anleger aber nicht überzeugt

Der Softwareriese Microsoft Chart zeigen hat zum Jahresende gut verdient, Anleger reagierten dennoch skeptisch: Im Geschäftsquartal bis Ende Dezember legte der operative Gewinn im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar (etwa 9 Milliarden Euro) zu, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz stieg um gut zwölf Prozent auf 32,5 Milliarden Dollar.

Trotz der starken Zuwächse fiel die Marktreaktion zunächst negativ aus, die Aktie drehte nachbörslich deutlich ins Minus.

Gewinneinbruch und mauer Ausblick bei Paypal

Trotz eines boomenden Internethandels hat der Onlinebezahldienst Paypal im Weihnachtsquartal deutlich weniger verdient. In den drei Monaten bis Ende Dezember sank der Nettogewinn verglichen mit dem Vorjahreswert um über ein Drittel auf 584 Millionen Dollar (etwa 508 Millionen Euro), wie die frühere Ebay-Tochter nach US-Börsenschluss mitteilte.

Die Erlöse legten zwar um 13 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar zu, doch ein guter Teil des Wachstums entfiel auf Zukäufe. Paypal Chart zeigen bestätigte zwar seine Jahresziele für 2019, stellte für das laufende Quartal aber einen geringeren Umsatz in Aussicht als von Analysten erwartet. Bei Anlegern kam der Finanzbericht nicht gut an - die Aktie fiel nachbörslich zeitweise um mehr als fünf Prozent.

aar/dpa/Reuters

insgesamt 2 Beiträge
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hajomango 31.01.2019
1. Medienkrise nur in Deutschland
Es gibt diese Krise gar nicht, da sind für die diversen Datenpannen nur Deutschland interessiert. Sonst niemand. Der ganze Datenschutz Zirkus ist ein rein deutsches Thema. In welchem anderen Land der Erde hat sonst z.B. Google es aufgegeben, den Kartendienst Street View zu aktualisieren? Die Deutschen haben Google mit Prozessen überrollt und ihre Häuser abdecken lassen. Gibt's sonst nirgends! Deutschland ist komplett hysterisch, zumindest bei diesem Thema.
James Blönd 31.01.2019
2. Mysterisch
Zitat von hajomangoEs gibt diese Krise gar nicht, da sind für die diversen Datenpannen nur Deutschland interessiert. Sonst niemand. Der ganze Datenschutz Zirkus ist ein rein deutsches Thema. In welchem anderen Land der Erde hat sonst z.B. Google es aufgegeben, den Kartendienst Street View zu aktualisieren? Die Deutschen haben Google mit Prozessen überrollt und ihre Häuser abdecken lassen. Gibt's sonst nirgends! Deutschland ist komplett hysterisch, zumindest bei diesem Thema.
Meine Privatsphäre ist mir, als deutsches Sensibelchen, mehr als heilig. Darin haben weder die dummen Geheimdienste (insbesondere NSA & Mossad & GCHQ!), die FAMGs oder sonst irgendjemand auch nur ansatzweise etwas zu suchen! Wie erklären Sie sich, dass der CEO von Apple, Tim Cook, erst kürzlich in einer Rede in Brüssel für deutlich mehr Datenschutz plädiert hat? Ich wusste gar nicht, dass Tim Deutscher ist. Die schlimmste Datenkrake ist meiner Ansicht nach Facebook. Und so wie es scheint, ist deren Gründer, der die Idee vollkommen dreist von seinen Gründungspartnern geklaut hat und 'FB' u.a. mit Mitteln des FBI (oder CIA?) aufgebaut hat, zu 100% blind vor Größenwahn und Menschenhass.
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