Zeugenaussage Tesla soll Gewerkschaftsgründung verhindert haben

Ein Tesla-Arbeiter verlor seinen Job, weil er für eine Gewerkschaft geworben hatte. Seine Aussage vor der Nationalen Aufsichtsbehörde für Arbeitsrechte könnte Unternehmensgründer Elon Musk noch viel Ärger einbringen.

Tesla-Vertretung in Manhattan
AFP

Tesla-Vertretung in Manhattan


Elon Musk hat derzeit nicht gerade einen Lauf. Seine übellaunige Reaktion auf kritische Nachfragen brachte ihm viel Unmut seiner Aktionäre ein, der Autopilot baut Unfälle, der Serienanlauf des für das Unternehmen so wichtigen Mittelklasse-Stromers Model 3 macht immer noch Schwierigkeiten - und jetzt kommt auch noch Image schädigender Streit mit einem Mitarbeiter hinzu. Der sagte jetzt vor der Nationalen Aufsichtsbehörde für den Schutz Arbeitnehmerrechten (NLRB) aus, er sei von Sicherheitskräften aus dem Betrieb geführt worden, nachdem er Flugblätter verteilt habe.

Das der NLRB bereits zuvor drei Beschwerden von Tesla-Mitarbeitern (allesamt Mitglieder der Gewerkschaft UAW) erhalten hatte, brachte die Behörde den Fall vor ein Verwaltungsgericht. Wenn Tesla den Prozess verliert, könnte das Unternehmen sogar gezwungen sein, seine Mitarbeiter aktiv über die Verletzung ihrer Rechte zu informieren, was einem indirekten Aufruf zur Bildung einer Gewerkschaft gleichkäme.

Edris Rodriguez Ritchie, ein Anwalt der NLRB, erklärte, Tesla habe die Beschäftigten gedrängt, Vertraulichkeitsvereinbarungen zu unterschreiben, die "zu weit gefasst" seien. Dadurch seien sie daran gehindert worden, ihre Probleme mit den Arbeitsbedingungen öffentlich zu diskutieren. "Was wir sehen, ist eine sehr hartnäckige, gewerkschaftsfeindliche Kampagne, die alle Ebenen des täglichen Lebens der Arbeiter betrifft", sagte Margo Feinberg, die die NLRB als Anwältin vertritt.

Die Stimmung hatte sich in den vergangenen Monaten zugespitzt, nachdem die Schwierigkeiten beim Produktionsanlauf des Model 3 überhand nahmen. Die Mittelklasse-Limousine ist von entscheidender Bedeutung, um eine langfristig rentabel zu arbeiten.

Musk bestreitet die Vorwürfe entschieden. "Nichts hält das Tesla-Team in unserem Autowerk von der Wahl einer gemeinsamen Vertretung ab. Sie könnten es tun, wenn sie wollten", twitterte Musk am 20. Mai.

Die Anhörungen für diesen Fall sollen bis Ende September fortgesetzt werden. Es wird erwartet, dass das Gericht anschließend ein Urteil fällen wird.

mik/Reuters



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