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13. Juni 2018, 11:14 Uhr

Entlassungen bei Tesla

"Es tut zwar weh, aber es ist gut für die Firma"

Von manager-magazin.de-Redakteur

Mit einem radikalen Stellenabbau will Tesla-Chef Elon Musk den Elektroautohersteller wieder in die Spur bringen. Via Twitter melden sich entlassene Mitarbeiter zu Wort - und geben sich überraschend verständnisvoll.

Jahrelang ist die Belegschaft des US-Autobauers Tesla rasant gewachsen. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat sie sich auf 37.500 Mitarbeiter verfünffacht. Nun macht Unternehmenschef Elon Musk eine radikale Kehrtwende - und schmeißt neun Prozent der Belegschaft raus. Begründung: Das Unternehmen müsse profitabler werden.

Offenbar setzt Tesla seine Entlassungspläne bereits in die Tat um. Denn via Twitter haben sich Leute zu Wort gemeldet, die nach eigenen Angaben zu den Betroffenen gehören. "Ich wurde gestern von Tesla entlassen", schreibt Twitter-Nutzer Kevin. "Es tut zwar (sehr!) weh, aber es ist gut für die Firma. Danke für die schönen Erinnerungen."

Diesen Tweet und andere hat Bloomberg-Reporterin Dana Hull beispielhaft hervorgehoben. Die Journalistin hatte als Erste von den Entlassungen berichtet. Hull pflegt in den sozialen Netzwerken engen Kontakt zu Beschäftigten des Unternehmens und geht davon aus, dass es sich wirklich um Betroffene handelt.

Viele von ihnen sind dem Mann, der sie gerade gefeuert hat, offenbar nicht böse. "Danke für die Chance, Elon", verabschiedet sich eine Kelsey R via Twitter von Tesla. "Konzentriere dich auf deine Mission. Ich werde immer stolz sagen, dass ich für Tesla gearbeitet habe."

Spezielle Arbeitskultur in den USA

Andere berichten bereits Stunden nach ihrer Entlassung von ersten Vorstellungsterminen bei anderen Unternehmen. Unter Umständen gehört es für manchen gefeuerten Tesla-Mitarbeiter auch zur Bewerbungsstrategie, den alten Arbeitgeber noch einmal in den sozialen Medien zu loben.

Die sportlichen Reaktionen werfen dennoch ein Schlaglicht auf die Arbeitskultur in Teilen der USA, die sich stark von der in Europa unterscheidet. Da Arbeitnehmer in Amerika oft gesetzlich nur schwach geschützt sind, müssen sie eher mit ihrer Entlassung rechnen und stets in der Lage sein, sich neu zu bewerben. Gleichzeitig gilt es nicht unbedingt als Schande, gefeuert zu werden.

Bei Tesla identifiziert sich zudem offenbar ein Großteil der Belegschaft mit Elon Musk und seinen Zielen. Musk will nach eigenem Bekunden mit seinen Elektroautos sauberen Technologien zum Durchbruch verhelfen und so einen Beitrag gegen den Klimawandel leisten. Der Stolz, bei dieser Mission dabei sein zu dürfen, reicht bei manchen sogar über die eigene Entlassung hinaus.

Andere Gefeuerte beklagen sich: "Es ging überhaupt nicht um Leistung"

Obwohl Tesla für viele Menschen ein Traumarbeitgeber zu sein scheint, gibt es zahlreiche Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen bei Tesla. Dazu zählen hoher Druck und verbesserungswürdige Sicherheitsstandards. Der Elektroautobauer gilt zudem als gewerkschaftsfeindlich.

Auch im Zuge der aktuellen Entlassungswelle gibt es viele kritische Stimmen. "Ich wurde in diesem massiven und rücksichtslosen Schleppnetz gefangen", beklagt sich Twitter-Nutzer Dr. ElSupreme Funk. "Es ging überhaupt nicht um Leistung."

Immerhin will Tesla den Gekündigten etwas unter die Arme greifen. Sie bekommen laut Musk eine Abfindung und Aktienansprüche, berechnet nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit.

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