Probleme bei Tesla Elon Musk startet neue Fertigungslinie - in einem Zelt

Der Elektroautobauer Tesla ist offenbar noch weit entfernt von der Zielmarke, 5000 Fahrzeuge pro Woche zu produzieren. Konzernchef Elon Musk will mit einer ungewöhnlichen Maßnahme für Abhilfe sorgen.

Musk bei einer Veranstaltung in Fremont (2017)
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Musk bei einer Veranstaltung in Fremont (2017)


Tesla-Gründer Elon Musk hat eine weitere Montagelinie für Fahrzeuge des Typs Model 3 auf dem Werksgelände des Unternehmens im kalifornischen Fremont in Betrieb genommen.

Das Besondere: Die Fertigungsanlagen stehen nicht wie üblich in Fabrikgebäuden. Ein von Musk auf Twitter verbreitetes Foto zeigt zwar, dass die Maschinen auf betoniertem Boden stehen - umgeben sind sie allerdings von Stoffbahnen, die Montage findet in einem riesigen Zelt statt.

"Wir brauchten eine weitere allgemeine Montagelinie, um die Marke von 5000 Model 3 pro Woche zu erreichen", twitterte Musk. Ein neues Gebäude zu errichten, sei auf die Schnelle unmöglich gewesen, "deshalb haben wir ein gigantisches Zelt innerhalb von zwei Wochen gebaut".

Tesla kämpft seit Monaten mit Problemen in der Massenfertigung. Der Elektroauto-Pionier hat zwar bereits Erfolge mit E-Fahrzeugen im Luxussegment gefeiert. Die Produktion von Großserien des günstigeren Model 3 kommt jedoch nicht recht in Gang. Seit Monaten verkündet Musk immer wieder neue Termine, wann Tesla die wichtige Marke von 5000 pro Woche produzierten Autos des Typs Model 3 erreichen werde.

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Elektromobilität: Tesla ringt mit der Großserie

Zuletzt hatte Musk zugesichert, Ende Juni 2018 solle es nun so weit sein. Nach Informationen der US-Nachrichtenseite "Businessinsider" hat Tesla seit Jahresbeginn 30.000 Model 3 produziert, im laufenden Monat Juni sollen es 6000 Fahrzeuge gewesen sein. Bis zur Marke von 5000 pro Woche würde damit noch einiges fehlen. Tesla wollte weder den Bericht noch die Zahlen kommentieren.

Die Schwierigkeiten waren zwischenzeitlich so groß, dass Tesla per Flugzeug Montagemaschinen aus Deutschland einfliegen ließ - ein in der Branche aufgrund der hohen Kosten sehr ungewöhnliches Vorgehen.

Musk selbst führte zu Wochenbeginn eine unerwartete Begründung für die Verzögerungen im Produktionsablauf an: Ein Mitarbeiter habe die Tesla-Fertigung sabotiert, angeblich wegen einer ausgebliebenen Beförderung. Der Aktienkurs des Unternehmens hat sich unterdessen in den vergangenen Wochen deutlich erholt.

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Elon Musks Visionen: Tesla, Trips zum Mars und Tunnelbohrer

beb

insgesamt 103 Beiträge
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mhuz 20.06.2018
1.
Was einen dabei wundert, dass es immer noch Leute gibt, die Millionen in Tesla steckt, obwohl es noch kein Cent gegeben hat. Dabei ist das ganze keine neu Entwicklung - es geht nur darum Autos zu Produzieren. Nur weil es Elektroautos sind, wird da Millionen reingesteckt.Es ist die Frage, ob das ganze nicht auch so langsam an Betrug grenzt. So wie das aussieht, gibt es für alles kein Plan, sondern nur eine Behauptung man könnte damit Geld machen. Im Grunde ist es wie mit dem Bluttest, da hat man eine Idee, sammelt Geld ein und fängt mal an, dann stellt man fest, dass es doch nicht so läuft, anstatt dass man sagt, es wird so doch nichts, fängt man an rumzubasteln. Wenn de Produktion gut geständen hätte und die Stückzahl erreicht worden wäre, hätte man immer noch mehr Automation einfügen können. Aber so sieht alles wie Stückwerk aus.Aber so lang sich immer noch Blöde findet die bezahlen - warum nicht.
ttvtt 20.06.2018
2. ein halbes Jahr später
Das diese Firma der deutschen Autoindustrie Angst machen soll, ist mir unverständlich. Da fällt Tesla einfach mal auf, dass sie ihr Ziel nur mit einer weiteren Produktionslinie realisieren können. Ein halbes Jahr nachdem schon längst mit den derzeitigen Strassen das Ziel hätte erreicht werden sollen. Klingt als ob da nur Manager des BER beschäftigt wären
HerrPeterlein 20.06.2018
3. Technik ist egal
Endlich die Stückzahl von 5.000/Woche schaffen, Kosten, Mitarbeiter, Qualität und die Maschinen sind völlig egal. Na da wird der deutsche Hersteller der Maschinen sich freuen, wenn Tesla nicht das Geld ausgeht. Dann kann er in einem Jahr nochmal die gleichen Maschinen per Express liefern, wenn die jetzigen ihren Geist aufgegeben haben, weil sie in dieser Wüstenzeltatmosphäre eine sehr kurze Lebensdauer haben.
cor 20.06.2018
4. Worüber wird sich hier echauffiert?
Solange Musk die seine Ziele einhält ist es doch völlig wumpe, ob das in einem Gebäude, einem Zelt, in einer Höhle oder auf einer Eisscholle in der Antarktis passiert. Ich versteh die Aufregung nicht.
equigen 20.06.2018
5. Das merken die jetzt?
Seit einem halben Jahr müssten sie die 5000 wöchentlich schon liefern und jetzt haben sie gemerkt dass es mit den in der Fabrik geplanten Anlagen gar nicht geht? Oh jemineh... Dass die Produktionskosten pro Fahrzeug nun auch höher sind als geplant dürfte klar sein. Ein weiterer Grund warum sie am kleinen Modell 3 wieder nichts verdienen...
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